WILD BOYS wollen Flensburg ärgern

Wer hätte das gedacht? Der TBV Lemgo Lippe gegen die MT Melsungen, das war das Finale im DHB-Pokal. Dabei brachten die Lipperländer das Kunststück fertig, den THW Kiel aus dem Wettbewerb zu werfen. Stefan Kretzschmar war am Sky-Mikrofon total begeistert. „Das ist das größte Handballwunder“, befand er. Und das nicht nur, weil die Kieler rausgeflogen waren, sondern weil die Zebras zur Halbzeit mit sieben Toren in Führung lagen. War in der ersten Hälfte noch Kiels Niklas Landin kaum zu überwinden, so übertraf ihn Lemgos Peter Johannesson im zweiten Durchgang um Längen.

Lemgos Trainer Florian Kehrmann lobte hinterher: „Wir haben in der zweiten Halbzeit eine überragende Abwehr gespielt.“ Das zweite Halbfinale zwischen der TSV Hannover-Burgdorf und der MT Meslungen entschieden am Ende Kleinigkeiten. Die Experten waren sich einig, dass zwei freie, vergebene Möglichkeiten der Niedersachsen den Nordhessen, bei denen Julius Kühn eine ausgezeichnete Partie zeigte, den Weg ins Finale ebneten. Die beiden Spiele fanden erstmals in Corona-Zeiten wieder vor Zuschauern statt – zwar vor nicht vielen, aber immerhin ist ein Licht am Ende des Tunnels zu sehen.

Ob das Ausscheiden im Halbfinale des DHB-Pokals dem THW Kiel auch den Titel in der LIQUI MOLY Handball-Bundesliga kosten wird, ist fraglich. Aber so leicht wird auch der Branchenprimus das Pokal-Aus nicht wegstecken und der Kontrahent des TVB Stuttgart am Mittwochabend, die SG Flensburg-Handewitt, sitzt den Zebras im Nacken. Von daher wird sich der Tabellenzweite am Neckar keine Blöße geben wollen. „Wenn die Flensburger eine Schwäche zeigen, müssen wir da sein“, fordert TVB-Coach Jürgen Schweikardt. Dies macht auch deutlich, dass die WILD BOYS diese Partie nicht herschenken wollen. Aber, um einem Team wie der SG Flensburg-Handewitt Paroli bieten zu können, da muss wirklich alles funktionieren und bei den Ostsee-Anrainern so gut wie gar nichts funktionieren. Besonders auffällig ist, dass der Tabellenzweite immer wieder Rückstände aufholen kann. Gegen die Rhein-Neckar Löwen waren es sieben Tore, im Spiel gegen den SC Magdeburg vier Treffer. Aber das macht eben die hohe Qualität im Kader von Trainer Maik Machulla aus.

Da sind nur Ausnahmekönner am Werk. Den Auftakt macht der schwedische Vizeweltmeister Jim Gottfridsson, der auf der Mittelposition das Spiel der SG lenkt und auf alles eine Antwort zu haben scheint. Auf der halblinken Position unterstützt ihn der dänische Weltmeister Mads Mensah Larsen und auf halbrechts agiert der Norweger Magnus Röd. Abwehrchef der Flensburger ist der Däne Simon Hald, der nur in der Deckung zum Einsatz kommt. Das Tor hütet der Norweger Torbjørn Bergerud, unterstützt vom deutschen Weltmeister Henning Fritz. Der 46-Jährige wurde nach der Verletzung von Benjamin Burić nachverpflichtet. Auf Linksaußen ist Hampus Wanne gesetzt und auf Rechtsaußen konkurrieren der Schwede Lasse Svan und Marius Steinhauser um Spielanteile. Steinhauser ist neben dem zurzeit verletzten Franz Semper und dem deutschen Nationalspieler Johannes Golla übrigens einer der wenigen Deutschen in der von Skandinaviern geprägten Auswahl. Diese hat in Maik Machulla einen sehr ehrgeizigen Trainer. Ihm passte das knappe Aus im Viertelfinale der EHF Champions League sicherlich so ganz und gar nicht in den Kram.

Im Hinspiel im hohen Norden verkauften sich die WILD BOYS ausgezeichnet, unterlagen nach ganz starker erster Halbzeit nur mit 30:34. “Wollen wir gegen Flensburg eine Chance haben, müssen wir ähnlich unbefangen aufspielen wie im November letzten Jahres“, stellt TVB-Trainer Jürgen Schweikardt fest. Er hofft auch wieder auf ein starkes Torhütergespann mit dem nach seiner Meniskusoperation wiedergenesenen Johannes „Jogi“ Bitter und Primož Prošt.

Zur kommenden Saison wird bekanntlich der Spanier Roi Sánchez das Zepter bei den WILD BOYS schwingen. Co- und Torwarttrainer wird Vincente Alamo. Er löst damit Karsten Schäfer ab, der den TVB Stuttgart nach neun Jahren verlassen wird. Für die Fitness der WLD BOYS ist künftig Steffen Hepperle zuständig. Er war bereits beim HBW Balingen-Weilstetten und der SG BBM Bietigheim für den Athletikbereich verantwortlich.

Die Balinger wurden physisch übrigens sehr gut auf das Spiel gegen die Rhein-Neckar Löwen vorbereitet, denn sie gewannen am vorigen Mittwoch in einem ganz engen Spiel gegen die Nordbadener mit 32:30. Damit sind die „Gallier von der Alb“ mit derzeit 24 Punkten bis auf drei Zähler an den TVB Stuttgart herangerückt, der gegen die Füchse Berlin knapp mit 25:28 in heimischer Halle unterlag. Dadurch setzten die Balinger die Eulen Ludwigshafen deutlich unter Zugzwang. Die Pfälzer müssen nun die Partie im Ruhrgebiet beim TUSEM Essen gewinnen, um noch eine Chance im Abstiegskampf zu haben.

Ähnlich spannend ist die Situation an der Spitze. Der THW Kiel liegt nur einen Zähler vor der SG Flensburg-Handewitt. Und so muss auch der Tabellenzweite unbedingt in Stuttgart gewinnen.

Freuen Sie sich auf ein spannendes und faires Handballspiel.

Quelle: Joachim Gröser, Bildquelle: Ingrid Anderson-Jensen

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