Die Recken nach holprigem Saisonstart zu Gast in Stuttgart

Die Corona Pandemie hat auch die LIQUI MOLY Handball-Bundesliga fest im Griff. Bereits fünf Spielverlegungen für den siebten Spieltag wurden vermeldet. Als Corona Treiber werden die Qualifikationsspiele zur Europameisterschaft vermutet. Johannes „Jogi“ Bitter wurde nach den Partien mit der Nationalmannschaft positiv getestet und fehlt seinem Team, dem TVB Stuttgart, nun. Somit mussten nun auch die beiden Göppinger Sebastian Heymann und Marcel Schiller, die mit Bitter eine Fahrgemeinschaft gebildet hatten, in Quarantäne. Aus diesem Grund fiel die Partie der Göppinger in Hannover aus. Aber auch der THW Kiel, die Füchse Berlin, die SG Flensburg Handewitt und die MT Melsungen, sowie der SC DHfK Leipzig TUSEM Essen, die TSV GWD Minden und auch der Bergische HC mussten pausieren. „Es wird schwer, sich auf den Handball zu konzentrieren“, hatte Magdeburgs Coach Bennet Wiegert nach der 31:33-Niederlage gegen die Rhein-Neckar Löwen eingeräumt. Freuen konnte sich dagegen sein Balinger Trainerkollege Jens Bürkle, der mit seiner Mannschaft auswärts in Lemgo mit 26:32 gewann und dabei mit seinem Team die ersten beiden Punkte der Saison ergatterte.

Nicht mit Ruhm bekleckerte sich dagegen der TVB Stuttgart in Erlangen, wo es für die WILD BOYS eine 34:25 Niederlage gab. In den ersten Minuten waren die Gäste die dominierende Mannschaft, lagen mit 4:8 in Führung. Dann kassierte Elvar Asgeirsson eine Zeitstrafe und von da an verlor die Mannschaft den Zugriff zum Spiel. Die Heimmannschaft kam immer näher heran und glich kurz vor der Pause aus. In Halbzeit zwei scheiterten die Angreifer der WILD BOYS insgesamt 18 Mal an Erlangens Keeper Martin Ziemer. Auf der Gegenseite drehten die Gastgeber auf. „Wir haben es nicht mehr geschafft, die Erlanger Rückraumschützen auf Abstand zu halten“, merkte TVB-Coach Jürgen Schweikardt nach der Partie an.

Zuvor hatte sich der TVB gegen den SC DHfK Leipzig mit 30:24 durchgesetzt und für zwei Tage gar die Tabellenführung in der LIQUI MOLY Handball-Bundesliga übernommen. SKY Co-Kommentator Stefan Kretzschmar lobte nach der Partie: „Jogi Bitter war heute in Weltauswahlform“ und ergänzte: „Er steht Welttorhüter Niklas Landin in nichts nach.“ Damit war neben dem starken Kreisläufer Zharko Peshevski und der ausgezeichneten Abwehr ein weiterer Erfolgsgarant genannt.

Am Samstagabend ist nun die TSV Hannover-Burgdorf, die am Donnerstag coronabedingt spielfrei hatte, zu Gast bei den WILD BOYS. In der riesigen Porsche-Arena werden bei dieser Partie aufgrund der Vorschriften zur Pandemie-Eindämmung allerdings erstmals in dieser Saison keine Zuschauer dabei sein. „Das ist sehr schade, aber wir müssen uns eben an die aktuellen Pandemie-Verordnungen halten“, bedauert der Geschäftsführer und Trainer des TVB, Jürgen Schweikardt. Er muss auch auf Torhüter Johannes „Jogi“ Bitter verzichten, der sich nach wie vor in Quarantäne befindet. „Wir müssen eben jetzt das Beste aus dieser Situation machen“, verdeutlicht Jürgen Schweikardt und fordert „eine bessere zweite Halbzeit als zuletzt in Erlangen.“

Die Niedersachsen haben sich vom bisherigen Saisonverlauf sicherlich deutlich mehr erhofft. Allerdings hatten sie nach der letzten Runde, in der sie sich ein Europa League-Startplatz gesichert hatten, namenhafte Abgänge zu verzeichnen. Immerhin verließen unter anderem mit Timo Kastening, Morten Olsen und Mike Patrail einige ausgezeichnete Stammkräfte die Hannoveraner. Dennoch stehen mit Fabian Böhm, Torhüter Domenico Ebner, Johan Hansen, Nejc Cehte, Alfred Jönsson, Filip Kuzmanovski, Ilija Brozovic und Ivan Martinovic acht Nationalspieler im Kader der Recken. Mit einem ausgeglichenen Punktekonto von 6:6 stehen sie derzeit aber nur auf einem Mittelfeldplatz. Dabei hätte es durchaus auch mehr Punkte sein können, wie es sich auch Sportchef Sven-Sören Christophersen erhofft hatte. Die beiden Punktverluste gegen den Bergischen HC und die Eulen Ludwigshafen waren so sicherlich nicht eingeplant. Zudem führte Hannover in beiden Partien kurz vor Schluss. Somit stehen die Niedersachsen am Samstag schon etwas unter Druck. Ihr spanisches Trainer-Duo Carlos Ortega und Iker Romero wird sich also sicherlich etwas einfallen lassen, um die WILD BOYS aus der Spur zu bringen. Etwas ganz Besonderes ausgedacht hat sich bereits Geschäftsführer Korsen, um die finanziellen Folgen der Corona Pandemie mit Geisterspielen etwas abzumildern. Anhänger können für rund EUR 30,- ihren persönlichen Pappaufsteller erwerben und diesen in der Halle platzieren lassen.

Sportlich gesehen war für die WILD BOYS gegen Hannover in der letzten Runde nichts zu holen. Sowohl zuhause als auch auswärts ging der TVB Stuttgart jeweils leer aus. „Gegen die Niedersachsen haben wir einiges gut zu machen“, räumt TVB Coach Jürgen Schweikardt ein, gibt sich aber für das Spiel am Samstag zuversichtlich: „Wir werden unsere Mannschaft so einstellen, dass wir auch ohne „Jogi“ Bitter gegen die Recken eine Chance haben zu gewinnen.“    

Quelle: Joachim Gröser

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