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4. Spieltag

TVB Stuttgart - TBV Lemgo-Lippe

Vorbericht

Liebe Handballfreunde,

mit einem 30:28-Erfolg im Rücken aus dem Derby auf der Schwäbischen Alb beim HBW Balingen-Weilstetten geht der TVB Stuttgart ins Heimspiel gegen den TBV Lemgo-Lippe. Dabei erwiesen sich die WILD BOYS im Duell der beiden Trainer Jürgen Schweikardt und Jens Bürkle, die gemeinsam in der Jugend des TV Bittenfeld aktiv waren, als das abgeklärtere und eingespieltere Team. TVB-Coach Schweikardt sprach hinterher von einer intensiven Partie. „Der entscheidende Wechsel war die Hereinnahme von Torhüter Primož Prošt“, erklärte der Trainer der WILD BOYS. Beim Stand von 22:20 aus Sicht der Heimmannschaft kam der ehemalige slowenische Nationalspieler in den Kasten und brachte mit seinen Paraden die Balinger schier zur Verzweiflung. „Da hatte mein Co- und Torwarttrainer Karsten Schäfer wirklich ein goldenes Händchen.“, lobte Schweikardt. Die Gäste nutzten die Gunst der Stunde, hatten beim 27:23 wieder deutlich Oberwasser und gewannen schließlich mit 30:28, wobei im Angriff vor allem Viggó Kristjánsson mit zehn Treffern überzeugte. Das schönste Tor des Spiels gelang allerdings Sascha Pfattheicher nach einem tollen Kempa-Trick.

Die größte Sensation des vergangenen Spieltags war jedoch der 31:22 Erfolg der HSG Wetzlar über den THW Kiel. Die Zebras kamen nie ins Spiel, weil auch der Torhüter der Gastgeber, Till Klimpke, einen ganz hervorragenden Tag erwischt hatte und mit seinen Paraden den Norddeutschen den Zahn zog. „Wir hatten absolut keine Chance“, gestand Kiels Trainer Filip Jicha hinterher. Auch die MT Melsungen ging am letzten Spieltag überraschend deutlich unter. In Erlangen unterlag das Team von Trainer Gudmundsson mit 31:21.

Das erste Heimspiel der laufenden Runde gewannen die WILD BOYS am Mittwoch der letzten Woche gegen Aufsteiger TUSEM Essen klar mit 31:23. „Wir haben sehr souverän gespielt“, lobte TVB Coach Jürgen Schweikardt und Essens Trainer Jamal Naji befand: „Der TVB Stuttgart hat mit einer sehr hohen Passqualität und sehr vielen Tempowechseln agiert. Beides konnten wir nicht verteidigen.“

Mit diesen beiden Siegen im Rücken empfangen die WILD BOYS nun den TBV Lemgo-Lippe. Die Gäste sind, wie der TVB, mit zwei Siegen und einer Niederlage in die Saison gestartet. 27:21 hieß es am Ende gegen den HSC 2000 Coburg, in Melsungen unterlagen die Ostwestfalen mit 21:27 und zuletzt feierte das Team von Florian Kehrmann einen knappen Sieg gegen die Eulen Ludwigshafen, wobei die Pfälzer lange Zeit an einer Sensation schnupperten. Erst die Tore von Lukas Zerbe besiegelten die Niederlage der Gäste endgültig. Der prominenteste Neuzugang bei den Lipperländern ist Gedeon Guardiola. Der Spanier wechselte von den Rhein-Neckar Löwen zu den Ostwestfalen, um dort mit seinem Zwillingsbruder Isaias in einem Team zu spielen. Ein Wiedersehen können die Spieler des TVB Stuttgart mit Bobby Schagen feiern, der sich 2019 nach Lemgo verabschiedete. Weitere Aktivposten beim TBV Lemgo-Lippe sind Torhüter Peter Johannesson sowie Nationalspieler Tim  Suton, der seinen Kreuzbandriss auskuriert hat und seinem Trainer wieder zur Verfügung steht. Nicht mehr im Kader von Kommandogeber Florian Kehrmann ist dagegen Christoph Theuerkauf, der jetzt auf der Geschäftsstelle des Vereins arbeitet, sich in der zweiten Mannschaft der Lipperländer körperlich fit hält und seine große internationale Erfahrung an die jungen Spieler weitergibt.

