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Vorbericht

Liebe Handballfreunde,

zum heutigen ersten Heimspiel der neuen Saison heißt Sie der TVB Stuttgart in der SCHARRrena recht herzlich willkommen. Begrüßen wollen wir hier in Stuttgart auch unsere heutigen Gäste vom TSV GWD Minden und die mitgereisten Anhänger des Teams aus Ostwestfalen. Ein herzliches Grüß Gott sagen wir auch den beiden Schiedsrichtern der heutigen Begegnung. Wir wünschen Ihnen ein glückliches Händchen und Gut Pfiff.

Ja, liebe Handballfreunde, die neue Handballrunde bringt einige Veränderungen mit sich. Zum einen hat die Handball Bundesliga einen neuen Sponsor, firmiert jetzt als Liqui Moly Handball Bundesliga, zum anderen hat sich auch das Gesicht der Mannschaft des TVB Stuttgart geändert. Das Team wurde mit sechs Akteuren systematisch verjüngt. Mit von der Partie sind neben den altbekannten Spielern der Schwede Adam Lönn, der Ungar Rudolf Faluvegi, der Isländer Elvar Asgeirsson, der Ukrainer Zharko Peshevski sowie die beiden Deutschen Tim Roman Wieling und Patrick Zieker. Aber nur Linksaußen Zieker bringt vom TBV Lemgo Bundesligaerfahrung mit, während Rechtsaußen Wieling in Dormagen bereits in der zweiten Bundesliga gespielt hat und im Rheinland als Torjäger gefeiert wurde. Alle anderen Spieler müssen sich erst an die höchste deutsche Spielklasse und die deutsche Sprache gewöhnen. „Im Trainingslager im Zillertal haben wir sehr viel gesprochen“, erläutert TVB-Trainer Jürgen Schweikardt.

„Wir haben wirklich sehr viel Potenzial nach Stuttgart geholt“, freut sich der Coach und sieht sich auch trotz der Niederlage in Erlangen bestätigt. Bis in die Schlussphase hielt seine Mannschaft vor allem kämpferisch hervorragend mit im Frankenland. Aber ohne etatmäßigen Linkshänder im rechten Rückraum war es auf Dauer sehr schwer für das Team des neuen Kapitäns Jogi Bitter, in Erlangen zu bestehen und etwas Zählbares beim einzigen bayerischen Bundesligisten mit zu nehmen. Dafür bewies der TVB Stuttgart im DHB-Pokal Durchsetzungsvermögen, kam gegen Coburg sowie den von Michael Schweikardt trainierten TSB Horkheim zu zwei Siegen und qualifizierte sich damit für das Achtelfinale. Hier trifft das Team Anfang Oktober erneut auf den HC Erlangen und kann sich gleich für die Punktspielniederlage revanchieren.

Im Heimspiel gegen den TSV GWD Minden soll ein Sieg eingefahren werden. Vielleicht kann auch David Schmidt wieder mitwirken und dem Rückraum dadurch zu mehr Durchschlagskraft verhelfen. Ein Erfolg wäre für die WILD BOYS enorm wichtig, kann sich die Mannschaft doch gleich zu Beginn zwei Punkte sichern und damit das Publikum auf seine Seite ziehen. „Diese big-ponits wollen wir uns holen“, gibt sich Kapitän Jogi Bitter kämpferisch.

Aber er weiß auch, dass dies sehr, sehr schwer wird. In der letzten Saison verloren die WILD BOYS beide Partien gegen Grün-Weiß Dankersen, dem Ursprung des Mindener Bundesliga Handballs. Nach zwei Niederlagen zu Beginn der Runde (30:36 in Hannover und 21:25 gegen Leipzig) sowie dem Erstrunden-Aus im DHB-Pokal steht das Team von Trainer Frank Carstens bereits unter Druck. Der Verein hat vor der Runde auch einen Umbruch vollzogen, das Team der Ostwestfalen muss insgesamt acht neue Spieler integrieren. Dies scheint besonders in der Deckung bislang noch nicht gelungen zu sein, wie die 36 Gegentore in Hannover zeigen. „Die Abwehr hat nicht zu dem gefunden, was wir uns in sechs Wochen erarbeitet haben“, bestätigte auch Trainer Frank Carstens gegenüber der HANDBALLWOCHE. Gegen Leipzig zeigte sich die Deckung aber schon deutlich verbessert, hier krankte es aber im Angriff.

