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SC MAGDEBURG

TVB Stuttgart - SC Magdeburg

Vorbericht

Liebe Handballfreunde,

nach den beiden württembergischen Derbys ist heute wieder Bundesliga-Alltag angesagt. Dazu heißt Sie der TVB Stuttgart zum Heimspiel gegen den SC Magdeburg recht herzlich willkommen. Begrüßen wollen wir hier in der SCHARRena auch die Mannschaft aus der Ottostadt sowie die mitgereisten Anhänger des Teams aus Sachsen-Anhalt. Grüß Gott sagen wir auch den beiden Schiedsrichtern der heutigen Partie. Wir wünschen ihnen ein glückliches Händchen und „gut Pfiff“.

Auch das zweite Derby innerhalb einer Woche war eine sichere Angelegenheit für den TVB Stuttgart. „Das waren zwei enorm wichtige Punkte für uns“, freute sich TVB Coach Jürgen Schweikardt nach dem deutlichen 32:26 Erfolg über den HBW Balingen-Weilstetten. Dabei sah es in der ersten Halbzeit nicht nach einem so klaren Sieg aus. „Bis zum 17:17 war das okay“, befand Balingens Trainer Jen Bürkle. „Dann bekam unsere Abwehr mehr Zugriff auf die Gästeangreifer“, lobte Jürgen Schweikardt. Und was dennoch aufs Tor kam, wurde eine Beute von TVB-Torhüter Johannes „Jogi“ Bitter. So zog die Heimmannschaft auf 23:18 davon und ließ sich diesen Vorsprung in der verbleibenden Spielzeit nicht mehr nehmen. Durch diesen Sieg sind die WILD BOYS auf den zwölften Tabellenrang geklettert und haben aktuell sechs Punkte Vorsprung auf einen Abstiegsplatz. Das reicht aber bei weitem noch nicht, um den Klassenerhalt endgültig zu feiern. Da müssen schon noch einige Zähler dazu kommen.

Unser heutiger Gast gilt als Leuchtturm des Ostens im deutschen Handball. Das Team von der Elbe spielt aktuell seine 29. Saison im Oberhaus und gehört seit der Handball-Vereinigung neben Kiel und Flensburg zu den Top-Drei der deutschen Handball-Szene. Das bezeugt, wie erfolgreich im einstigen Vorzeigeklub der ehemaligen DDR auch nach der Wende weitergearbeitet wurde, und dies wird durch den Gewinn der Champions League im Jahre 2002 deutlich unterstrichen. Auch der Erfolg 2016 im DHB-Pokal wurde in der ganzen Region um die Hauptstadt von Sachsen-Anhalt überschwänglich gefeiert. Das zeigt, wie handballverrückt im positiven Sinne die Menschen um die GETEC Arena doch sind. Dies gründet in der großen Vergangenheit des SC Magdeburg, die an nationalen und internationalen Titeln reich bestückt ist.

In der Chronik der Magdeburger Handballer sind insgesamt drei Siege im Europapokal der Landesmeister/Champions League, drei Erfolge im Pokalsiegerwettbewerb und drei Vereinsweltmeisterschaften aufgeführt. Unzählige nationale Titel runden das Erfolgsbild ab. Und der erste Champions League Gewinn einer deutschen Mannschaft ist eng mit dem Namen des heutigen Bundestrainer Alfred Gislason verbunden, der das Team damals betreute. 

