Duale Karriere im Spitzensport

Nach 16 Jahren Erfahrung in der deutschen Handball-Bundesliga als ehemaliger Handballprofi kennt Michael Schweikardt die Strukturen des professionellen Handballsports nur zu gut. Dieses Wissen möchte er auch nach seiner aktiven Laufbahn nutzen und ist seit der aktuellen Saison beim TVB Stuttgart für Scouting und Anschlussförderung verantwortlich. Dabei geht es, gerade in der Anschlussförderung, sowohl um die ganzheitliche Entwicklung der Jugendmannschaften, als auch um die individuelle Förderung talentierter Einzelspieler. 

„Gute Handballer können auch gute Schüler sein.“ Die Anforderungen im schulischen Bereich steigen ebenso wie die Trainingsanforderungen, die an die leistungsorientierten Handballathleten gestellt werden. „Mit den verschiedenen Einheiten trainieren die Jungs mit Sicherheit bis zu 14 Stunden pro Woche“. Das hat sich in den letzten Jahren stark gewandelt. Dazu kommt der Aufwand für schulische Aktivitäten, die den Schülern und eben auch Athleten einen straffen und einen durchgetakteten Tag vorgibt. 

„Die schulische Ausbildung steht bei allen Athleten an erster Stelle“, stellt Schweikardt grundsätzlich klar. Da es bekannt ist, dass der Handball nur bedingt für finanzielle Sicherheit sorgen kann, ist dieser Gedanke unumgänglich. Zudem ist die Prognose einer sportlichen Karriere immer schwierig, da die Faktoren der Gesundheit und Leistungsfähigkeit nicht planbar sind. „In diesem Fall müssen die Athleten ein zweites Standbein und eine berufliche Perspektive haben, die sie durch ihre schulische Laufbahn vorbereitet haben“. 

„Das größte Problem ist mit Sicherheit das Zeitmanagement. Die schulpflichtigen Athleten müssen sich einen Plan erarbeiten. Wann lerne ich für die Schule? Wann trainiere ich?“. Dabei unterstützt Michael Schweikardt die Athleten zusammen mit den Trainingsverantwortlichen des TVB im Verbundsystem mit den kooperierenden Eliteschulen des Sports. „In Absprache mit den Athleten schauen wir uns die Stundenpläne an und basteln drum herum individuell die passenden Trainingseinheiten, um detaillierte Wochenpläne für die Athleten zu erstellen“. Diese Eliteschulen sind in der Region das Schickhardt-Gymnasium, die Cotta-Schule und das Kolping Institut. „Gerade beim Schickhardt-Gymnasium ist der Sportgedanke sehr weit verbreitet.“ Das ermöglicht den Nachwuchsspielern des TVB Freiheiten für die Teilnahme an frühen Trainingseinheiten. Dennoch liegt bei den Athleten eine hohe Eigenverantwortung, um gerade die Hochphasen im Sport bzw. der Schule bewältigen zu können. Bei allen sportlichen Maßnahmen muss gewährleistet sein, dass die schulischen Leistungen noch zu erbringen sind. „Sonst ist es die Aufgabe des Trainers und des Vereins, dagegen zu steuern und Lösungen zu finden, die im Sinne der Schule sind“, so Michael Schweikardt.

Gerade wenn die Nachwuchsspieler auf mehrtägigen Lehrgängen, ausgehend vom HVW oder DHB, eingeladen sind oder an den Trainingseinheiten des Bundesliga-Teams teilnehmen, verpassen diese einige Unterrichtsstunden, die sie im vollen Umfang nachholen müssen. Das erfordert viel Disziplin und eine strukturierte Vorgehensweise, um den Anschluss an die Schule wieder zu finden, ohne zugleich den sportlichen Bereich zu vernachlässigen. Eine Herausforderung, die von allen Athleten bewältigt werden muss. Denn jeder von ihnen hat den Traum, Handball-Profi zu werden. 

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