Mit David Schmidt im Gespräch

Besser hätte die vergangene Saison für David Schmidt kaum laufen können: Der 24-Jährige hatte maßgeblichen Anteil daran, dass der Aufsteiger Eulen Ludwigshafen den sofortigen Wiederabstieg aus der ersten Handball-Bundesliga abgewendet hat. Und sein neuer Club, der TVB 1898 Stuttgart, blieb auch in der Liga.

Es ist zweifellos ein Risiko, im Januar bei einem abstiegsgefährdeten Club einen Zweijahresvertrag zu unterschreiben. David Schmidt hätte es durchaus so ergehen können wie Marian Orlowski. Der wechselte – wenn auch nicht ganz freiwillig – vom TVB 1898 Stuttgart zum TuS Nettelstedt-Lübbecke, der den Gang in Liga zwei antreten musste. Schmidt indes war sich seiner Sache sicher. „Als ich unterschrieben habe, war für mich klar, dass der TVB drinbleiben wird“, sagt der Linkshänder.

Nur einmal fühlte sich David Schmidt nicht ganz wohl in seiner Haut. Am 22. Spieltag, beim direkten Aufeinandertreffen der Eulen Ludwigshafen und des TVB. Eine Niederlage im ersten Spiel unter dem Interimstrainer Jürgen Schweikardt hätte den TVB auf einen Abstiegsrang gespült, und die Eulen wären über dem Strich gestanden. „Vor dem Spiel war ich schon nervös, das war nicht so einfach“, sagt Schmidt. „Ich wollte mir ja nichts nachsagen lassen.“ Anders ausgedrückt: Mit angezogener Handbremse zu spielen sei für ihn nicht infrage gekommen. „Zu diesem Zeitpunkt habe ich mein Geld bei den Eulen verdient, also habe ich mich da voll reingehängt.“

Sechs Tore des künftigen Stuttgarters reichten jedoch zum Sieg der Eulen, der TVB hatte knapp mit 25:24 die Nase vorn. Für Schweikardt war’s ein perfekter Einstand, und Schmidt empfahl sich mit einer starken Leistung nachträglich für seinen neuen Club. Am Ende der Saison waren alle glücklich, schließlich schafften beide Clubs den Ligaverbleib – und Schmidt hat in der kommenden Spielzeit gleich zweimal die Gelegenheit, gegen Ex-Kollegen antreten.

In der Jugend spielte der gebürtige Karlsruher bei den Rhein-Neckar Löwen. Später in der zweiten Mannschaft, und in der Saison 2012/2013 gehörte er zum Erstliga-Kader der Mannheimer. „Da habe ich aber keine tragende Rolle gespielt“, sagt er. „Ich kam nur zum Einsatz, wenn wir zehn Tore vorne oder hinten waren.“ Dennoch habe er viel gelernt bei den Löwen, „die Zeit als junger Spund möchte ich nicht missen“. Spielpraxis bekam Schmidt nach seinem Wechsel zu den Eulen Ludwigshafen, er hatte maßgeblichen Anteil am Aufstieg der Friesenheimer – und geriet in den Fokus der Konkurrenz. Auch der TVB nahm Kontakt auf mit dem wurfkräftigen, spiel- und kampfstarken Linkshänder, der ebenso über Defensivqualitäten verfügt und keinen Zweikampf scheut. Der TVB-Trainer Jürgen Schweikardt charakterisiert Schmidt als „kernigen“ Spieler.

Schmidt entschied sich schließlich für den TVB. Ausschlaggebend seien die „positiven Gespräche“ gewesen mit Markus Baur, Jürgen und Günter Schweikardt, sagt Schmidt. „Und mir gefällt das Konzept, wie der Handball hier gelebt wird.“ Trotz relativ kurzer Zugehörigkeit zur Ersten Liga sei der Verein „beeindruckend weit“ in seiner Entwicklung. „Und das Ende der Fahnenstange ist noch nicht erreicht, die Infrastruktur ist sehr gut.“

Überrascht habe ihn das hohe Maß an Professionalität im Verein. Auf der Geschäftsstelle seien dreimal so viele Leute zugange wie in Ludwigshafen, auch die akribische trainingswissenschaftliche Arbeit hat Eindruck hinterlassen beim neuen Mann – wie auch das Trainingslager in Südtirol. „Das war schon hart.“ Wobei Schmidt zu Beginn der Vorbereitung noch mit den Folgen einer Verletzung zu kämpfen hatte: Nach Saisonschluss ließ er sich in Kaiserslautern an der Leiste operieren. Mittlerweile ist er wieder voll belastbar – und heiß auf den Saisonstart.

Im ersten Heimspiel geht’s am 30. August ausgerechnet gegen die Rhein-Neckar Löwen. „Das freut mich natürlich riesig“, sagt Schmidt. „Und dann auch noch in der Porsche-Arena.“ Den Zuschauern verspricht er einen großen Kampf: „Jeder Fan muss sehen, dass wir dem Gegner wehtun möchten. Ich glaube auch nicht, dass die Löwen so super gerne nach Stuttgart fahren werden.“

An Selbstbewusstsein scheint es David Schmidt nicht zu mangeln, und er hat einiges vor bei seinem neuen Club. „Den Abstiegskampf brauche ich eigentlich nicht mehr.“

Von der badischen Metropole Karlsruhe in die schwäbische: Im Stuttgarter Westen hat David Schmidt eine Wohnung bezogen – in unmittelbarer Nachbarschaft von Tobias Schimmelbauer, was die außersportliche Integration erleichtern dürfte.

Quelle: ZVW, Thomas Wagner

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