Unsere Nummer 3 im Interview

Der wurfgewaltige 24-jährige Rückraumspieler Max Häfner hat uns Rede und Antwort gestanden. Er kommt in dieser Saison bei 26 Spielen auf 70 Tore und 45 Assists. Seit 2017 trägt er das blau-weiße TVB-Trikot. Wir sagen: Hand auf´s Herz lieber Max!

Am vergangenen Spieltag konntet ihr im Derby gegen FRISCH AUF! Göppingen mit einem 28:26-Heimerfolg zwei wichtige Punkte einfahren. Wie wichtig war dieser Sieg für Euch im Hinblick auf die vorherige Niederlagenserie?

Der Sieg war sehr wichtig für uns! Ich glaube, dass damit der Mannschaft eine große Last von den Schultern gefallen ist. Auch psychologisch mit den fünf Niederlagen im Gepäck war das für uns nicht leicht. Deshalb war es umso schöner zu gewinnen und das Gefühl wieder zu haben, gewinnen zu können. Wenn wir unsere Leistung bringen, dann können wir gegen viele Mannschaften in dieser Liga gewinnen.

Ihr steht mit 23 Zählern auf Platz 13 der Tabelle, zwischenzeitlich wart ihr auf dem ersten Tabellenplatz. Wie zufrieden bist Du mit dem Saisonverlauf und was sind Eure Ziele für die restliche Saison?

Die Ziele sind relativ einfach gesagt: Wir möchten so viele Punkte wie möglich sammeln. Welche Platzierung es am Ende wird, ist schwierig vorherzusagen, weil andere Teams auch noch punkten können. Wir möchten so viele Spiele wie nur möglich gewinnen und zu alter Stärke zurückfinden. Mit dem bisherigen Saisonverlauf bin ich grundsätzlich zufrieden. Wir haben aktuell 23 Punkte, was zuvor noch keine TVB-Mannschaft geschafft hat. Die Saison wirkt etwas schlechter als sie eigentlich ist. Das kommt daher, dass wir zwischenzeitlich Tabellenführer und jetzt 13. sind. Wir haben auch gegen die eine oder andere Mannschaft, gegen die wir eine andere Erwartungshaltung hatten, verloren. Insgesamt finde ich die Saison gut, trotzdem wären ein paar weitere Punkte schön.

Ihr spielt seit Monaten vor leeren Zuschauerrängen aufgrund der anhaltenden Pandemie. Wie fühlen sich die Partien ohne Zuschauer an? 

Die Spiele ohne Zuschauer fühlen sich schon komisch und schlechter als mit Zuschauern an. Wir wünschen uns alle volle Ränge, egal ob auswärts oder daheim. Es macht einfach mit Fans mehr Spaß und da kommt auch ein gewisses Feeling von den Rängen zum Tragen. Nichtsdestotrotz gewöhnt man sich daran, in leeren Hallen zu spielen. Das ist natürlich schade, aber es lässt sich leider nicht ändern.

Nach einem Bänderriss und einer Bandscheiben-Operation musstest Du 2018 ein halbes Jahr pausieren. Wie schwer war diese Zeit für Dich?

Egal, ob ein Kollege oder man selbst. Sich zu verletzen und eine Reha zu machen, ist immer eine schwierige Zeit. Man kann dann nicht das machen, was einem Spaß macht. Man wird als Mannschaftssportler, der ja tagtäglich mit anderen Teamkollegen seinen Sport ausübt, zum Einzelsportler in der Reha. Da ist man nur auf sich selbst fokussiert und das war eine komische Situation. Unter dem Strich gehören Verletzungen zum Sport dazu und das ist auch jedem bewusst. Es gibt nur wenige Spieler, die ohne eine Verletzung durch ihre sportliche Karriere kommen. 

Du läufst nie ohne Fußgelenksbandagen an beiden Knöcheln auf die Platte. Was hat es eigentlich damit auf sich?

Die trage ich im Spiel als auch im Training aus prophylaktischen Gründen. Ich hatte auch schon vor meiner Zeit beim TVB einige Sprunggelenksverletzungen. Demzufolge sagt man sich irgendwann, dass man das mithilfe von Schienen, Bandagen oder Tapes vorbeugen sollte. Das Tape ist für mich keine optimale Lösung, weil ich mich damit nicht so wohl fühle. Deswegen trage ich Bandagen. Mit denen komme ich gut zurecht und seitdem ich sie trage bin ich von Verletzungen verschont geblieben.

Deine Position ist in der Mitte des Rückraums. Welche Voraussetzungen muss man speziell auf dieser Position erfüllen, um besonders erfolgreich zu sein?