Heute wird das Team des SC Magdeburg von Bennet Wiegert trainiert, dessen Vater Ingolf auch schon Sportgeschichte in Magdeburg schrieb. Und der Sohn ist erfolgreich in die großen Fußstapfen des Vaters getreten. Wiegert konnte Saison übergreifend unter anderem auf den dänischen Weltmeister Jannick Green, Michael Damgaard, Marko Bezjak, Torjäger Matthias Musche und Zeljko Musa zurückgreifen. Vor dieser Saison musste er mit Christoph Steinert, Tobias Thulin, Tim Hornke, Filip Kuzmanovki, Erik Schmidt und Moritz Preuss insgesamt sechs neue Spieler integrieren. Das gelang ihm hervorragend, wie der aktuell dritte Tabellenplatz in der LIQUI MOLY HBL beweist. Die Ergebnisse können sich auch sehr gut sehen lassen. Mit 32:31 wurde Tabellenführer und Champions League-Viertelfinalist THW Kiel besiegt. Der Tabellenzweite Flensburg unterlag ebenso in der GETEC Arena mit 26:25 wie die MT Melsungen. Auch die WILD BOYS mussten mit 33:28 in Magdeburg die Segel streichen. Lediglich die Rhein-Neckar Löwen und die Füchse Berlin konnten bisher in der Ottostadt gewinnen. Auch in der Fremde sind die Magdeburger sehr konstant. Dies zeigt der 34:32 Erfolg im letzten Auswärtsspiel in Balingen.

Und doch macht gerade dieses Ergebnis den WILD BOYS Mut, beweist es doch, dass die Gäste auf der Schwäbischen Alb zu kämpfen hatten, ehe ihr Sieg feststand. „Wir wollen unsere deutlich ansteigende Form auch gegen Magdeburg unter Beweis stellen“, macht TVB-Coach Jürgen Schweikardt deutlich. „Mit unseren hervorragenden Anhängern im Rücken haben wir auch gegen das Team aus der Ottostadt eine Chance“, gibt sich Torhüter Johannes „Jogi“ Bitter zuversichtlich. Auch vor dem Hintergrund, dass auch der Tabellenzweite Flensburg-Handewitt am letzten Spieltag als klarer Favorit nach Göppingen anreiste und dort mit 26:28 sensationell den Kürzeren zog.

Freuen Sie sich heute auf ein spannendes und faires Handballspiel.

Ihr Joachim Gröser

Trainerinterview

 

 

 

Herr Wiegert, wie sieht bei Ihrem aktuellen Rhythmus mit einem Spiel, Bundesliga oder EHF-Cup, alle zwei bis drei Tage die Vorbereitung auf ein Spiel aus?

Die gewohnte Vorbereitung auf die Spiele ist bei diesem Rhythmus nicht möglich und wir nutzen die verbliebene Zeit um zu regenerieren. Wir versuchen allerdings den theoretischen Part unangetastet zu lassen. Trotzdem ist es mental für meine Spieler sehr schwierig, wenn wir von Spiel zu Spiel hetzen. Einige Jungs haben eine lange EM gespielt und fühlen sich nun so, als ob sie direkt eine zweite EM hinterher spielen. Trotzdem habe ich das Gefühl, dass uns die Balance gerade ganz gut gelingt und ich hoffe, dass dies so bleibt. Jedoch spitzt es sich nun nochmal zu, wenn wir am Sonntag gegen Nantes und dann dienstags gegen Erlangen spielen. Das kann ich nicht gut heißen und da spielt man mit der Gesundheit der Spieler.

Die Belastung in Folge dieser vielen Spiele für die Mannschaft ist enorm. Welche Anpassungen Ihres Spielkonzeptes sind Sie als Trainer bereit vorzunehmen, um die Belastung der Mannschaft nicht zusätzlich zu erhöhen?

Wir versuchen in diesem Zusammenhang die gesamte Tiefe des Kaders zu nutzen. Zum Beispiel teilen wir die Spielzeit der Außenspieler auf. Trotzdem ist unser Kader abzüglich der Verletzten nicht mehr so groß, dass wir noch komfortabel aufgestellt sind. Ich möchte allerdings nicht jammern und wir wollen in den Spielen weiter nach vorne marschieren. Meine einzige Sorge ist, dass eben nochmal etwas passiert. Dann wird unser Gebilde immer wackliger.

Die Liga präsentiert sich unglaublich ausgeglichen, was sich sowohl in der oberen als auch in der unteren Tabellenhälfte widerspiegelt. Was ist also für den SCM in dieser ausgeglichenen Saison schwieriger, den EHF-Cup zu gewinnen oder sich wieder über die Liga für ihn zu qualifizieren?

