Nach erstem Heimsieg gegen Minden wollen die WILD BOYS auch Kiel ärgern

Am Donnerstag letzte Woche feierte der TVB Stuttgart mit dem Heimsieg gegen den TSV GWD Minden eine Premiere. Es war der erste Erfolg zu Hause über die Westfalen. Dabei tat sich die, erneut von Co-Trainer Karsten Schäfer gecoachte Mannschaft, in der ersten Halbzeit sehr schwer. „Der TVB hat große Probleme im Angriff“, meinte auch Sky-Kommentator Markus Götz während Halbzeit eins. Erst beim 8:8 war der Ausgleich geschafft und schon eine Zeigerumdrehung später netzte Sascha Pfattheicher zur 9:8-Führung ein. Doch die Mannschaft aus Minden, welche am Tag des Spieles auf einem Abstiegsplatz rangierte, wehrte sich verbissen und gab nicht klein bei. Erst nach dem 16:16 in der zweiten Halbzeit und zweier erstklassiger Paraden von Johannes „Jogi“ Bitter konnte sich die Heimmannschaft in der Folgezeit absetzen. Sky-Kommentator Götz kommentierte dies wie folgt: „Der TVB drückt jetzt aufs Gaspedal.“ Der Lohn für die Leistungssteigerung in der Mitte der zweiten Halbzeit war das 23:19. Diesen Vier-Tore-Vorsprung verwalteten die WILD BOYS bis zum Ende und Mindens Trainer Frank Carstens räumte nach dem Spiel ein: „Uns hat die Durchschlagskraft und die Präzision im Angriff gefehlt. Auch die Abwehr stand nicht mehr so gut in der zweiten Halbzeit.“

Die Sensation am zwölften Spieltag gab es aber in Melsungen. Der bis dato punktlose Tabellenletzte HSC 2000 Coburg triumphierte bei den ambitionierten Nordhessen mit 27:32. Es war das bis jetzt beste Saisonspiel der Oberfranken. Auch ohne den mit Kreuzbandriss fehlenden Tim Suton beherrschte der TBV Lemgo Lippe die HSG Nordhorn-Lingen beim 36:29 klar. Unentschieden trennten sich am 37. Geburtstag von Michael Haaß der HC Erlangen und Hannover-Burgdorf, während der SC DHfK Leipzig gegen den aktuellen Tabellensiebten aus Wetzlar mit 32:28 gewann.

Berlin war keine Reise wert für die WILD BOYS. Die Füchse feierten am Dienstagabend ihren zehnten Pflichtspielsieg in Serie, wobei die Anfangsphase klar den Gastgebern gehörte. Nach einer Viertelstunde hieß es bereits 12:7 für den Hauptstadtklub. Doch dann begann eine famose Aufholjagd des TVB Stuttgart. Häfner & Co. waren jetzt im Spiel und glichen zum 14:14 aus. Zur Halbzeit hieß es dann 15:15 und der Sky-Kommentator betonte: „Die Gäste halten gut mit bei den Füchsen.“ Als ob Baldrian dem Pausentee beigemischt gewesen wäre, begannen die WILD BOYS die zweite Hälfte. Der TVB Stuttgart leistete sich zu viele technische Fehler und scheiterte häufig an Milosavljev im Berliner Tor. Die Folge: Die 21:15-Führung für die Heimmannschaft. Die Schwaben gaben aber noch nicht auf, kämpften sich wieder auf 24:20 heran. Doch dann brach es über die WILD BOYS herein und die Berliner erhöhten auf 31:22. Die Partie war gelaufen, wenngleich der TVB Stuttgart noch etwas Ergebniskosmetik bis zum 31:25 Endstand betrieb. „Wir konnten das Tempo nicht mithalten, aber die Niederlage ist kein Beinbruch für uns“ stellte der, angesichts 18 Paraden und 39 Prozent gehaltener Bälle, ausgezeichnete Kapitän Johannes „Jogi“ Bitter fest.

Die zweite deutliche Niederlage nacheinander gab es für den HBW Balingen-Weilstetten. Die Gallier von der Alb unterlagen nach dem 26:39 im Heimspiel gegen Magdeburg auch auswärts eindeutig mit 36:26 in Wetzlar. Die Abstiegsplätze verließ der TSV GWD Minden nach einem klaren 28:23 über den TBV Lemgo Lippe. Im oberen Tabellendrittel zog der SC DHfK Leipzig mit einem 24:28 Erfolg in Nordhorn am TVB Stuttgart vorbei und liegt nun aktuell auf Rang fünf.

Am Samstagabend kommt nun mit dem THW Kiel der Branchenprimus in die Porsche-Arena nach Stuttgart. Die Zebras, die bisher nur in Wetzlar verloren haben, mussten aufgrund von Quarantänebestimmungen ihr Spiel gegen die MT Melsungen absagen. Dafür sind sie nun um so hungriger, sich den Platz an der Tabellenspitze zurückzuerobern. Der Verein aus der Schleswig-Holsteinischen Landeshauptstadt hat auch in diesem Jahr wieder einen exzellenten Kader beisammen. Angeführt vom Norweger Sandor Sagosen über Welttorhüter Niklas Landlin und Domagoj Duvnjak ist die Kieler Mannschaft mit Weltklasseleuten besetzt. Mit Darius Quenstedt, Steffen Weinhold, Rune Dahmke, Hendrik Pekeler und Patrick Wiencek haben die Kieler auch einige namhafte deutsche Nationalspieler in ihren Reihen. In der Champions League scheint sich der qualitativ hochwertige Kader bislang jedoch schwer zu tun, wie deutliche Niederlagen gegen Barcelona und Vezprem zeigen. Die Folge: Nur Platz fünf für die erfolgsverwöhnten Kieler in der europäischen Eliteklasse.

Trotzdem: Der TVB Stuttgart muss sich warm anziehen. Die Zebras sind neben den Rhein-Neckar Löwen und der SG Flensburg-Handewitt das Top-Team der Liga. „Wir haben nur dann eine Chance, wenn wir einen Supertag erwischen und bei Kiel überhaupt nichts zusammenläuft“, betont TVB Trainer und Geschäftsführer Jürgen Schweikardt, der nach einem negativen Corona-Test am Samstag wieder auf die Bank zurückkehren darf. Dabei wären wir auch wieder beim aktuell hochbrisanten Thema, der Weltmeisterschaft 2021 in Ägypten. Einige Nationalspieler haben dem Bundestrainer bereits einen Korb gegeben. Die beiden Torhüter der deutschen Nationalmannschaft, „Jogi“ Bitter und Andreas Wolf, wollen das Turnier in Nordafrika aber spielen. 

Quelle: Joachim Gröser   

Facebook
Twitter
LinkedIn

Tvb 1898 Handball GmbH & Co. KG

Handball-Bundesliga in Stuttgart

Geschäftsführung:
Jürgen Schweikardt

Geschäftsstelle

Steinbeisstraße 13
71322 Waiblingen

Tel: +49(0)7151 - 5000170
Fax: +49(0)7151 - 50001769
info@tvbstuttgart.de

Informationen

HBL_Quer_CMYK
footer-jblh-logo_trans