„Wir haben eine Truppe zusammen, die handballerisch einiges zu bieten hat.“ – Jogi Bitter im Interview

Kurz vor dem Ende des ersten Teils der Vorbereitung haben wir mit TVB-Kapitän Johannes „Jogi“ Bitter gesprochen. Er blickt auf die zurückliegende Zeit ohne gemeinsames Handballtraining zurück und gibt seine Einschätzung zu den Auswirkungen der Corona-Pandemie auf das Handballgeschäft in der LIQUI MOLY Handball-Bundesliga. Außerdem geht es im Interview über das Thema Olympia und die heute begonnene zweiwöchige Trainingspause.

Hallo Jogi, schön, dass man dich nach drei Monaten handballfreier Zeit wieder in der Handballhalle auf deiner Position zwischen den Pfosten sieht. Anfang Juli stieg der TVB mit Leistungstests in die Vorbereitung für die anstehende Spielzeit ein. Kurz darauf ging es für eine Woche ins Trainingslager in Zell am Ziller. Wie war es für dich, nach so langer Zeit deine Teamkameraden wiederzusehen und vor allem wieder gemeinsam zu trainieren?

Das war natürlich schön. Es war eine echt lange Zeit ohne Handball im Allgemeinen. Wenn man sich sonst täglich sieht und viel Zeit zusammen verbringt, ist das ein richtiger Bruch. Deshalb waren wir total froh, als wir dann wieder die Möglichkeit hatten, gemeinsam trainieren zu können.

Was glaubst du, welche kurz- und langfristigen Folgen hat die Corona-Pandemie auf das Handballgeschäft in der LIQUI MOLY HBL? 

Die Folgen der Corona-Pandemie sind sicherlich noch nicht so richtig abzusehen. Ich persönlich hoffe, dass die negativen Folgen möglichst klein ausfallen. Wir bekommen alle gerade am eigenen Leib mit, dass die Etats nicht so leicht zu stemmen sind. Natürlich hoffen wir, dass wir bald wieder Zuschauer in die Hallen lassen können und dort möglichst wenige Ausfälle haben. Aber es ist sicherlich so, dass es ein sehr schwieriges Jahr für die HBL wird und von daher wünsche ich mir einfach, dass alles möglichst schnell wieder in die richtigen Bahnen kommt – vermutlich durch einen Impfstoff. Aber das wird sicherlich noch ein bisschen dauern. Insgesamt glaube ich aber auch, dass es vielleicht auch ein paar positive Aspekte gibt. Man hat das Gefühl, dass der Handball gut zusammenhält und alle an einem Strang ziehen. Es gilt, den Sport weiter im Fokus zu behalten und weiterzuentwickeln und sich nicht zwischen den Clubs zu streiten.

Das letzte Ligaspiel fand im März statt. Im Oktober soll nun die neue Saison beginnen. Mit wie viel Vorfreude und welchen Erwartungen gehst du in die bereits fünfte Spielzeit mit dem TVB?

Es war wirklich eine sehr, sehr lange Spielpause von März bis Oktober. Sicherlich freuen sich all unsere Fans und Sponsoren auf die neue Saison. Es ist aber wirklich schwer im Moment, Erwartungen zu äußern, weil wir nicht wissen, mit welchen Rahmenbedingungen wir in die Saison starten. Wir haben schon viel trainiert, aber wir sind sicherlich noch nicht auf dem Leistungsstand, auf dem man direkt vor der Saison wäre. Wir haben uns gut vorbereitet bisher, aber der handballspezifische Teil kommt erst noch. Daher können wir hierzu noch gar nicht so viel sagen. Ich denke aber schon, dass wir eine Truppe zusammen haben, die handballerisch einiges zu bieten hat und hoffe, dass wir auf jeden Fall an das anknüpfen können, was wir mit der alten Mannschaft im Februar und März gezeigt haben.

Mit Primož Prošt hast du in der kommenden Saison einen erfahrenen Torwartkollegen an deiner Seite. Inwiefern könnt ihr gegenseitig voneinander profitieren? Schließlich belebt Konkurrenz ja das Geschäft.

Dass Primož jetzt dabei ist, ist für mich total gut. Jemanden zu haben, der schon sehr viel Erfahrung hat und einem dann auch immer wieder den Rücken freihalten kann, falls irgendwas passiert, ist natürlich total positiv. Ich glaube aber nicht, dass wir uns gegenseitig durch Konkurrenz das Geschäft beleben müssen, sondern genau wissen, was für Aufgaben wir haben. Wir müssen in irgendeiner Form hinten die Bude zu machen – ganz egal, wer spielt. Von daher hoffe ich, dass ich, wie in den vergangenen Jahren, eine gute Saison spielen kann und an den Tagen, an denen es nicht so läuft, Primož dementsprechend einspringt und seine Sache mindestens genauso gut macht.

Auf Grund der Corona-Pandemie wurden auch die Olympischen Sommerspiele verschoben. Inwieweit ist das Thema Nationalmannschaft und auch die Teilnahme an Olympia in Tokio aktuell bei dir im Hinterkopf?

Natürlich war es mein Ziel, in diesem Sommer nach Tokio zu reisen und dort an den Olympischen Spielen teilzunehmen. Das hat sich nun verschoben auf nächstes Jahr. Für mich macht das aber keinen so einen riesigen Unterschied. Ich versuche trotzdem, weiter am Ball zu bleiben, mich für die Nationalmannschaft bereitzuhalten und mich durch gute Leistungen zu empfehlen. Vielleicht wird der Traum dann im nächsten Sommer wahr. 

Ihr habt nun noch zwei Trainingstage vor euch. Ab Samstag stehen dann zwei trainingsfreie Wochen an. Wie wirst du diese Zeit verbringen? 

Nach vier sehr intensiven Wochen haben wir uns jetzt eine kleine Pause verdient. Das ist total wichtig, damit wir nicht die komplette Zeit an einem Stück durchtrainieren. Eine kurze Pause bei dieser langen Vorbereitungsphase ist total sinnvoll. Ich werde noch ein paar Tage hier im Süden bleiben. Dann bin ich aber die meiste Zeit in Hamburg und hoffe da auf schönes Wetter.

In den vergangenen vier Wochen habt ihr hart für eures Leistungslevels gearbeitet. Was wirst du tun, um das nun erarbeitete Fitnesslevel bis zum Wiedereinstieg ins Training aufrecht erhalten zu können?

Körperlich haben wir, denke ich, schon ein sehr attraktives Niveau erreicht. Das wollen wir auch nicht verlieren in den zwei Wochen. Deshalb gilt es natürlich auch weiterhin, etwas zu tun. In Hamburg hatte ich auch schon für die Corona-Zeit einige Trainingsmittel parat, die auch jetzt wieder genutzt werden. Es gibt genug Möglichkeiten, sich auszupowern und zu trainieren. Das Schöne ist ja, dass es keine festen Zeiten für das Training gibt und man sich selbst organisieren kann. Für mich ist das schon die halbe Miete, um ein bisschen abzuschalten.

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