Schweikardt: Der TVB hält noch eine Weile durch

Spätestens am 16. Mai muss die Saison in der Handball-Bundesliga für einen geregelten Spielbetrieb fortgesetzt werden. Doch damit rechnet keiner. Allein drei, besser vier Wochen Vorbereitungszeit bräuchten die Teams, um wieder ohne Verletzungsrisiko spielen zu können, sagt Jürgen Schweikardt. „Die Entscheidung der HBL muss bald fallen.“ Für den TVB Stuttgart wäre das endgültige Saisonaus laut Geschäftsführer und Trainer nicht existenzgefährdend. Sehr eng wird es aber, sollte die Corona-Krise deutlich länger andauern.

Nein, schlaflose Nächte habe er trotz der „außergewöhnlichen Herausforderung“ nicht, sagt Schweikardt. Er gehe positiv an die Sache heran. Doch freilich ist die Belastung hoch: „Unser Geschäftsmodell mit sportlichen Großveranstaltungen gibt es derzeit nicht mehr.“ Das 27:29 im Heimspiel am 8. März gegen den SC Magdeburg war der vorläufig letzte Bundesliga-Auftritt des TVB. Nach 27 von 34 Partien haben die Bittenfelder als Tabellenzwölfter sechs Punkte Vorsprung auf den Abstiegsplatz. Eine gute Bilanz – die derzeit aber nichts wert ist. Wie die HBL die Saison im Falle des endgültigen Abbruchs werten will, ist unklar. Und die Vereine haben nun alle Hände voll zu tun, um die Krise wirtschaftlich zu meistern.

Regressforderungen der Sponsoren würden den TVB in die Knie zwingen

Früh setzten Mannschaft und TVB ein Zeichen. „Alle verzichten auf Gehalt, für Angestellte gibt es Kurzarbeitergeld.“ Davon erhofften sich die Bittenfelder Signalwirkung für den überlebenswichtigen zweiten Schritt: die Gespräche mit den Sponsoren. Sie haben mit dem TVB Stuttgart Verträge für 17 Saisonheimspiele abgeschlossen, von denen drei noch ausstehen. „Bei einem Abbruch würden wir also drei Siebzehntel unserer Sponsorenleistung nicht erfüllen. Bei einer Regressforderung wäre das ein hoher sechsstelliger Betrag. Der würde uns umwerfen.“ Doch zum Glück für den TVB habe es viele positive Rückmeldungen gegeben. „Das macht mich sehr glücklich und stolz.“ Einigen aber, die wegen Corona notgedrungen nicht großzügig sein können, „werden wir Geld zurückzahlen“. Jürgen Schweikardt legt Wert darauf zu betonen: „Die Entscheidung liegt bei jedem Einzelnen. Wir haben vollstes Verständnis für die Situation. Es geht darum, partnerschaftlich aufeinander zu achten.“ Das gelte auch für den Kontakt zu den Dauerkartenbesitzern. „Wir sind dabei, ihnen ein gutes Angebot zu machen.“

Würde die Saison wider Erwarten fortgesetzt, müsste neu verhandelt werden. Doch wie alle rechnet Schweikardt mit dem endgültigen Saisonabbruch. In den unteren Ligen ist er so gut wie beschlossen (wir haben berichtet). Das Zögern der HBL, die den 16. Mai als spätesten Termin für die Wiederaufnahme des Spielbetriebs genannt hat, wertet der TVB-Geschäftsführer aber nicht als Schwäche, sondern als „besonnene Führungsweise“. Es sei gut, nicht immer vorschnell Entscheidungen zu treffen, sondern auch mal Entwicklungen abzuwarten.

Gibt es Geisterspiele, zahlen die Vereine drauf

Rein sportlich gesehen will niemand den Saisonabbruch. Doch laut Schweikardt geht es nun schlicht um das finanzielle Überleben der Vereine. Geisterspiele, also Partien ohne Zuschauer, „machen zum jetzigen Zeitpunkt keinen Sinn“. Denn im Gegensatz zum Fußball spielen die Fernsehrechte im Handball eine untergeordnete Rolle. „Das Geld wiegt die Nachteile nicht auf.“ Bei Geisterspielen müssten die Handball-Clubs noch draufzahlen.

Auch dank der Arbeit der vergangenen Wochen sieht Jürgen Schweikardt den TVB Stuttgart finanziell gut aufgestellt. „Wir werden dieses Spieljahr gut rumkriegen. In den letzten Jahren haben wir immer gut gewirtschaftet und deshalb keine Altlasten.“ Der TVB könne nicht nur bis Ende dieser Saison, sondern je nach Lage auch noch etwas länger ohne Spielbetrieb durchhalten. Doch haben die Skeptiker recht, die vermuten, wegen Corona müsse sogar die kommende Saison stark verkürzt werden oder ganz ausfallen, wäre das schlichtweg eine Katastrophe. „Je länger sich das hinzieht, umso existenzgefährdender wird das für uns. Für manche andere Vereine vielleicht noch etwas früher.“

Quelle: ZVW, Mathias Schwardt

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