TVB-Linksaußen Patrick Zieker im Interview

Unsere Nummer 25 spricht im Interview über die Rückkehr in die Heimat nach der Zeit in Lemgo und wie er Handball und Familie unter einen Hut bringt. Mittlerweile ist der 27-Jährige zweifacher Familienvater und seit nun über eineinhalb Jahren zurück im Schwabenländle.

Hallo Patrick, nach sieben Jahren in Lemgo bist du 2019 in deine Heimat nach Stuttgart zurückgekehrt. Was hast du am meisten am Schwabenländle vermisst?

Am meisten vermisst habe ich sicherlich meine Familie. Jetzt gibt es einige Dinge, die man wieder miterleben kann, weil man in der näheren Umgebung wohnt, wie beispielsweise Familienfeste. 

Du spielst aktuell deine zweite Saison für den TVB und hast deinen Vertrag Anfang des Jahres um zwei weitere Jahre verlängert. Was macht den TVB für dich aus? Was für ein Potenzial siehst du in dem Verein / der Mannschaft für die Zukunft?

Der TVB hat wahnsinniges Potenzial und war schon immer ein spannendes Projekt. Ich habe es schon öfters betont, man muss ja sehen, wo der Verein herkommt und wie schnell der TVB das alles geschafft hat. Ich glaube, dass diese Entwicklung noch lange nicht zu Ende ist, gerade mit dem Umzug nach Stuttgart ist noch viel Potenzial da und von daher bin ich froh, Teil des Projektes zu sein, freue mich auf die Zukunft und hoffe, dass wir mittelfristig auch die nächsten Schritte gehen können. 

In der vergangenen Saison warst du bester Torschütze beim TVB mit 144 Toren. Aktuell stehst du bei 74 Treffern. Nimmt man sich jede Spielzeit mehr Tore vor oder wie steckst du dir persönlich deine Ziele?

Es ist schwer, sich mehr Tore vorzunehmen, weil das natürlich von vielen Faktoren abhängt, die man nicht immer nur selber beeinflussen kann. Was ich mir jedes Jahr vornehme, ist, jedes Jahr konstanter zu werden und meine Effektivität so hoch wie möglich zu schrauben. Das sind eigentlich die Ziele, die ich mir setze und ob dann am Ende 120 Tore auf der Liste stehen oder nur 99 ist mir relativ egal. Ich möchte meinen Teil zum mannschaftlichen Erfolg beitragen und dazu gehört Effektivität.

Du wurdest Anfang 2020 in den Handball-Europmeisterschafts-Kader der Nationalmannschaft berufen und hast dort dein Debüt beim Testspiel gegen Island am 04.01.2020 gegeben. Was hast du für die Zukunft noch für Ziele in Bezug auf die deutsche Nationalmannschaft?

Ja, natürlich ist und bleibt es nach wie vor ein großes Ziel von mir, wieder für die deutsche Nationalmannschaft zu spielen. Ich durfte es mitterleben und es war eine riesengroße Ehre für mich und hat einfach wahnsinnig Spaß gemacht, deshalb ist es nach wie vor Ziel für mich, da wieder reinzukommen. Ich muss einfach meine Leistung im Verein bringen, so konstant wie möglich und so gut wie möglich und dann hoffen, dass der Bundestrainer das sieht und ich wieder eine Möglichkeit bekomme, für Deutschland zu spielen. Das ist ein Ziel für mich, für das ich weiterhin alles geben werde.

Du hast zwei kleine Kinder, die neben dem Handball vermutlich die meiste Zeit in deinem Leben einnehmen. Ist es manchmal schwierig, beides unter einen Hut zu bekommen? Wie managest du das?

Die meiste Zeit geht sicherlich für die Familie drauf, aber das will ich auch so. Ich bin ein Familienmensch durch und durch und genieße jede Zeit, die ich zu Hause mit Frau und Kindern habe. Das meiste bekommt aber dann doch meine Frau ab. Von daher denke ich, es ist für sie am schwierigsten, alles unter einen Hut zu bekommen und die Kinder dann doch alleine fertig zu machen, wenn ich dann mal im Training bin. 

Wie verbringst du die Zeit mit deiner Familie am liebsten? 

Die Zeit mit der Familie verbringen wir mit unterschiedlichen Sachen, hauptsache wir sind zusammen. Was wir dann genau machen, ist letztendlich zweitrangig. Wir verbringen viel Zeit draußen mit unseren Hunden, unter anderem auch im Garten und versuchen, unserem Größeren da etwas Abwechslung zu bieten. 

Über ein Jahr ist es her, dass ihr vor einer vollen Halle spielen konntet. Irgendwie hat man sich an Geisterspiele mittlerweile leider gewöhnt. Wie kommst du, abseits vom Handballfeld, mit der aktuellen Situation zu recht? Was vermisst du am „normalen“ Leben am meisten?

Es ist sicherlich für alle nach wie vor eine sehr komische und nicht zufriedenstellende Situation, weshalb ich auch nicht so sehr darauf eingehen möchte, was mir persönlich fehlt. Wir haben das Glück, dass wir unsere Arbeit immer noch ausführen können, auch wenn es sicherlich eine andere ist vor leeren Hallen. Ich bin aber einfach froh, dass ich jeden Tag zur Arbeit fahren kann. Dass jeder etwas an der Situation auszusetzen hat, ist wohl klar und auch verständlich, aber man muss sich dann auch einfach darauf besinnen, dass es anderen mit Sicherheit viel schlechter geht. Trotzdem hoffe ich natürlich, dass sich alles so schnell wie möglich wieder normalisiert. 

Mittlerweile seid ihr Profisportler ja Profis, was einen coronakonformen Ablauf von Trainingseinheiten und Spielen angeht. Nimm uns mal ein bisschen mit hinter die Kulissen. Wie sieht ein klassischer Trainings- bzw. Spieltag in Zeiten von Corona aus? Ist Corona eine große Belastung für euch Sportler oder hat man sich da mittlerweile daran gewöhnt und kann das Thema weitestgehend ausblenden?

Corona spielt überall ein großes Thema und so ist es eben auch im Trainings- und Spielbetrieb. Es ist so, dass die Anzahl pro Personen in einer Kabine reduziert ist, sodass wir da einen möglichst großen Abstand haben. Videositzungen machen wir in der großen Halle mit FFP2-Masken, um jegliche Risiken zu minimieren. Der Trainingsbetrieb an sich sieht eigentlich normal aus. Wir trainieren ganz normal, führen ganz normale Zweikämpfe. Nach dem Training ist es dann eben wieder wie vor dem Training, zusammen zu sitzen ist da einfach nicht wirklich möglich. 

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