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Vorbericht

Vier Zähler aus acht Spielen sind eine durchwachsene Bilanz für den Handball-Erstligisten TVB Stuttgart. Wenn nichts Außergewöhnliches passiert, werden an diesem Donnerstag nicht mehr Punkte hinzukommen. Der SC Magdeburg liegt mit 10:8 Punkten zwar ebenfalls hinter den Erwartungen zurück, zu Hause indes ist der Vorjahresdritte eine Macht.

„Zentrales Thema wird unser Rückzugsverhalten sein“, sagt der TVB-Trainer Jürgen Schweikardt vor dem Spiel in Magdeburg

Das neunte Saisonspiel des TVB ist das sechste in der Fremde – und eines, das zur höchsten Kategorie zählt. In der Getec-Arena haben die Gegner in der Regel nicht besonders viel Spaß. In der vorigen Saison behaupteten sich dort lediglich die Rhein-Neckar Löwen, die Füchse Berlin und FA Göppingen. In dieser Spielzeit traten der HBW Balingen-Weilstetten (26:38), die HSG Nordhorn-Lingen (27:39) und FA Göppingen (21:30) die Heimreise mit deftigen Pleiten an. Der Meisterschaftsfavorit THW Kiel musste mit 31:32 klein beigeben, die Rhein-Neckar Löwen dagegen holten sich beim 32:28 die Punkte.

Auswärts ging das Team von Trainer Bennet Wiegert gegen Melsungen, Wetzlar und Hannover leer aus. Mit 10:8 Punkten liegt der SCM hinter den Erwartungen zurück. Nach dem fünften, vierten und dritten Platz in den vergangenen Spielzeiten traute der eine oder andere Experte den Magdeburgern sogar den ganz großen Wurf zu. „Ich bin auch überrascht, dass die Magdeburger schon acht Punkte haben liegenlassen“, sagt der TVB-Trainer Jürgen Schweikardt. „Das zeigt aber auch, wie ausgeglichen die Liga in dieser Saison ist. Noch ist für Magdeburg aber nichts verloren.“

Große Stärke des Stuttgarter Gegners ist die Offensivpower. In der vergangenen Spielzeit erzielte lediglich der THW Kiel mehr Tore, nicht nur gegen den TVB (40:27 und 37:30) ließ es der SCM ordentlich krachen. In dieser Saison traf der SCM im Schnitt 31-mal pro Spiel ins Schwarze. Wie kein anderes Team der Liga setzt Magdeburg auf kompromisslosen Tempohandball. Das Gegenstoßspiel beherrscht der SCM nahezu perfekt, die Laufwege passen. „Unser zentrales Thema muss das Rückzugsverhalten sein, das muss in die Köpfe rein“, sagt Schweikardt. „Wir dürfen nicht hinterherschauen, sondern müssen sehen, dass wir schnellstmöglich ins Sechs gegen sechs kommen.“ Wenngleich die Magdeburger aufgrund ihrer hohen individuellen Qualität auch hier etliche Lösungen parat hätten. Mit Marko Bezjak und Christian O’Sullivan habe Magdeburg Spieler, die äußerst stark seien im Eins gegen eins und „den Ball hervorragend am Leben halten“. Albin Lagergren und Michael Damgaard seien dagegen wurfstark. Kurzum: Magdeburg ist schwer zu verteidigen. „Und mit Zeljko Musa hat es einen der besten Kreisläufer der Liga.“ Weitere Stützen im Team sind der dänische Weltmeister im Tor, Jannik Green, sowie der Torschützenkönig und deutsche Nationalspieler Matthias Musche auf Linksaußen.

„Wir wissen, was da auf uns zukommt“, sagt Schweikardt. Der TVB müsse aber auf sich schauen und versuchen, seine Leistung stetig zu verbessern. Das Ergebnis dürfe nicht im Vordergrund stehen. „Gegen Magdeburg können wir ohne Druck und Angst spielen.“

Der TVB wird mit unverändertem Kader nach Magdeburg reisen. Das heißt, der Rechtsaußen Sascha Pfattheicher muss weiter zuschauen. Die Verletzung an der Hüfte hat sich als Muskelriss entpuppt.

Quelle: Thomas Wagner / ZVW

Spielbericht

Am 10. Spieltag der LIQUI MOLY Handball-Bundesliga musste der TVB Stuttgart in Magdeburg ran. Sascha Pfattheicher war, wie letzte Woche gegen den TBV, verletzungsbedingt nicht im Kader, jedoch stand Rudolf Faluvegi dafür nach seiner Verletzung das erste Mal unter den ersten Sieben.

Das erste Tor der Partie erzielte Patrick Zieker für den TVB. Nach einer starken Parade von Bitter traf Schmidt zum 0:2. Die Gastgeber brauchten bis zur 5. Spielminute für ihren ersten Treffer durch Lagergren. Stuttgart kam besser in die Partie, weshalb es nach zehn Minuten 3:6 stand, vier Tore davon hatte Schmidt auf seinem Konto. Nach einem verworfenen 7-Meter und dem ersten fünf Tore-Rückstand fühlte sich Bennet Wiegert, Trainer des SCM, in der 12. Minute zur ersten Auszeit gezwungen.

Auch den nächsten 7-Meter parierte Bitter, welcher zu diesem Zeitpunkt eine 57%-Quote an gehaltenen Bällen hatte, und der TVB ging in der 13. Minute mit sechs Toren in Führung. Doch dann fanden auch die Magdeburger in die Partie und legten einen 4:0 Lauf hin. In der 23. Minute gelang dann durch Mertens der erstmalige Ausgleich für den SCM. Die WILD BOYS blieben jedoch dran und so netzte Peshevski zur 13:14-Halbzeitführung ein.

Zu Beginn der zweiten Hälfte war es eine umkämpfte Partie. Nach den ersten beiden verworfenen 7-Metern überwand Pettersson Bitter zum ersten Mal für Magdeburg vom Strich. Die zweite SCM-Führung des Spiels gelang Musa vom Kreis zum Stand von 21:20. Von da an tat sich der TVB schwer dranzubleiben, vor allem aufgrund von vielen Paraden des Magdeburger Torhüters Thulin und einem stark en Damgaard, den die Stuttgarter Abwehr einfach nicht in den Griff bekam.

Die dritte zwei Minuten Zeitstrafe für Röthlisberger und eine rote Karte für Faluvegi bedeuteten das Ende der Partie für die beiden kurz vor Schluss. Die endgültige Entscheidung fiel in der 58. Spielminute durch einen Treffer von Pettersson. Die letzten beiden Tore der Partie warf der Comebacker Moritz Preuss für den SCM. Am Ende musste sich der TVB also in der GETEC Arena in Magdeburg nach einem starken Kampf und einer guten Teamleistung mit 33:28 geschlagen geben.