Das kann ich weder sagen noch klar differenzieren. Das liegt auch an den jeweiligen Wochen. Solange ich Wochen in der Bundesliga habe, an denen alle Spieler gesund sind, haben wir Chancen maximal weit oben zu landen. Im EHF-Pokal gilt es in den entscheidenden Wochen auf den Punkt fit zu sein. Würde ich darauf setzen, wäre das wie pokern und davon bin ich kein Freund. Wir versuchen wie alle Teams in der Bundesliga von Spiel zu Spiel zu denken und möglichst jedes zu gewinnen. Es stimmt, dass es eng geworden ist in der Liga, jedoch macht das für mich auch den Reiz aus.

Die Wild Boys haben seit der EM-Pause fleißig gepunkt. Als herausragender Faktor wird dabei immer wieder Jogi Bitter genannt. Wie sehen Sie das Torwartduell mit Jannick Green? Wird es das Schlüsselduell für den Sieg in Stuttgart?

Das sehe ich nicht so. Klar ist, dass Johannes Bitter ein sehr wichtiger Faktor für Stuttgart ist. Stuttgart kommt für Punkte in Frage, wenn er eine gute Leistung zeigt. Zusätzlich sehe ich es dann als Duell zwischen Johannes Bitter und unserem Torhüterduo Green/Thulin, da wir auch auf dieser Position breit besetzt sind. Das Torhüterduell ist in der Bundesliga immer sehr wichtig, jedoch würde ich das Spiel nicht darauf reduzieren.

Welche weiteren, wichtigen Faktoren sehen Sie im Spiel gegen den TVB Stuttgart?

Ich denke, dass wir über die Abwehr ins Tempospiel kommen müssen, damit wir einfache Tore erzielen und uns nicht zu viel im Positionsangriff aufhalten müssen.

Die Nachrichten zum Coronavirus beschäftigen die Menschen täglich. Ihre Arbeitsstätte sind die Hallen Deutschlands und Europas, wo Sie wöchentlich von tausenden Menschen umgeben sind. Wie gehen Sie mit dem Thema um?

Ich beschäftige mich eigentlich nicht damit und habe auch keine Angst davor. Ich denke eher daran, was wäre, wenn ein Spieler tatsächlich infiziert werden würde, wie könnte der Spielbetrieb dann weitergehen. Wäre die Saison und der EHF-Cup dann gelaufen. Jedoch kann ich das nicht bestimmen und somit versuche ich keine Energie darauf zu verschwenden, sondern ich konzentriere mich auf das Spielfeld, wo ich vieles bestimmen kann und es sich lohnt etwas zu investieren.

Spielbericht

 

Der Handball-Erstligist TVB Stuttgart hat auch den zehnten Vergleich mit dem SC Magdeburg verloren. Vor 2251 Fans in der ausverkauften Scharrena war der TVB bei der 27:29-Niederlage (17:15) so nah dran wie nie. Nach starken ersten 30 Minuten verhinderte die schwache Chancenverwertung im zweiten Abschnitt die Überraschung gegen den Dritten. Der durfte sich letztlich bei seinem überragenden Torhüter Tobias Thulin und beim elffachen Torschützen Michael Damgaard bedanken.

Beide Mannschaften mussten auf wichtige Spieler verzichten. Bei Magdeburg fiel nach dem Langzeitverletzten Marko Bezjak mit Christian O’Sullivan kurzfristig auch der zweiten Spielmacher aus (Grippe). Der TVB hatte statt drei lediglich einen Linkshänder im rechten Rückraum zur Verfügung. Robert Markotic machte der Schleimbeutel in der Schulter zu schaffen. David Schmidt wäre nach seiner Daumenverletzung wieder spielfähig gewesen, nun verhinderte eine Bindehautentzündung sein Comeback.

Christian Zeitz musste es also mehr oder weniger alleine richten – und knallte dem dänischen Nationaltorhüter Jannick Green nach 30 Sekunden den Ball zum 1:0 um die Ohren. Den Ausgleich besorgte einer, den die Stuttgarter – wie viele andere Teams – nicht unter Kontrolle bekamen: Michael Damgaard zeigte, weshalb er einer der weltbesten Handballer ist. Am Ende standen elf Tore auf seinem Konto – allerdings warf er auch 18-mal auf den Kasten.

