Mimi Kraus wechselt sofort nach Bietigheim

Handball, 1. Bundesliga, Männer: Der TVB 1898 Stuttgart lässt seinen Spielmacher überraschend zum Konkurrenten ziehen

Michael „Mimi“ Kraus wird die Saison beim Handball-Erstligisten TVB 1898 Stuttgart nicht zu Ende spielen. Der 35-Jährige, dessen Vertrag über die Saison hinaus nicht verlängert wird, schließt sich dem Ligakonkurrenten SG BBM Bietigheim an und ist umgehend spielberechtigt. Nach der Anfrage des Nachbarn ließ der TVB den Weltmeister vorzeitig ziehen.

Freitagnacht um 24 Uhr endete die Wechselfrist im Handball. Anders als im Fußball, herrscht hier in der Regel eher wenig Betriebsamkeit. Dieses Mal war’s ein bisschen anders: Um kurz nach 23 Uhr kursierte in den sozialen Medien die Nachricht, Mimi Kraus schließe sich dem Nachbarn aus Bietigheim an.

Die offizielle Mitteilung der beiden Vereine zum überraschenden Wechsel kam am Samstagvormittag um 10 Uhr, rund zwölf Stunden davor hatte Kraus seine Unterschrift unter den Vertrag gesetzt, den ihm der abstiegsbedrohte Aufsteiger vorgelegt hatte. Der Kontrakt gilt bis Saisonende – plus der Option zur Verlängerung, sollte der Vorletzte den Klassenverbleib schaffen. Damit war Kraus finaler Treffer zum 25:23-Sieg des TVB 1898 Stuttgart am Donnerstag gegen den TBV Lemgo auch das letzte Tor des Weltmeisters im Trikot der Stuttgarter.

Seit einer Woche ist klar, dass sich der TVB auf der Rückraum-Mitte-Position zur kommenden Saison mit dem Ungarn Rudolf Faluvegi und dem Isländer Elvar Asgeirsson neu aufstellen und auf die Dienste von Kraus verzichten wird. Nun kann der TVB bereits in dieser Saison testen, wie er ohne seinen torgefährlichen Spielmacher auskommt.

„Bietigheim hat bei uns angefragt“, sagt der TVB-Trainer und -Geschäftsführer Jürgen Schweikardt. „Nach Gesprächen mit Mimi haben wir dem Angebot zugestimmt und den Vertrag mit sofortiger Wirkung aufgelöst.“ Für Kraus und seine Familie bedeute dieser Wechsel Planungssicherheit für die Zukunft.

13 Spiele vor Ende der Saison trennen die Bittenfelder und die Bietigheimer in der Tabelle elf Punkte. Es ist also eher unwahrscheinlich, dass der Aufsteiger den TVB noch einholen wird. „Wäre die Konstellation eine andere gewesen, wäre der Wechsel wahrscheinlich eher nicht zustande gekommen“, sagt Jürgen Schweikardt. So hätten beide Partien Vorteile. Bietigheim bekomme Verstärkung „und wir sparen uns Mimis Gehalt“, so Schweikardt. Der zweite Aspekt sei, dass ein Spieler wie Max Häfner ohne Kraus größere Chancen habe, Spielpraxis zu sammeln auf der Spielmacherposition. Dies werde seiner Entwicklung sicherlich guttun. „Wir danken Mimi sehr für sein Engagement in den vergangenen zweieinhalb Jahren“, so Schweikardt weiter. Kraus werde bei einem passenden Anlass noch gebührend verabschiedet.

Kraus selbst freut sich auf die neue Aufgabe. „Nach der Anfrage aus Bietigheim habe ich mich mit meiner Familie beraten“, wird Kraus in der Pressemitteilung des Vereins zitiert. Im Sinne der Familie habe er sich für ein Engagement bei der SG entschieden und werde dort alles in die Waagschale werfen, um das große Ziel Klassenerhalt zu schaffen. „Gerne hätte ich die Saison beim TVB noch beendet. Das kurzfristige Angebot von Bietigheim bietet meiner Familie und mir aber die Möglichkeit, auch zukünftig in der Region zu bleiben.“

Aus Mimi Kraus’ Plan, am Ende seiner Karriere doch noch den Schritt ins Ausland zu wagen, ist also nichts geworden. Noch nichts.

Quelle: Thomas Wagner, ZVW

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