WILD BOYS wollen die starke Leistung von Flensburg gegen Nordhorn-Lingen wiederholen

Erneut ohne Torhüter Johannes „Jogi“ Bitter musste der TVB Stuttgart am vergangenen Sonntag im Spitzenspiel der LIQUI MOLY Handball-Bundesliga bei der SG Flensburg-Handewitt antreten. Dort gab es beim 34:30 zwar eine Niederlage, dennoch war Trainer Jürgen Schweikardt nicht unzufrieden mit seinem Team. „Ich will zwar nicht überheblich klingen, aber heute war mehr drin“, meinte der TVB-Coach nach der Partie, in der die WILD BOYS überaus stark begannen. 5:1 führten die Gäste, ehe die Norddeutschen aufwachten und ihrerseits eine Aufholjagd starteten. Der TVB Stuttgart hielt jedoch sehr gut dagegen, vor allem mit viel Tempo und spielerischen Akzenten. „Weltklasse“, kommentierte Stefan Kretzschmar bei Sky beispielsweise den Kempa-Treffer von Max Häfner zum 10:8. Die Heimmannschaft blieb jedoch dran, ging nur mit einem Tor Rückstand in die Pause. „Zu Beginn des zweiten Abschnitts ließen wir einige Möglichkeiten liegen“, merkte Viggó Kristjánsson an, der nach der Begegnung mit dem „Kretzsche des Monats“ für seine starken Leistungen im Monat Oktober ausgezeichnet wurde. Das war schließlich der Knackpunkt im Spiel, obwohl die Gäste gegen Ende noch einmal auf 28:27 herankamen. Doch dann traf Kristjánsson nur die Latte und die SG Flensburg-Handewitt erhöhte per Tempogegenstoß auf 29:27. Der Rest war Formsache für den Champions League-Teilnehmer. Die WILD BOYS rangieren nach dem 9. Spieltag nun auf Platz vier der Tabelle.

Auf Platz drei steht aktuell die SG Flensburg-Handewitt, die aber noch ein Spiel weniger hat als die Rhein-Neckar Löwen auf Rang zwei und der THW Kiel auf dem ersten Tabellenplatz. Einen weiten Sprung nach oben in der Rangliste machte der HBW Balingen-Weilsteten, der in Erlangen mit 32:34 gewann und damit für die Sensation des neunten Spieltags sorgte. 

Einen Spieltag vorher gelang dem TVB Stuttgart ein 31:26-Heimerfolg gegen die TSV Hannover-Burgdorf. Hierbei starteten die WILD BOYS stark in die Partie. Ein 4:0-Lauf brachte die Niedersachsen aber wieder heran. Besonders der erst neunzehnjährige Martin Hanne, der in der Partie insgesamt sieben Tore warf, machte der Heimmannschaft dabei das Leben schwer. Doch TVB-Coach Jürgen Schweikardt brachte in dieser Phase des Spiels den siebten Feldspieler und stellte die Hannoveraner damit vor unlösbare Probleme, den Rest erledigte Torhüter Primož Prošt. Mit einem 6:0 Lauf zogen die WILD BOYS auf 15:7 davon, Halbzeitstand: 15:9. Diesen Vorsprung ließ sich der TVB Stuttgart im zweiten Durchgang nicht mehr nehmen, auch weil Viggó Kristjánsson wieder mit sehr viel Selbstvertrauen auftrat. Am Ende lobte Sky-Kommentator Markus Götz den TVB: „Die reifere und sicherere Mannschaft hat hochverdient gewonnen.“

Am Donnerstag wird nun der EHF-Pokalsieger von 2008, die HSG Nordhorn-Lingen, in der Stuttgarter Porsche-Arena auflaufen. Das Team aus der Grafschaft Bentheim stand bei Abbruch der letzten Saison auf einem Abstiegsplatz. Coronabedingt verzichtete die HBL allerdings auf Absteiger, so dass das Team von der niederländischen Grenze auch in dieser Saison in der LIQUI MOLY Handball-Bundesliga an den Start gehen durfte. Trainer des Teams ist Daniel Kubeš, einer der Europapokal-Helden der Nordhorner von 2008. Momentan liegen die Gäste mit aktuell drei Siegen auf dem 15. Tabellenplatz. Dabei siegten die Niedersachsen in Coburg (29:26), zu Hause gegen die Eulen Ludwigshafen (27:24) und am vorletzten Spieltag bei TUSEM Essen mit 26:33. Bei diesem Auswärtssieg entzauberte der niederländische Torhüter Bart Ravensbergen die Essener mit 14 Paraden. Stark spielte dabei auch der österreichische Rechtsaußen Robert Weber. Den ehemaligen Magdeburger darf die TVB-Abwehr in der heutigen Partie nie aus den Augen verlieren. Am letzten Spieltag gab es allerdings eine deutliche 20:29-Niederlage daheim gegen FRISCH AUF! Göppingen.

„Wenn wir die Leistungen aus den beiden vergangenen Heimspielen gegen Leipzig und Hannover sowie zuletzt in Flensburg wiederholen, haben wir auch gegen die HSG Nordhorn-Lingen eine Chance“, stellte TVB-Trainer Jürgen Schweikardt fest und forderte: „Wir müssen dazu aber von der ersten bis zur letzten Minute konzentriert zu Werke gehen.“ Vielleicht kann dann auch Torhüter Johannes „Jogi“ Bitter nach seiner Corona-Infektion wieder mitwirken und seine Mannschaft wie gewohnt motivieren. 

Quelle: Joachim Gröser, Bildquelle: Ingrid Anderson-Jensen

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