Nach zwei Minuten beklagte der TVB einen weiteren Ausfall. Johannes Bitter fing einen Magdeburger Konter ab, rannte jedoch im Vollsprint seinen zurückeilenden Mitspieler Sascha Pfattheicher über den Haufen. Der Rechtsaußen musste vom Spielfeld geführt werden. Die Entwarnung folgte nach Spielschluss: Nach ersten Erkenntnissen hat sich Pfattheicher nur eine leichte Gehirnerschütterung zugezogen.

Nach Adam Lönns Treffer zum 2:1 eilte der TVB zunächst einem knappen Rückstand hinterher (2:3/3:4). Tim Wieling brachte den Gastgeber per Konter beim 5:4 nach acht Minuten erstmals wieder in Führung, die war jedoch rasch wieder weg (5:6). Nachdem Patrick Zieker einen Strafwurf an die Latte gesetzt hatte, erhöhte Moritz Preuss beim 7:5 auf zwei Tore (11.). Der TVB wechselte auf fast allen Positionen munter durch, während die Magdeburger mehr oder weniger der ersten sechs vertrauten. Im Rückraum war Michael Damgaard der Dreh- und Angelpunkt. Auf der Spielmacherposition versuchten sich Filip Kuzmanovski und Christoph Steinert mit mäßigem Erfolg. Gute Szenen dagegen hatte Albin Lagergren auf halbrechts. Im Positionsangriff hatte der Favorit große Probleme, beim TVB dagegen lief der Ball flüssiger, das Spiel war variabler. Christian Zeitz hatte mit seinen Würfen nicht so viel Glück, dafür glänzte der 39-Jährige mit tollen Anspielen.

Das 8:7 besorgte er jedoch selbst (14.). Nach dem Ausgleich hatte der TVB seine beste Phase: Ein Dreher von Max Häfner zum 9:8, dann bediente Zeitz zweimal seinen Kreisläufer Zarko Pesevski – 11:9 (20.). Die Stuttgarter verteidigten mit einer konzentrierten Leistung den Vorsprung. Auch, weil Bitter das Torhüterduell gegen Green klar gewann. Magdeburg musste sich auf Damgaard verlassen, das 14:13 war bereits der sechste Treffer des Halblinken.

Wie gewitzt der Däne ist, zeigte er Sekunden vor der Halbzeitsirene: Mit einem direkten Freiwurf überlistete er Bitter zum 17:15. Der TVB hatte zuvor gleich dreimal die Chance ausgelassen, auf drei Tore davonzuziehen. Deutlich aggressiver kam der SCM aus der Pause zurück – und mit einem Mann, der zusammen mit Damgaard zum Matchwinner wurde: Tobias Thulin hatte kurz vor der Pause Green abgelöst und brachte die TVB-Werfer reihenweise zur Verzweiflung. Zwölf Paraden des Schweden entsprachen am Ende einer Weltklasse-Fangquote von 55 Prozent.

Der TVB verpatzte den Start in die zweiten 30 Minuten, mit einem 5:1-Lauf holte sich der Favorit beim 19:18 (34.) die Führung. Das Heimteam kämpfte sich aber zurück in die Partie, Dominik Weiß brachte sein Team per Konter beim 21:20 wieder in Führung. Die Stuttgarter hatten im Positionsangriff nun deutlich mehr Mühe – und die Gäste hatten Damgaard. Der zog sich zwar den Unmut der TVB-Fans zu, weil er das eine oder andere Mal Foulspiele und Hinausstellungen provozierte. Er traf aber auch häufig die richtige Entscheidung.

