Wiedersehen in der Scharrena mit Bastian Rutschmann

Von 2009 bis 2011 trug Bastian Rutschmann das Trikot des damaligen Handball-Zweitligisten TV Bittenfeld. Am Sonntag kehrt der Torhüter, gerade genesen von einer Wadenverletzung, mit dem Bergischen HC zurück und erinnert sich gerne an die alten Tage. „Ich hatte viel Spaß in den zwei Jahren in Bittenfeld“, sagt der 35-Jährige.

Zur Saison 2009/2010 stand der TV Bittenfeld vor einem Problem: Den isländischen Nationalspieler Björgvin Gustavsson zog’s nach zwei Jahren beim TVB zu den Kadetten Schaffhausen in die Schweiz. Auf der Suche nach einem Nachfolger wurden die Bittenfelder im hohen Norden fündig: Bastian Rutschmann kam vom Zweitligisten Wilhelmshavener HV. Acht Jahre später ist Rutschmann erneut Gustavssons Nachfolger geworden – bei den Bergischen Löwen. Dazwischen lagen vier weitere Stationen. Sechs Jahre spielte „Rutscher“ für Frisch Auf Göppingen, den HBW Balingen-Weilstetten und die Rhein-Neckar Löwen.

An den TVB hat der Torhüter ganz besondere Erinnerungen – nicht nur, weil der gebürtige Karlsruher mit dem Wechsel wieder zurück in den Süden der Republik kam. „Der TVB war für mich das Sprungbrett in die ersten Liga“, sagt Rutschmann. Göppingen lockte den ehrgeizigen Keeper damals.

Start mit dem Bergischen HC in Liga 2

Nach der Saison 2016/2017, Rutschmann spielte inzwischen zum zweiten Mal für Frisch Auf, lief der Vertrag aus. „Die Gespräche stockten, die Göppinger hatten mit Daniel Rebmann eine andere Option“, sagt Rutschmann. Ein Angebot aus Lissabon lag ihm vor, zwei Erstligisten zeigten Interesse. Rutschmann entschied sich für den Bergischen HC – auch aus privaten Gründen. „Meine Freundin Linda kommt aus der Nähe von Bielefeld“, sagt er. „Ich habe ihr gesagt, dass ich auch mal zu einem Verein in die Nähe ihrer Heimat wechseln würde, wenn sportlich alles passt.“

Der Bergische HC, entstanden durch den Zusammenschluss der Clubs aus Solingen und Wuppertal, hatte große Ambitionen – und stieg überraschend ab. Rutschmanns Zweijahres-Engagement startete also in der zweiten Liga. „Ich denke, wir haben den Betriebsunfall gut überstanden“, sagt Rutschmann.

Gebrochener Zeigefinger bedeutet zwei Monate Pause

Möglicherweise hat der Abstieg dem BHC sogar gutgetan. „Wir mussten in der vergangenen Saison sieben neue Spieler integrieren, das ist in der zweiten Liga deutlich einfacher, weil die Qualität der Gegner nicht so groß ist wie in der ersten Liga.“ Nun sei das Team gut eingespielt und habe sich sinnvoll verstärkt. Die Spieler passten auch menschlich sehr gut zusammen, „da haben die Verantwortlichen ein gutes Gespür bewiesen“.

Die überragende Zweitliga-Saison beendeten die Löwen mit lediglich sechs Verlustpunkten als Meister, dabei war Rutschmann wegen eines gebrochenen Zeigefingers zwei Monate außer Betrieb. Das war einerseits ärgerlich, andererseits hatte der Keeper zu dieser Zeit genügend Ablenkung: Am 11. Oktober kam Sohn Luis zur Welt.

Kurz-Comeback gegen Lemgo

Unfreiwillig ein bisschen mehr Zeit für den Nachwuchs hatte Rutschmann auch in den ersten Wochen der aktuellen Saison: Im Pokalspiel gegen den VfL Pfullingen zog er sich einen Einriss in der Muskelfaszie der linken Wade zu. Erst beim jüngsten, formidablen Sieg gegen den TBV Lemgo feierte Rutschmann ein Kurz-Comeback.

Das sei eigentlich schon in Magdeburg geplant gewesen, aber noch einmal verschoben worden. „Das war wohl vernünftig“, sagt Rutschmann und lacht. „Ich kenne mich ja, wenn ich auf dem Spielfeld stehe, denke ich nicht an die Wade.“

Auch mit 35 Jahren körperlich fit, aber den Plan B im Kopf

Nun ist Rutschmann wieder voll belastbar und bereit für neue Taten. Im Dezember feiert er seinen 36. Geburtstag, zum alten Eisen indes zählt er sich längst noch nicht. „Körperlich bin ich auf einem Niveau, dass ich noch vier, fünf Jahren spielen könnte“, sagt er. „Ob’s sportlich reicht, müssen der Trainer und Manager beurteilen.“

Am Ende der Saison läuft Rutschmanns Vertrag bei den Löwen aus, demnächst stehen Gespräche an. „Ich habe noch großen Spaß, es bricht aber keine Welt für mich zusammen, falls es nicht weitergehen sollte.“ Er habe „Plan B“ im Hinterkopf und sei deshalb sehr entspannt. „Ich kann mir auch vorstellen, in einem anderen Bereich beim BHC tätig zu werden“, sagt der studierte Betriebswirtschaftler.

Auf Augenhöhe mit dem TVB

Zunächst indes gilt Rutschmanns Konzentration der kommenden Aufgabe. Der Aufsteiger hat mit 6:4 Punkten einen tollen Start hingelegt, fegte Erlangen und Lemgo mit jeweils neun Toren Differenz vom Platz und hielt gegen Hannover und Magdeburg prima mit. „Wir sehen uns auf Augenhöhe mit dem TVB“, sagt Rutschmann, der glaubt, dass sich beide Clubs in der ersten Liga etablieren werden. Dass der TVB den Sprung in die höchste deutsche Spielklasse geschafft hat, war für Rutschmann keine Überraschung. „Die Entwicklung war vorauszusehen, schon zu meiner Zeit war das Umfeld in Bittenfeld auf Erstliga-Niveau.“

In der Scharrena freut sich Bastian Rutschmann auf das Wiedersehen mit den alten TVB-Kämpen Jürgen und Michael Schweikardt, Simon Baumgarten und Dominik Weiß. Mit Michael Kraus und Manuel Späth spielte Rutschmann zusammen bei Frisch Auf Göppingen, David Schmidt kommt wie er aus Ettlingen. „Während des Spiels denke ich aber nicht daran, welches Trikot ich schon getragen habe“, sagt Rutschmann. „Wir möchten gewinnen, nach dem Spiel können wir gerne ein Bierchen trinken.“

Quelle: Thomas Wagner / ZVW

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