Der TVB verweigert an der ersten Hürde

Dem Handball-Erstligisten TVB 1898 Stuttgart ist der Saisonauftakt gründlich misslungen: In der ersten Runde des DHB-Pokalwettbewerbs scheiterte das Team von Trainer Jürgen Schweikardt in Horkheim am Zweitligisten DJK Rimpar Wölfe. Bei der 26:29-Niederlage (11:15) präsentierte sich der TVB allen voran in den ersten 30 Minuten äußerst schwach.

Mit dem Einzug in die zweite Pokalrunde wollte der TVB fünf Tage vor dem ersten Punktspiel in Leipzig noch einmal Selbstvertrauen sammeln. Der über weite Strecken nicht erstligataugliche Auftritt in der Horkheimer Stauwehrhalle indes stimmt eher bedenklich. Selbst der redegewandte Jürgen Schweikardt hatte Mühe, die richtigen Worte zu finden. „Ich kann’s immer noch nicht richtig glauben“, sagte der Trainer unmittelbar nach der Schlusssirene. „Nach 15 Minuten war das Spiel für uns mental gegessen, wir haben uns von dem Rückstand und ein paar Pfiffen gegen uns total verunsichern lassen und sind da nicht mehr rausgekommen.“

Dabei waren die Voraussetzungen alles andere als schlecht. Dominik Weiß feierte nach einer langwierigen Schulterverletzung sein überraschendes Comeback, damit fehlte lediglich Michael Kraus (Bänderverletzung). Deutlich größere personelle Sorgen dagegen hatte der Zweitligist, doch von einem Klassenunterschied war von Beginn an nichts zu sehen – im Gegenteil: Die Wölfe aus Rimpar kämpften in der Abwehr leidenschaftlich und suchten vorne geduldig ihre Chancen. Und der TVB? Der agierte schläfrig in der Defensive sowie inspirationslos und behäbig im Angriff.

Nach elf Minuten traf der starke Linkshänder Steffen Kaufmann zum 6:3 für den Außenseiter, Max Bauer legte zum 7:4 (15.) und 9:6 (19.) nach. Die deutliche Ansage des TVB-Trainers Jürgen Schweikardt in der Auszeit fruchtete nicht. Sein Team wirkte weiterhin unkonzentriert, kam in der Deckung meist einen Schritt zu spät gegen die flinken Wölfe, leistete sich etliche leichte Fehler und diskutierte viel mit den Schiedsrichtern Christoph Immel und Ronald Klein.

Michael Schulz brachte Rimpar nach 22 Minuten mit 12:6 in Führung, bis vier Minuten vor der Pause hielt es den TVB auf Distanz (14:8). Dann blitzte so etwas wie Spielwitz auf beim TVB: Weiß bediente Simon Baumgarten am Kreis, Johannes Bitter war dreimal zur Stelle, und in Überzahl trafen die Außen Bobby Schagen und Tobias Schimmelbauer zum 11:15-Halbzeitstand.

Mit einem Fehlabspiel startete der TVB in die zweiten 30 Minuten, packte nun jedoch in der Defensive deutlich energischer und früher zu und versuchte, aufs Tempo zu drücken. Samuel Röthlisberger stabilisierte die Deckung, der Neuzugang David Schmidt gefiel im rechten Rückraum mit beherzten Aktionen.

Mit seinem fünften Strafwurftreffer sorgte Schagen nach 37 Minuten beim 16:17 für den Anschluss. Nachdem Schimmelbauer bei einem Konter frei am Wölfe-Keeper Max Brustmann gescheitert war und den Ausgleich vergab (40.), machte es der Linksaußen bei der nächsten Aktion besser und traf 18:18. Ein schönes Anspiel von Schmidt auf Manuel Späth bedeutete beim 19:18 (42.) die erste Führung des TVB im Spiel – allerdings keinesfalls die Wende. Nach Weiß’ Treffer zum 20:19 stieg die Fehlerquote wieder an. Bei Rimpar zog nun Benjamin Herth geschickt die Fäden. Der Ex-Balinger glich zum 20:20 aus, dann düpierte Lukas Siegler die TVB-Deckung gleich zweimal, und der Favorit musste erneut einem Rückstand hinterherrennen.

Nach Schmidts Anschlusstreffer zum 22:23 (50.) kam auch noch Pech hinzu: Wölfe-Linksaußen Finn Backs nutzte eine Fehlentscheidung der Unparteiischen zum 24:22, Herth legte zum 25:22 nach. Nach dem tollen Tor von Siegler zum 26:23 hatten die Wölfe sechs Minuten vor dem Ende alle Trümpfe in der Hand. Der TVB stellte auf eine 4:2-Deckung um, doch Rimpar ließ sich davon nicht beindrucken. Patrick Gempp machte mit dem 27:23 (57.) alles klar, Michael Schweikardts Treffer zum 25:27 eine Minute vor dem Ende kam viel zu spät. Am Ende musste sich der TVB nach einer insgesamt enttäuschenden Leistung mit 26:29 geschlagen geben.

Während die Wölfe die Überraschung ausgiebig feierten, schlichen die Spieler des Erstligisten ratlos in die Kabine. „Wir haben Rimpar nicht unterschätzt“, sagte der TVB-Kreisläufer Manuel Späth. „Aber wir haben nicht die nötige Bereitschaft gezeigt, so ein Spiel zu gewinnen.“

TVB 1898 Stuttgart: Bitter, Maier; Schimmelbauer (1), Weiß (4), Schweikardt (5), Späth (1), Markotic (2), Baumgarten (1), Röthlisberger, von Deschwanden (1), Pfattheicher, Schmidt (5), Schagen (6/1)

DJK Rimpar Wölfe: Brustmann, Wieser; Böhm (1), Karle, Gempp (1), Schmidt (3), Kaufmann (5), Siegler (4), Meyer, Bauer (3), Schulz (2), Backs (2), Brielmeier , Herth (7/4), Sauer (1)

Reichlich Redebedarf hatte Jürgen Schweikardt in den Auszeiten im Spiel gegen Rimpar. „Wir haben nie Sicherheit gekriegt, auch nicht, nachdem wir in Führung gegangen sind“, sagte der TVB-Trainer. In der ersten Runde des DHB-Pokals musste der Erstligist überraschend die Segel streichen.

 

Quelle: ZVW/Thomas Wager

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