Anders der TVB: Die überhasteten Abschlüsse häuften sich, auch bei Zeitz stieg die Fehlerquote. Je länger die Partie dauerte, desto mehr freie Chancen ließ das Team von Trainer Jürgen Schweikardt liegen. Die Magdeburger nutzten dies beim 26:23 (51.) für ihre erste Drei-Tore-Führung im Spiel. Der TVB versuchte es fortan mit dem taktischen Mittel Sieben gegen sechs, verkürzte zweimal auf zwei Tore. Vier Minuten vor dem Ende bedeutete Damgaards elfter Treffer zum 25:28 die Vorentscheidung – zumal der TVB weiterhin allzu fahrlässig mit seinen Möglichkeiten umging. So scheiterte Zieker zum zweiten Mal vom Siebenmeterstrich. Das Heimteam gab sich allerdings noch nicht geschlagen. 60 Sekunden vor dem Ende verkürzte Zieker zum 27:28. Bei einem Ballverlust der Magdeburger im finalen Angriff wäre noch ein Punkt möglich gewesen. Kay Smits machte gegen die offene Deckung des TVB mit dem 29:27 jedoch alles klar.

Ein Beinbruch ist die Niederlage gegen ein Top Team für den TVB nicht. Er muss sich allerdings ärgern, weil er bei einer halbwegs ordentlichen Abschlussquote den vierten Sieg in Serie eingetütet hätte.

TVB Stuttgart: Bitter, Lehmann; Häfner (3), Asgeirsson, Weiß (3), Faluvégi (1), Späth (2), Lönn (4), Röthlisberger (2), Zeitz (3), Zieker (5/1), Pfattheicher, Wieling (2), Pesevski (2).

SC Magdeburg: Green, Thulin; Musa (2), Charpkowski, Musche (4), Steinert (1), Petterson (1), Hornke (1/1), Kuzmanovski (2), Smits (1), Schmidt, Mertens, Lagergren (5), Damgaard (11), Preuss (1).

 