Es schadet grundsätzlich nicht, ein gutes Spielverständnis bzw. eine Spielintelligenz mitzubringen – ein Spiel „lesen“ und seine Mitspieler in Szene setzen zu können. Außerdem ist es der Fall, dass heute Mittelmänner deutlich torgefährlicher sind, wie das noch vor 20 Jahren der Fall war. Die Spielintelligenz und Torgefahr sehe ich als die wichtigsten Punkte auf meiner Position.

Dein älterer Bruder Kai, ebenfalls erfolgreicher Handballprofi, ist derzeit bei MT Melsungen unter Vertrag. Er ist unter anderem Europameister und hat mehr als 300 Bundesliga-Spiele bestritten. Was für ein Verhältnis pflegt ihr und ist er für Dich ein Vorbild?

Wir pflegen beide ein sehr gutes Verhältnis zueinander. Auch mit meinem anderen Bruder verstehe ich mich sehr gut. Wir haben regelmäßigen Kontakt über das Telefon oder Facetime und tauschen uns über unsere Situationen, sei es im Privatleben oder Beruf, aus. Da habe ich zu Kai und Jan einen guten Kontakt. Kai war in gewisser Weise ein Vorbild, klar. Es ist aber trotzdem schwierig zu vergleichen, weil er auf einer anderen Position spielt und der anderen Hand wirft. Mit seinem sportlichen und schulischen Werdegang war und ist er ein Vorbild für mich. Ich bin mächtig stolz auf das, was er bisher erreicht hat. 

Zur Saison 2017/18 bist Du aus der vierten Liga vom TSB Schwäbisch Gmünd in die erste Liga zum TVB Stuttgart gewechselt. Wie groß war dieser Schritt in der Nachbetrachtung für Dich?

Das war eine große Umstellung und ein großer Schritt für mich. Zum einen ist der Trainingsumfang deutlich höher. Man trainiert häufiger und intensiver. Das ist eine Umstellung für den Kopf und Körper, an die man sich erst einmal gewöhnen muss. Die Detailarbeit ist in der ersten Liga deutlich größer. Ich habe Gott sei Dank schon ein Jahr bevor ich zum TVB gewechselt bin, über weite Strecken mittrainiert. Da konnte ich mich schon etwas daran gewöhnen. 

Nachdem ihr am ersten Spieltag dieser Saison in Mannheim eine 20:30-Niederlage einstecken musstet, sind die Rhein-Neckar Löwen am Sonntag zum Rückspiel in der Porsche-Arena zu Gast. Wie sieht euer Matchplan aus, um die Partie erfolgreicher zu gestalten wie das Hinspiel?

Wir werden uns wie auf jedes andere Spiel bestmöglich vorbereiten, damit sich so etwas, wie im Hinspiel nicht wiederholt. Damals mussten wir uns mit dem ein oder anderen neuen Spieler zunächst finden. Da sind wir jetzt schon ein paar Schritte weiter. Wir sind nun besser eingespielt. Auch wenn wir zuhause spielen, gehen wir als Außenseiter ins Spiel. Nichtsdestotrotz wollen wir die Löwen so lange wie möglich ärgern und Minimum ein Punkt bei uns behalten. 

Kommen wir mal weg vom Handball und widmen uns Deiner Hochschulkarriere. An der Pädagogischen Hochschule Schwäbisch Gmünd studierst Du Mathematik und Sport auf Lehramt. Was macht Dein Studium?

Mein Studium läuft! In den Corona-Semestern konnte ich einen guten Schritt nach vorne machen, weil ich sehr viele Online-Vorlesungen wahrnehmen konnte. Zeitlich und organisatorisch war das für mich vorteilhaft. Ich brauche etwas länger als meine Kommilitonen, weil es eben sehr schwierig ist, alles unter einen Hut zu bekommen. Viel Training, Reisen durch ganz Deutschland und Präsenzveranstaltungen. Daher ist es nicht ganz einfach, aber mir war das von vorneherein bewusst, dass ich etwas länger brauche. Ich bin guter Dinge, dass ich es zeitnah fertigbekomme. 

Es ist auffällig, dass Du gerne Deine Frisur änderst. Mal hast Du die Haare sehr kurz und ein anderes Mal trägst Du sie oben länger. Welche Frisur trägst Du denn am liebsten?

Ich bin da ganz offen und habe keinen Favoriten. Beide Frisuren haben ihre Vor- und Nachteile – sei es vom Pflegen, Trocknen und Schwitzen. Daher kann ich mich schwer entscheiden, aber momentan lasse ich sie wieder wachsen und das bleibt auch erst einmal so.

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