Nervenstarker TVB erkämpft sich Auftaktsieg

Auf die bittere Pokalpleite gegen den Zweitligisten Rimpar Wölfe hat der Handball-Erstligist TVB 1898 Stuttgart zum Liga-Auftakt eine starke Reaktion folgen lassen: Vor 3367 Fans setzte er sich beim SC DHfK Leipzig in einem dramatischen Spiel mit 27:26 (12:11) durch. In der hitzigen Schlussphase behielt das Team die Nerven.

Nachdem der Leipziger Lukas Binder zwei Sekunden vor der Schlusssirene den überragenden TVB-Keeper Johannes Bitter überwunden hatte, jubelten in der Leipziger Arena lediglich die Bittenfelder: Der Treffer des Linksaußens zum 26:27 war belanglos, der TVB hatte die beiden – überraschenden – Auftaktpunkte schon sicher. Das Aus in der ersten Pokalrunde hatte für Verunsicherung gesorgt, doch zum Liga-Start zeigte der TVB sein anderes Gesicht. Spielerisch lief’s zwar erwartungsgemäß noch nicht immer ganz rund, kämpferisch indes war’s eine Glanzleistung.

Außer dem Rekonvaleszenten Max Häfner musste beim TVB wie befürchtet Michael Kraus passen. Das war zweifellos eine Schwächung, doch den Gegner plagten deutlich größere Sorgen: Bei Leipzig fehlten der Torhüter Jens Vortmann (Kreuzbandriss) sowie die drei Linkshänder Lucas Krzikalla (Mittelfußbruch), Gregor Remke (Knorpelschaden) und Andreas Rojewski (Knie-Operation).
Der SC-Trainer Michael Biegler brauchte also Ideen – und blickte zunächst ziemlich ratlos drein: Der TVB nahm das Heft von Beginn an in die Hand und war im ersten Spielabschnitt die eindeutig bessere Mannschaft. Der gute Robert Markotic und Lukas von Deschwanden sorgten für die schnelle 2:0-Führung (2.), die dem Team sogleich Sicherheit gab.

Leipzig hatte riesige Probleme, Lösungen zu finden gegen die aufmerksame TVB-Deckung vor dem guten Johannes Bitter im Kasten. Vorne versuchten die Gäste, mit langen und bedächtigen Angriffen die Leipziger Deckung auseinanderzuspielen. Das funktionierte häufig sehr gut, nach 18 Minuten führte das Team von Trainer Jürgen Schweikardt mit 7:3, bis zum 8:4 (20.) hatte es alles im Griff. Dann rächte es sich, dass der TVB im Abschluss das eine oder andere Mal etwas unglücklich agierte. Spätestens nach Patrick Wiesmachs tollem Treffer zum 7:9 (25.) war Leipzig im Spiel. In der Schlussphase der ersten 30 Minuten tat sich der TVB im Positionsspiel gegen die aggressive Leipziger Deckung schwer und scheiterte des Öfteren am Torhüter Milos Putera. Nach zwei frechen Toren von Rechtsaußen Sascha Pfattheicher rettete der TVB die knappe 12:11-Führung in die Halbzeit.

Den besseren Start in den zweiten Spielabschnitt erwischte Leipzig, das nun mit mehr Druck im Angriff agierte. Angeführt vom deutschen Nationalspieler Philipp Weber glich der SC beim 12:12 erstmals aus, der bullige Kreisläufer Alen Milosevic besorgte umgehend die Führung. Beim TVB spielte der Neuzugang David Schmidt, der im ersten Durchgang eine prima Leistung in der Deckung zeigte, nun auch im Angriff. Es entwickelte sich ein hart umkämpftes Match, in dem Leipzig zunächst leicht im Vorteil war – auch, weil der TVB bei einigen Abprallern Pech hatte oder nicht energisch genug war.

Nach 43 Minuten hatte sich Leipzig beim 19:17 die erste Zwei-Tore-Führung erspielt, die auch beim 20:18 (44.) und 21:19 (46.) noch Bestand hatte. Der TVB kämpfte jedoch verbissen um den Anschluss, den Tobias Schimmelbauer per Konter zum 21:20 herstellte. In der nächsten Aktion schickten die kleinlichen Schiedsrichter Nils Blümel und Jörg Loppaschewski den Linksaußen für zwei Minuten vom Feld. Der TVB-Trainer Jürgen Schweikardt regte sich darüber auf und kassierte ebenso eine Zeitstrafe. Der TVB musste also zwei Minuten mit zwei Mann in Unterzahl agieren.

Die überstand er nahezu schadlos. Der sehr gute Schmidt verkürzte zum 21:22, Michael Schweikardt traf acht Minuten vor dem Ende zum 22:22. Weber brachte Leipzig beim 23:22 per Kempa letztmals in Führung. Schmidt knallte den Ball zum 23:23 und 24:23 unter die Latte, Bitter parierte einen freien Wurf. Der TVB lief heiß und ließ sich auch nach dem 24:24 und von der erneut umstrittenen Zeitstrafe gegen Schimmelbauer (56.) nicht aus der Ruhe bringen. Bobby Schagen brachte sein Team zwei Minuten vor dem Ende per Siebenmeter mit 26:25 in Vorteil, Bitter blieb anschließend wieder Sieger im Duell mit Weber.
Den Auftaktsieg perfekt machte Simon Baumgarten 15 Sekunden vor dem Ende.

SC DHfK Leipzig: Putera, Guretzky; Semper (7), Weismach (6/2), Jurdzs, Baumgartl (1), Binder (1), Pieczkowski (1), Roscheck, Weber (5), Hellmann, Gebala, Milosevic (3), Oehlrich, Loser, Santos (2/1).
TVB 1898 Stuttgart: Bitter, Maier; Schimmelbauer (1), Weiß (3), Schagen (4/3), Schweikardt (2), Späth (1), Markotic (4), Baumgarten (3), Röthlisberger, von Deschwanden (2), Schmidt (4), Pfattheicher (3), Burmeister.

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