Quelle: Thomas Wagner / ZVW

Der Handball-Erstligist TVB Stuttgart hat auch den zehnten Vergleich mit dem SC Magdeburg verloren. Vor 2251 Fans in der ausverkauften Scharrena war der TVB bei der 27:29-Niederlage (17:15) so nah dran wie nie. Nach starken ersten 30 Minuten verhinderte die schwache Chancenverwertung im zweiten Abschnitt die Überraschung gegen den Dritten. Der durfte sich letztlich bei seinem überragenden Torhüter Tobias Thulin und beim elffachen Torschützen Michael Damgaard bedanken. Beide Mannschaften mussten auf wichtige Spieler verzichten. Bei Magdeburg fiel nach dem Langzeitverletzten Marko Bezjak mit Christian O’Sullivan kurzfristig auch der zweiten Spielmacher aus (Grippe). Der TVB hatte statt drei lediglich einen Linkshänder im rechten Rückraum zur Verfügung. Robert Markotic machte der Schleimbeutel in der Schulter zu schaffen. David Schmidt wäre nach seiner Daumenverletzung wieder spielfähig gewesen, nun verhinderte eine Bindehautentzündung sein Comeback. Christian Zeitz musste es also mehr oder weniger alleine richten – und knallte dem dänischen Nationaltorhüter Jannick Green nach 30 Sekunden den Ball zum 1:0 um die Ohren. Den Ausgleich besorgte einer, den die Stuttgarter – wie viele andere Teams – nicht unter Kontrolle bekamen: Michael Damgaard zeigte, weshalb er einer der weltbesten Handballer ist. Am Ende standen elf Tore auf seinem Konto – allerdings warf er auch 18-mal auf den Kasten. Bitter rennt Pfattheicher über den Haufen Nach zwei Minuten beklagte der TVB einen weiteren Ausfall. Johannes Bitter fing einen Magdeburger Konter ab, rannte jedoch im Vollsprint seinen zurückeilenden Mitspieler Sascha Pfattheicher über den Haufen. Der Rechtsaußen musste vom Spielfeld geführt werden. Die Entwarnung folgte nach Spielschluss: Nach ersten Erkenntnissen hat sich Pfattheicher nur eine leichte Gehirnerschütterung zugezogen. Nach Adam Lönns Treffer zum 2:1 eilte der TVB zunächst einem knappen Rückstand hinterher (2:3/3:4). Tim Wieling brachte den Gastgeber per Konter beim 5:4 nach acht Minuten erstmals wieder in Führung, die war jedoch rasch wieder weg (5:6). Nachdem Patrick Zieker einen Strafwurf an die Latte gesetzt hatte, erhöhte Moritz Preuss beim 7:5 auf zwei Tore (11.). Der TVB wechselte auf fast allen Positionen munter durch, während die Magdeburger mehr oder weniger der ersten sechs vertrauten. Im Rückraum war Michael Damgaard der Dreh- und Angelpunkt. Auf der Spielmacherposition versuchten sich Filip Kuzmanovski und Christoph Steinert mit mäßigem Erfolg. Gute Szenen dagegen hatte Albin Lagergren auf halbrechts. Im Positionsangriff hatte der Favorit große Probleme, beim TVB dagegen lief der Ball flüssiger, das Spiel war variabler. Christian Zeitz hatte mit seinen Würfen nicht so viel Glück, dafür glänzte der 39-Jährige mit tollen Anspielen. Das 8:7 besorgte er jedoch selbst (14.). Nach dem Ausgleich hatte der TVB seine beste Phase: Ein Dreher von Max Häfner zum 9:8, dann bediente Zeitz zweimal seinen Kreisläufer Zarko Pesevski – 11:9 (20.). Die Stuttgarter verteidigten mit einer konzentrierten Leistung den Vorsprung. Auch, weil Bitter das Torhüterduell gegen Green klar gewann. Magdeburg musste sich auf Damgaard verlassen, das 14:13 war bereits der sechste Treffer des Halblinken. Wie gewitzt der Däne ist, zeigte er Sekunden vor der Halbzeitsirene: Mit einem direkten Freiwurf überlistete er Bitter zum 17:15. Der TVB hatte zuvor gleich dreimal die Chance ausgelassen, auf drei Tore davonzuziehen. Deutlich aggressiver kam der SCM aus der Pause zurück – und mit einem Mann, der zusammen mit Damgaard zum Matchwinner wurde: Tobias Thulin hatte kurz vor der Pause Green abgelöst und brachte die TVB-Werfer reihenweise zur Verzweiflung. Zwölf Paraden des Schweden entsprachen am Ende einer Weltklasse-Fangquote von 55 Prozent. Der TVB verpatzte den Start in die zweiten 30 Minuten, mit einem 