Im Spitzenspiel des zweiten Spieltags gewann die SG Flensburg-Handewitt gegen die Rhein-Neckar Löwen mit 30:27 und bestätigte damit nach Supercup und dem Sieg in Melsungen ihre ausgezeichnete Frühform. Tabellenführer aber ist der SC Magdeburg dank eines klaren Erfolges in Lemgo, wobei die Heimmannschaft schon deutlich in Führung lag. Zweiter im Klassement ist die TSV Hannover-Burgdorf, die auch das Spiel in Göppingen gewann, wobei sich die Filstäler den Rundenstart sicherlich ganz anders vorgestellt hatten. Im Duell der beiden Aufsteiger kam der HBW Balingen-Weilstetten zu einem knappen Sieg gegen die HSG Nordhorn-Lingen und sicherte sich damit die ersten Punkte im Oberhaus. So gesehen wäre ein Heimerfolg des TVB Stuttgart enorm wichtig, um nicht frühzeitig in Zugzwang zu geraten.       

Freuen Sie sich heute auf ein spannendes und faires Handballspiel.

Ihr Joachim Gröser     

Trainerinterview

 
 

Herr Carstens, die ersten Ergebnisse im Pokal und in der Liga waren für Ihre Mannschaft nicht erfolgreich. Wie zufrieden waren Sie ungeachtet dieser Ergebnisse mit der Vorbereitung?

Die Vorbereitung hat sich für uns sehr wechselhaft gestaltet mit positiven und weniger guten Leistungen. Wir waren sehr schwankend, was sich auch in unseren ersten Spielen wiedergespiegelt hat. Die Pokalniederlage gegen den Zweitligisten Hamm ging in dieser Art und Weise natürlich nicht. Gegen Hannover haben wir im Angriff gut gespielt, gegen Leipzig hat sich unsere Abwehrleistung verbessert.

          Die deutliche Niederlage gegen den Zweitligisten Hamm im Pokal war eine große Sensation. Wie intensiv mussten Sie danach Ihre Mannschaft vor allem psychisch wiederaufbauen?

Wir haben uns bei der Aufarbeitung dieser Niederlage eher darauf konzentriert folgende Fragen zu beantworten: „Warum ist das passiert? Wie können wir verhindern, dass das in Zukunft erneut passiert?“ Ich denke, dass auf dem Spielfeld Entscheidungen getroffen werden müssen. Dazu brauchen wir entsprechende Rollen und eine Hierarchie auf dem Spielfeld. Um diese nach unseren Umbruch zu finden, war die Niederlage gegen Hamm vielleicht sogar förderlich.

 
 

          In den ersten Spielen wurde vor allem die Abwehr kritisiert. Bei den Torhütern stehen ebenfalls noch wenige Paraden. Was stimmt für Sie in diesem Verbund noch nicht? 

Tatsächlich haben wir in der Abwehr nicht gut gespielt. Uns fehlte vor allem gegen Hannover die Grundaggressivität im Zweikampf, was gegen Leipzig bereits viel besser funktioniert hat. Dies gilt für die Verteidigung der Rückraumspieler, aber auch für die gegen den Kreisspieler. Wenn diese besser bekämpft werden, kommen auch die Torhüter besser ins Spiel. Leider wird uns Espen Christensen noch verletzt fehlen.

          Bei den Wild Boys gab es vor dieser Saison einen großen Umbruch. Wie haben Sie sich einen Eindruck des neuen Teams verschafft und wie ist dieser?

