Häfner rettet dem TVB einen verdienten Punkt

Der Handball-Erstligist TVB 1898 Stuttgart hat sich gegen FA Göppingen beim 26:26 (11:13) ein verdientes Unentschieden erkämpft. 6211 Zuschauer in der ausverkauften Porsche-Arena sahen ein spannendes, emotionsgeladenes Derby. Fünf Minuten vor dem Ende ging der TVB erstmals in Führung – und geriet erneut in Rückstand. Max Häfner rettete mit dem finalen Wurf den Punkt.

Samuel Röthlisberger ließ sich nach getaner Arbeit auf die Auswechselbank plumpsen und atmete erstmal tief durch. „Kämpferisch geht’s nicht besser“, sagte der Schweizer in Diensten des TVB. „Das war ein geiles Spiel, da war alles drin, der Punkt für uns geht völlig in Ordnung.“
Dringend nötig hatten weder der TVB noch die Göppinger die Punkte – über weite Strecken indes sah’s so aus. Beide Teams gaben keinen Zentimeter nach. Die Schiedsrichter Hanspeter Brodbeck und Simon Reich hatten alle Hände voll zu tun in einem Spiel, das sich auch zum hochklassigen Duell der beiden starken Torhüter Jogi Bitter und Primosz Prost entwickelte.

Der Favorit aus Göppingen erwischte den besseren Start im Derby, das zunächst von etlichen Fehlern geprägt war. Tim Kneule brachte die Gäste mit 3:1 in Führung (4.). Der TVB agierte im Angriff zu zappelig und ließ einige Chancen gegen Prost liegen, doch auch Bitter schnappte sich den einen oder anderen freien Wurf. Jakob Bagersted sorgte beim 6:3 (11.) für die erste Drei-Tore-Führung der Göppinger. Probleme hatte die TVB-Defensive vor allem mit dem Kreisspiel über den guten Kresimir Kozina.

Doch die Stuttgarter kämpften sich in die Partie, Tobias Schimmelbauer konterte zum 8:8-Ausgleich (15.). Fortan war das Derby ausgeglichen, wobei Göppingen stets knapp vorlegte. Michael Schweikardt vergab in der 23. Minute beim 9:9 vom Siebenmeterstrich die Chance zu ersten Führung des Heimteams. Zwei Minuten später war das Match für Bagersted nach der dritten Zeitstrafe beendet.

In der hektischen Schlussphase der ersten 30 Minuten nutzten die Göppinger leichte Fehler des TVB und gingen mit der 13:11-Führung in die Pause. Das Heimteam hatte allen Grund zum Ärger, wäre doch deutlich mehr möglich gewesen. Zwölf Fehlwürfe und fünf technische Fehler verhinderten ein besseres Resultat.
Freilich war noch alles drin, und im zweiten Durchgang nahm die Intensität noch zu. Richtig Fahrt auf nahm David Schmidt. Der Linkshänder des TVB übernahm im Rückraum immer wieder Verantwortung, erzielte mit einem Doppelpack das 13:13 und auch das 15:15 (37.). Nicht so durchschlagskräftig war der TVB auf der anderen Rückraumseite, weil Dominik Weiß nicht ins Spiel fand. Zudem machte die Strafwurfausbeute zu schaffen: Nur einer von fünf Versuchen landete im Netz.

So rannte der TVB auch nach der Pause einem knappen Rückstand hinterher, kämpfte aber weiterhin verbissen und ließ den Gegner auch nach den 15:18- und 17:20-Rückständen (41.) nicht enteilen. Der mutige Max Häfner egalisierte zum 20:20 (44.) und 22:22 (49.). Im Anschluss scheiteret Schweikardt erneut vom Strich an Prost. Es sollte einfach nichts werden mit der ersten Führung.

Selbst die eine oder andere Glanztat Bitters nutzte der TVB nicht als Vorlage. Fünf Minuten vor dem Ende wurde das Heimteam schließlich für seine Bemühungen belohnt: Schmidt donnerte den Ball zum 24:23 ins Göppinger Gehäuse. Die Gäste antworteten mit einem feinen Kempator durch Ivan Sliskovic zum 24:24. Pfattheicher traf zum 25:24 und hatte mit dem nächsten Angriff, 120 Sekunden vor Schluss, die Chance auf die Vorentscheidung. Der Rechtsaußen zeigte gegen Prost aber Nerven.

Nach den Treffern von Joscha Ritterbach und Kozina zum 25:26 steuerte der TVB einer unglücklichen Niederlage entgegen. Sieben Sekunden blieben nach einer Auszeit noch, um den hochverdienten Punkt zu retten. Der Youngster übernahm Verantwortung: Prost ließ Häfners Wurf zum 26:26 durch die Finger rutschen.

Quelle:Thomas Wagner / ZVW

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