5:1-Lauf holte sich der Favorit beim 19:18 (34.) die Führung. Das Heimteam kämpfte sich aber zurück in die Partie, Dominik Weiß brachte sein Team per Konter beim 21:20 wieder in Führung. Die Stuttgarter hatten im Positionsangriff nun deutlich mehr Mühe – und die Gäste hatten Damgaard. Der zog sich zwar den Unmut der TVB-Fans zu, weil er das eine oder andere Mal Foulspiele und Hinausstellungen provozierte. Er traf aber auch häufig die richtige Entscheidung. Anders der TVB: Die überhasteten Abschlüsse häuften sich, auch bei Zeitz stieg die Fehlerquote. Je länger die Partie dauerte, desto mehr freie Chancen ließ das Team von Trainer Jürgen Schweikardt liegen. Die Magdeburger nutzten dies beim 26:23 (51.) für ihre erste Drei-Tore-Führung im Spiel. Der TVB versuchte es fortan mit dem taktischen Mittel Sieben gegen sechs, verkürzte zweimal auf zwei Tore. Vier Minuten vor dem Ende bedeutete Damgaards elfter Treffer zum 25:28 die Vorentscheidung – zumal der TVB weiterhin allzu fahrlässig mit seinen Möglichkeiten umging. So scheiterte Zieker zum zweiten Mal vom Siebenmeterstrich. Das Heimteam gab sich allerdings noch nicht geschlagen. 60 Sekunden vor dem Ende verkürzte Zieker zum 27:28. Bei einem Ballverlust der Magdeburger im finalen Angriff wäre noch ein Punkt möglich gewesen. Kay Smits machte gegen die offene Deckung des TVB mit dem 29:27 jedoch alles klar. Ein Beinbruch ist die Niederlage gegen ein Top Team für den TVB nicht. Er muss sich allerdings ärgern, weil er bei einer halbwegs ordentlichen Abschlussquote den vierten Sieg in Serie eingetütet hätte. TVB Stuttgart: Bitter, Lehmann; Häfner (3), Asgeirsson, Weiß (3), Faluvégi (1), Späth (2), Lönn (4), Röthlisberger (2), Zeitz (3), Zieker (5/1), Pfattheicher, Wieling (2), Pesevski (2). SC Magdeburg: Green, Thulin; Musa (2), Charpkowski, Musche (4), Steinert (1), Petterson (1), Hornke (1/1), Kuzmanovski (2), Smits (1), Schmidt, Mertens, Lagergren (5), Damgaard (11), Preuss (1).
Der Handball-Erstligist TVB Stuttgart hat auch den zehnten Vergleich mit dem SC Magdeburg verloren. Vor 2251 Fans in der ausverkauften Scharrena war der TVB bei der 27:29-Niederlage (17:15) so nah dran wie nie. Nach starken ersten 30 Minuten verhinderte die schwache Chancenverwertung im zweiten Abschnitt die Überraschung gegen den Dritten. Der durfte sich letztlich bei seinem überragenden Torhüter Tobias Thulin und beim elffachen Torschützen Michael Damgaard bedanken. Beide Mannschaften mussten auf wichtige Spieler verzichten. Bei Magdeburg fiel nach dem Langzeitverletzten Marko Bezjak mit Christian O’Sullivan kurzfristig auch der zweiten Spielmacher aus (Grippe). Der TVB hatte statt drei lediglich einen Linkshänder im rechten Rückraum zur Verfügung. Robert Markotic machte der Schleimbeutel in der Schulter zu schaffen. David Schmidt wäre nach seiner Daumenverletzung wieder spielfähig gewesen, nun verhinderte eine Bindehautentzündung sein Comeback. Christian Zeitz musste es also mehr oder weniger alleine richten – und knallte dem dänischen Nationaltorhüter Jannick Green nach 30 Sekunden den Ball zum 1:0 um die Ohren. Den Ausgleich besorgte einer, den die Stuttgarter – wie viele andere Teams – nicht unter Kontrolle bekamen: Michael Damgaard zeigte, weshalb er einer der weltbesten Handballer ist. Am Ende standen elf Tore auf seinem Konto – allerdings warf er auch 18-mal auf den Kasten. Bitter rennt Pfattheicher über den Haufen Nach zwei Minuten beklagte der TVB einen weiteren Ausfall. Johannes Bitter fing einen Magdeburger Konter ab, rannte jedoch im Vollsprint seinen zurückeilenden Mitspieler Sascha Pfattheicher über den Haufen. Der Rechtsaußen musste vom Spielfeld geführt werden. Die Entwarnung folgte nach Spielschluss: Nach ersten Erkenntnissen hat sich Pfattheicher nur eine leichte Gehirnerschütterung zugezogen. Nach Adam Lönns Treffer zum 2:1 eilte der TVB zunächst einem knappen Rückstand