Der Umbruch ist eine Parallele zu unserem. Mit Schweikardt und Kraus hat der TVB prägende Figuren der letzten Jahre verloren. Diese Lücken sind nicht von einem auf den anderen Tag zu schließen, da der Mannschaft auch einfach viel Bundesligaerfahrung fehlt. Von der aktuellen Mannschaft habe ich jedoch noch kein Spiel gesehen.

       Wie wichtig ist für Sie die Eingespieltheit einer Mannschaft und kommt Ihnen damit nach Ihrem Saisonstart die neu formierte Truppe des TVB gerade recht?

Erfahrung ist sehr wichtig und diese ist an den Bundesligaspielen einer Mannschaft messbar. Beide Mannschaften haben davon verloren. Wir möchten in jedem Spiel versuchen zu punkten. Das gilt auch in Stuttgart. Alle Teams werden sich bis Oktober oder November besser eingespielt haben. Das müssen wir auch tun.

       In der Vergangenheit haben Sie in Stuttgart gute Spiele abgeliefert. Welche Rolle spielt das für Ihre Spielvorbereitung?

Die guten Spiele aus der Vergangenheit nützen uns nichts. Stuttgart ist eine ambitionierte Mannschaft und es ist immer schwer dort zu spielen. Dennoch wollen wir den Fight annehmen und unsere Leistung dann auch mit Punkten bestätigen, denn das zählt im Leistungssport am Ende.

Spielbericht

 

Ohne die verletzungsbedingt ausfallenden Linkshänder David Schmidt und Luis Foege, sowie Spielmacher Rudolf Faluvégi und Dominik Weiß auf der halb-linken Position, bestritt der TVB sein erstes Heimspiel gegen TSV GWD Minden in der SCHARRena.

Der erste erfolgreiche Angriff gelang Milan Pusica von den Gästen aus Minden. Der TVB konnte mit zwei Toren durch Elvar Asgeirsson direkt nachziehen. Nach acht Minuten zeigte die Anzeigetafel 3:3. Das Spiel versprach also ein spannendes Duell zu werden.

Jogi Bitter hielt seinen Jungs mit drei Paraden in Folge die Führung. Bis zur 15. Spielminute legte der TVB zwei Tore vor und zwang so Trainer Frank Carstens zu einer Auszeit.

Nach einer Parade von Bitter konnte der Konterpass auf Patrick Zieker eingeleitet werden, der zur ersten Führung in Höhe von drei Toren traf. Nach 17 Minuten stand es 9:6 für die WILD BOYS. Auf vier Tore ausbauen, konnte Adam Lönn durch seinen Rückraum-Wurf in der 20. Spielminute. Doch Minden blieb dran und verkürzte auf 12:10, bis hin zur Führung in der 28. Minute. Die Teams gingen nach dem Halbzeitpfiff mit 14:14 in die Pause.

Nach Anpfiff der zweiten Halbzeit übernahm der TVB mit den Toren von Sascha Pfattheicher und Elvar Asgeirsson die Führung. Doch auch hier lies sich Minden nicht abschütteln und glich in der 38. Minute zum 16:16 durch Juri Knorr aus. Durch den Strafwurf vom treffsicheren Zieker konnte der TVB in der 43. Spielminute erneut in Führung gehen. Nach technischem Fehler auf Seiten des TVB konnte Minden in der 44. Minute zum 21:21 ausgleichen.

Durch den erneuten Ausgleich des TVB, verwandelt von Robert Markotic, stand es in der 57. Spielminute 24:24. Trotz zwei überragender Paraden von Torhüter Bitter gelang es dem TVB nicht, sich mit einem Tor und damit den zwei Punkten zu belohnen. In einer turbulenten Schlussphase und mit einem stark aufspielenden Bitter gelang keinem der Teams der entscheidende Treffer. Geprägt von Emotionalität und vielen Zeitstrafen teilten sich beide Mannschaften die Punkte.