Mit breiter Brust können die WILD BOYS nach den beiden Erfolgen gegen Essen und in Balingen nun gegen den TBV Lemgo-Lippe antreten. Im Vorjahr gab es ein 26:26 Unentschieden in heimischer Halle, während das Team von Trainer Jürgen Schweikardt im Februar 2020 in der Phoenix Contact Arena in Lemgo eine 27:23 Niederlage einstecken musste. „Die Spiele gegen die Lipperländer sind immer sehr enge Kisten“, weiß der TVB Coach, der natürlich mit einem Heimsieg weitermachen will. Aber das wird verdammt schwer, vor allem in Zeiten von Corona. „Die Zuschauer, die uns in den letzten Runden immer nach vorne gepeitscht haben, werden natürlich fehlen“, gibt der beim TVB Stuttgart auch als Geschäftsführer fungierende Schweikardt zu bedenken.

Freuen Sie sich heute auf ein spannendes und faires Handballspiel.

Ihr Joachim Gröser

Trainerinterview

 
Herr Kehrmann, mit 4:2 Punkten nach drei Spielen ist der TBV Lemgo gut in die Mammut-Saison gestartet. In den Heimspielen gegen Coburg und Ludwigshafen waren die Pluspunkte wahrscheinlich aber auch eingeplant. Wie sieht Ihr Fazit der ersten drei Spiele aus?
 

Ich denke, dass wir in beiden Heimspielen gegen Coburg und Ludwigshafen verdient die Punkte geholt haben, was auch in eigener Halle unser Anspruch ist. In Melsungen haben wir leider lediglich zwanzig Minuten mitgehalten. Dann haben wir auf Grund eigener Fehler das Spiel früh hergegeben und im Anschluss keine Chance mehr gehabt. Damit waren wir nicht zufrieden, sind aber mit der Punkteausbeute insgesamt im Soll.

Was haben Sie bei Ihrer Mannschaft in diesen Spielen beobachtet, woran Sie in den nächsten Wochen besonders arbeiten wollen?

Meiner Meinung nach waren wir in allen Spielen im Abschluss noch nicht konzequent genug. Wir haben uns eigentlich immer gute Chancen herausgespielt, jedoch haben wir davon zu viele liegen gelassen. Dafür konnten wir uns auf die Abwehr verlassen, haben viel Druck auf den Gegner ausüben können und auch einfache Ballgewinne erzielt.

Steigende Infektionszahlen beherrschen in den letzten Tagen und Wochen die Medien. Wie thematisieren Sie die Pandemie innerhalb der Mannschaft und welche Erwartungen haben Sie an Ihre Spieler im Umgang mit dem Virus? 

Wir erinnern die Spieler immer wieder daran, dass die Situation außergewöhnlich ist und dass sie eine Verantwortung gegenüber sich, ihren Familien und auch dem Verein gegenüber haben. Diese Verantwortung versuchen wir alle im Verein zu leben. Wir sind in Lemgo im Vergleich zu vielen Großstädten in einer ganz guten Lage mit nicht zu hohen Zahlen und hoffen deshalb auch in Zukunft Zuschauer in die Halle lassen zu dürfen.

Und umgekehrt, wie versuchen sie die Corona-Themen auszublenden, um den Fokus der Mannschaft auf das Sportliche zu konzentrieren oder ist dies gar nicht nötig?

Mittlerweile leben wir alle damit und sind in die Gesamtsituation reingewachsen. Am Anfang gab es natürlich die große Unsicherheit. Jetzt existieren Verhaltensregeln und Konzepte und man muss alle regelmäßig auf den neuesten Stand bringen. Auch ist es immer wieder notwendig Themen präsent zu halten, damit sie nicht verschwimmen. Unsere Jungs gehen aber insgesamt mit allem sehr gut um.

Die Wild Boys sind ebenfalls mit 4:2 Punkten erfolgreich in die Saison gestartet. Wie haben Sie die Spiele der Wild Boys an den ersten drei Spieltagen erlebt?

Gegen die Rhein-Neckar Löwen habe ich die Stuttgarter nicht so schlecht gesehen, wie es das Ergebnis ausgedrückt hat. Die Löwen haben in diesem Spiel von einer sehr guten Torwartleistung gelebt und Stuttgart hat ähnliche Fehler gemacht wie wir in Melsungen und die Chancen nicht konsequent genutzt, um das Spiel offener zu gestalten. Gegen TuSEM Essen habe ich das Team sehr souverän mit einer guten Abwehr- und Torwartleistung gesehen. Beim Spiel in Balingen war es für mich ein typisches Derby. Der Ausschlag hätte in beide Richtungen gehen können, wobei für die Wild Boys der hereingenommene Prost im Tor am Ende Akzente gesetzt hat. Für mich hat der TVB dann auch verdient gewonnen.

