Im Gespräch mit Kai Häfner

Über 500 Spiele im Oberhaus und torgefährlicher denn je: Unser Rückraum-Routinier Kai Häfner spricht im Interview über die Entwicklung des Handballs, das Erfolgsgeheimnis hinter seiner Fitness und über die Zukunft des TVB. Außerdem verrät er, wie er abseits der Platte am liebsten abschaltet.
Kai, du spielst nun bereits seit 19 Jahren in der Handball-Bundesliga, was sind die größten Veränderungen im Handball, die du in dieser Zeit erleben durftest?
In den Jahren hat sich einiges getan, der Handball wurde nochmal schneller und dynamischer. Gerade die 1:1-Duelle sind deutlich häufiger geworden, früher wurde viel mehr aus der Distanz geworfen, von hinter der 9-Meter-Linie, das wird gerade eher vermieden, man versucht viel mehr aus Durchbrüchen zu freien Würfen zu kommen, das gab es früher nur über die Außen. Auch Mishas neues System mit vier Rückraumspielern wird immer häufiger adaptiert, nicht nur bei uns.
Du hast außerdem bereits über 500 Spiele in der Bundesliga absolviert und spielst trotzdem fast jedes Spiel im Angriff durch. Wie schaffst du es, immer weiter Spitzenleistungen abzurufen?
Ich achte natürlich grundsätzlich viel auf meine Fitness, meine Ernährung und auf meinen Körper. Gleichzeitig hilft es natürlich, dass ich wie in der Frage bereits erwähnt, fast nur noch im Angriff zum Einsatz komme und mich somit in den Abwehrsituationen ausruhen kann. Inzwischen gibt mir Misha auch hin und wieder einen Tag Trainingspause, das alles in Kombination mit etwas Glück führt dazu, dass ich immer noch alles auf dem Platz geben kann.
In der aktuellen Saison, die zugleich die erste unter Misha Kaufmann ist, bist du so torgefährlich wie noch nie. Wie profitierst du vom Spielsystem mit vier Rückraumspielern?
Ich glaube wir alle profitieren davon, das sieht man an unseren Leistungen über die Saison hinweg. Wir haben verstanden was er erreichen will, auch wenn wir es noch immer nicht zu 100 % umsetzen können. Wir arbeiten alle weiter daran, uns zu verbessern. Offensiv hilft es mir natürlich auch, dass ich mit den Strafwürfen eine neue Möglichkeit bekommen habe, mehr Verantwortung zu übernehmen. Außerdem hilft es, dass unser System auf sehr detaillierte Absprachen setzt und man so noch mehr von der Leistung der Mitspieler profitiert.
Im Vergleich zur vergangenen Saison hat sich eure Leistung in dieser stark gesteigert. Was ist aus deiner Sicht in den nächsten Jahren sportlich für den TVB möglich?
Wie gerade schon angesprochen, glaube ich, wenn wir die Entwicklung aus dem letzten Jahr fortsetzen und weiterhin so geschlossen als Mannschaft auftreten, noch viele Verbesserungen möglich sind. Wo genau es sportlich hingeht, ist immer schwer vorherzusagen, ich bin mir jedoch sicher, dass unser Weg weiterhin nach oben führt, wenn wir weiterhin so hart arbeiten.
Du bist als Rückraumrechter sowohl aus der Distanz als auch im 1:1 gefährlich, was macht aus deiner Sicht einen guten Rückraumspieler aus und worauf sollten junge Spieler auf deiner Position besonderen Wert legen?
Ich glaube das 1:1 hat in den letzten Jahren immer mehr an Bedeutung gewonnen und wird das auch weiterhin tun. Daher halte ich es für essenziell, diese Qualität zu schulen. Weiterhin ist es einfach wichtig, offen gegenüber Neuem zu sein und lernwillig zu bleiben, immer an sich zu arbeiten.
Was ist dein größtes Hobby abseits des Handballfeldes?
Mein größtes Hobby abseits des Handballfeldes ist es inzwischen, Zeit mit meiner tollen Familie zu verbringen. Wenn dann noch etwas Freizeit übrig bleibt, bin ich auch gerne mal auf dem Tennisplatz oder beim Padel spielen.