hinterher (2:3/3:4). Tim Wieling brachte den Gastgeber per Konter beim 5:4 nach acht Minuten erstmals wieder in Führung, die war jedoch rasch wieder weg (5:6). Nachdem Patrick Zieker einen Strafwurf an die Latte gesetzt hatte, erhöhte Moritz Preuss beim 7:5 auf zwei Tore (11.). Der TVB wechselte auf fast allen Positionen munter durch, während die Magdeburger mehr oder weniger der ersten sechs vertrauten. Im Rückraum war Michael Damgaard der Dreh- und Angelpunkt. Auf der Spielmacherposition versuchten sich Filip Kuzmanovski und Christoph Steinert mit mäßigem Erfolg. Gute Szenen dagegen hatte Albin Lagergren auf halbrechts. Im Positionsangriff hatte der Favorit große Probleme, beim TVB dagegen lief der Ball flüssiger, das Spiel war variabler. Christian Zeitz hatte mit seinen Würfen nicht so viel Glück, dafür glänzte der 39-Jährige mit tollen Anspielen. Das 8:7 besorgte er jedoch selbst (14.). Nach dem Ausgleich hatte der TVB seine beste Phase: Ein Dreher von Max Häfner zum 9:8, dann bediente Zeitz zweimal seinen Kreisläufer Zarko Pesevski – 11:9 (20.). Die Stuttgarter verteidigten mit einer konzentrierten Leistung den Vorsprung. Auch, weil Bitter das Torhüterduell gegen Green klar gewann. Magdeburg musste sich auf Damgaard verlassen, das 14:13 war bereits der sechste Treffer des Halblinken. Wie gewitzt der Däne ist, zeigte er Sekunden vor der Halbzeitsirene: Mit einem direkten Freiwurf überlistete er Bitter zum 17:15. Der TVB hatte zuvor gleich dreimal die Chance ausgelassen, auf drei Tore davonzuziehen. Deutlich aggressiver kam der SCM aus der Pause zurück – und mit einem Mann, der zusammen mit Damgaard zum Matchwinner wurde: Tobias Thulin hatte kurz vor der Pause Green abgelöst und brachte die TVB-Werfer reihenweise zur Verzweiflung. Zwölf Paraden des Schweden entsprachen am Ende einer Weltklasse-Fangquote von 55 Prozent. Der TVB verpatzte den Start in die zweiten 30 Minuten, mit einem 5:1-Lauf holte sich der Favorit beim 19:18 (34.) die Führung. Das Heimteam kämpfte sich aber zurück in die Partie, Dominik Weiß brachte sein Team per Konter beim 21:20 wieder in Führung. Die Stuttgarter hatten im Positionsangriff nun deutlich mehr Mühe – und die Gäste hatten Damgaard. Der zog sich zwar den Unmut der TVB-Fans zu, weil er das eine oder andere Mal Foulspiele und Hinausstellungen provozierte. Er traf aber auch häufig die richtige Entscheidung. Anders der TVB: Die überhasteten Abschlüsse häuften sich, auch bei Zeitz stieg die Fehlerquote. Je länger die Partie dauerte, desto mehr freie Chancen ließ das Team von Trainer Jürgen Schweikardt liegen. Die Magdeburger nutzten dies beim 26:23 (51.) für ihre erste Drei-Tore-Führung im Spiel. Der TVB versuchte es fortan mit dem taktischen Mittel Sieben gegen sechs, verkürzte zweimal auf zwei Tore. Vier Minuten vor dem Ende bedeutete Damgaards elfter Treffer zum 25:28 die Vorentscheidung – zumal der TVB weiterhin allzu fahrlässig mit seinen Möglichkeiten umging. So scheiterte Zieker zum zweiten Mal vom Siebenmeterstrich. Das Heimteam gab sich allerdings noch nicht geschlagen. 60 Sekunden vor dem Ende verkürzte Zieker zum 27:28. Bei einem Ballverlust der Magdeburger im finalen Angriff wäre noch ein Punkt möglich gewesen. Kay Smits machte gegen die offene Deckung des TVB mit dem 29:27 jedoch alles klar. Ein Beinbruch ist die Niederlage gegen ein Top Team für den TVB nicht. Er muss sich allerdings ärgern, weil er bei einer halbwegs ordentlichen Abschlussquote den vierten Sieg in Serie eingetütet hätte. TVB Stuttgart: Bitter, Lehmann; Häfner (3), Asgeirsson, Weiß (3), Faluvégi (1), Späth (2), Lönn (4), Röthlisberger (2), Zeitz (3), Zieker (5/1), Pfattheicher, Wieling (2), Pesevski (2). SC Magdeburg: Green, Thulin; Musa (2), Charpkowski, Musche (4), Steinert (1), Petterson (1), Hornke (1/1), Kuzmanovski (2), Smits (1), Schmidt, Mertens, Lagergren (5), Damgaard (11), Preuss (1).