Der jüngste Bundesligatrainer im Interview

Herr Siewert, Ihre Mannschaft steht aktuell mit 38:24 Punkten auf dem fünften Tabellenplatz. Wie zufrieden sind Sie mit der Punkteausbeute?

Natürlich sind wir nicht zufrieden mit der Anzahl der Minuspunkte, aber diese Saison hält für uns alle viele Unwägbarkeiten bereit. Wir haben noch einige Punktspiele vor uns, sodass man den aktuellen Zwischenstand auch nur als solchen bewertet. 

Die Punktausbeute ist für jeden Trainer aber nur die halbe Wahrheit. Wie sehen Sie die Entwicklung Ihrer Mannschaft und die Leistungen im Verlauf dieser Saison?

Wir haben seit der Winterpause einige Schwankungen in unseren Spielleistungen. Es ist uns nicht gelungen, den Rhythmus aus der Hinrunde mitzunehmen und die maximale Kontinuität zu liefern. Dennoch haben wir es bis ins Finale der European League geschafft und haben eine ordentliche Ausgangssituation für den Endspurt in der Bundesliga.

Gegen die Top 4 der Liga – Kiel, Flensburg, Rhein-Neckar Löwen und Magdeburg – gelang Ihrer Mannschaft bisher nur ein Sieg. Was fehlt Ihrer Mannschaft in dieser Saison zu diesen Spitzenteams?

Jedes Spiel hatte seine eigenen Charakteristika und es fällt schwer, dort ein allgemein gültiges Urteil zu fällen. Wir waren ein paar Mal knapp dran, aber haben dann dieses letzte Momentum nicht bekommen und so eben auch keine Punkte geholt.

Für Ihre erste Saison als Cheftrainer bei den Füchsen hätten Sie sich sicher ganz andere Rahmenbedingungen gewünscht. Welche positiven Aspekte nehmen Sie aus dieser speziellen Situation mit, welche ansonsten nie eingetreten wären?

Die Konzentration auf das Beeinflussbare. Es gab in dieser Saison sehr viele Aspekte, welche nicht in der Hand der Spieler oder Trainer lagen, sodass man sich noch mehr auf die eigenen Parameter konzentrieren musste und konnte. Außerdem hat man sicherlich viel im Bereich der Flexibilität und Spontanität dazu gelernt, da man immer wieder auf kurzfristige Änderungen reagieren musste.

Das Mittelfeld der LIQUI MOLY Handball-Bundesliga ist sehr breit und ausgeglichen. Die WILD BOYS stehen eher am Ende und Ihre Mannschaft an der Spitze dieses Mittelfeldes. In den Spielen dieser Teams untereinander entscheiden oft Kleinigkeiten. Was wird für Ihre Mannschaft gegen den TVB entscheidend sein?

In erster Linie wollen und müssen wir auf uns gucken, um erstmal ein Optimum abzurufen. Natürlich muss man bei Stuttgart auf die zum einen schnellen und trotzdem wurfstarken Rückraumspieler achten, genauso wie die starken Konterspieler auf den Außen. Außerdem ist Jürgen Schweikardt immer gern für ein 7-gegen-6 zu haben, welches sehr unangenehmen zu verteidigen ist.

Es ist bereits Anfang Juni und die Teams haben noch sechs bis acht Spiele zu absolvieren. Woher nimmt Ihre Mannschaft zu diesem Zeitpunkt der Saison noch die Kraft und auch die Konzentration in den harten Spielen der LIQUI MOLY Handball-Bundesliga, speziell nach dem knapp verpassten Coup im Europapokal?

Das ist wirklich eine große Herausforderung für uns alle, dennoch muss man immer wieder betonen, dass der Spielbetrieb im Profibereich in der heutigen Zeit weiterhin ein Privileg ist. Natürlich sind die Spieler am Ende ihrer Kräfte und besonders im mentalen Bereich wird es immer mehr zu einem Kraftakt. Da passt es ganz gut, dass die Sonne wieder etwas öfter scheint und man in absehbarer Zeit mal wieder einen Kaffee draußen trinken kann. Außerdem hat man noch Ziele vor Augen, welche man erreichen will.

Bildquelle: Oliver Vogler

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