Unser Neuzugang Viggo Kristjansson bildet zusammen mit Jerome Müller den rechten Rückraum. Der Verlust von Nationalspieler David Schmidt scheint in den ersten Spielen gut kompensiert. Wie haben Sie diese größte Veränderung beim TVB in den ersten Spielen beobachtet?

Bereits in den Vorbereitungsspielen konnte man sehen, dass diese Kombination gut passt. Vielleicht ist diese Position dadurch insgesamt sogar noch stärker besetzt.

Spielbericht

Punkteteilung in der Porsche-Arena
 

Nach einer einwöchigen Spielpause stand am heutigen Sonntag das nächste Heimspiel für den TVB Stuttgart an. Es ging gegen den bisher punktgleichen TBV Lemgo Lippe. 

Der TVB Stuttgart brauchte lange, um in die Partie zu kommen. Die ersten beiden Treffer des Spiels gelangen den Gästen. In Spielminute drei erzielte Viggó Kristjánsson dann das erste Tor der WILD BOYS. Durch die Tore von Jonathan Carlsbogård, Bobby Schagen und Bjarki Már Elísson, konnten die Lipperländer bis zur 6. Minute auf 1:5 davonziehen. Dieser Lauf der Gäste war für TVB-Trainer Jürgen Schweikardt Anlass genug, um seine erste Auszeit zu nehmen. 

Nach der Auszeit folgten auf einen Distanztreffer von Lönn zwei Gegenstoßtore von Bjarki Már Elísson. Beim Spielstand von 2:7 nach neun Minuten reagierte Trainer Jürgen Schweikardt auf die Schwierigkeiten seines Teams im Angriff und wechselt den 7. Feldspieler ein. Mit zwei Treffern von Sascha Pfattheicher und seinem Kollegen auf der anderen Außenposition, Patrick Zieker, konnte der TVB auf 4:7 herankommen (11. Minute).

Innerhalb von einer Minute konnten die Lipperländer den alten Abstand von fünf Toren wiederherstellen und so stand es nach zwölf Minuten 4:9. Gegen Elvar Asgeirsson gab es wegen eines Wechselfehlers die erste Zeitstrafe der Partie. Durch eine Parade von Jogi Bitter und einem Tor von Zharko Peshevski konnte der TVB dann wieder auf drei Treffer verkürzen. Dieser Rückstand von drei oder zeitweise vier Treffern hielt bis zur 27. Minute an. Durch eine Parade der Stuttgarter Nummer eins und einem Treffer von Dominik Weiß verkürzten die Schwaben auf 12:14. Bis zum Halbzeitpfiff fiel jeweils noch ein Tor auf beiden Seiten und so ging man beim Spielstand von 13:15 in die Kabinen. 

Der TBV Lemgo Lippe startete in Unterzahl in die zweite Spielhälfte, da Tim Suton zum Ende des ersten Durchgangs eine Zeitstrafe erhalten hatte. Nichtsdestotrotz netzten die Gäste auch in der zweiten Halbzeit die ersten beiden Male ein. So stand es in der 34. Minute 13:17. Anschließend ging es hin und her und es fielen Tore auf beiden Seiten. 

Nach 41 gespielten Minuten gelang es dem TVB Stuttgart beim 19:19, zum ersten Mal seit Spielbeginn, wieder mit den Gästen gleichzuziehen. Ausschlaggebend waren die vorangegangen beiden erfolgreichen Konter der WILD BOYS. Die erste Chance dann die Führung zu übernehmen, konnte der TVB nicht nutzen und so zogen die Gäste durch einen Treffer von Jonathan Carlsbogård wieder in Front. Viggó Kristjánsson war es, der Führungstreffer zum 21:20 vom Strich in der 47. Minute markierte. 

Zwischenzeitlich konnten die WILD BOYS in der Schlussphase immer wieder mit zwei Toren in Führung gehen. Lemgo blieb aber immer dran und glich ein ums andere Mal aus. In der letzten Minute des Spiels wurde es nochmal richtig spannend: Der TVB führte mit 26:25 und es war noch eine Minute zu spielen. Die Schiedsrichter entschieden auf Zeitspiel gegen die Hausherren und so ergab sich für Lemgo die Chance gleichzuziehen. Tim Suton stellte mit dem letzten Treffer des Spiels wenige Sekunden vor Schluss auf Unentschieden. So endete die Begegnung mit 26:26 und beide Teams finden sich mit 5:3 Punkten in der Tabelle wieder.