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Vorbericht

Die Rhein-Neckar Löwen zählen zu den heißesten Titelkandidaten / „Wir fahren ambitioniert hin und wollen uns wehren“, sagt der TVB-Trainer Schweikardt

Siebenmal noch haben die Erstliga-Handballer des TVB Stuttgart in diesem Jahr die Gelegenheit, Punkte zu sammeln im Kampf gegen den Abstieg. Beim zweimaligen Deutschen Meister und Titelanwärter Rhein-Neckar Löwen am Sonntag (16 Uhr) stehen die Chancen eher schlecht – es sei denn, die Löwen halten eine längere Siesta.

Es kommt einiges zu auf den TVB im Restjahr. Fünf der sieben Stuttgarter Gegner bis zur Spielpause im Januar stehen derzeit in der Tabelle unter den ersten sieben. Zudem ist das Team von Trainer Jürgen Schweikardt im Dezember binnen 15 Tagen gleich fünfmal im Einsatz.

Der November endet mit einer Partie, in der sich der TVB nicht viel ausrechnen darf. Schließlich geht’s zum zweimaligen Deutschen Meister. Nach dem – etwas enttäuschenden – vierten Platz in der vergangenen Saison werden die Löwen in dieser Spielzeit wieder als heißer Titelkandidat gehandelt. Vom besten Löwen-Kader aller Zeiten gar war im Vorfeld die Rede – weil sich die Mannheimer hervorragend verstärkt haben.

Mit Uwe Gensheimer kehrte einer der weltbesten Linksaußen an seine alte Wirkungsstätte zurück, für den Rückraum kamen die Nationalspieler Romain Lagarde (Frankreich) und Niclas Kirkelökke (Dänemark) hinzu. Wie stark der Kader in der Spitze und Breite besetzt ist, zeigen die Personalplanungen für die nächste Saison: Mads Mensah Larsen (SG Flensburg-Handewitt) und Gedeon Guardiola (TBV Lemgo) werden die Löwen verlassen. Bis auf den jungen Rechtsaußen Tim Ganz ist jeder Löwe international erprobt.

Das Torhüter-Gespann Mikael Appelgren/Andreas Palicka zählt zum Besten, was die Liga zu bieten hat. Andy Schmid ist einer der weltbesten Spielmacher, der isländische Linkshänder Alexander Petersson ist auch mit 39 Jahren noch Weltklasse. Für die deutsche Nationalmannschaft laufen Steffen Fäth, Patrick Groetzki und Jannik Kohlbacher auf.

„Die Löwen sind zweifellos super besetzt“, sagt der TVB-Trainer Jürgen Schweikardt. Mit den acht Minuspunkten seien sie voll dabei im Titelrennen, das so offen wie schon lange nicht mehr ist: Nur zwei Zähler trennen den Ersten Flensburg vom Siebten Berlin.

Wie der TVB, so mussten auch die Löwen mit einem ungewöhnlichen Auftaktprogramm klarkommen: In den ersten 13 Spielen traten sie gleich neunmal auswärts an. Dennoch kamen sie mit 10:2 Punkten sehr gut in die Saison, setzten sich unter anderem bei den heimstarken Magdeburgern durch (32:28). Nach einer kurzen Durststrecke (29:29 in Erlangen, 29:29 in Hannover und 22:23 in Berlin) überzeugte das Team des neuen Trainers Kristjan Andresson wieder. Es zwang den Mitfavoriten Kiel mit 26:25 in die Knie, holte in Leipzig die Punkte (29:28) und zog am Mittwoch mit dem souveränen 29:17-Sieg gegen den weißrussischen Rekordmeister SKA Minsk ungefährdet in die Gruppenphase des EHF-Pokals ein.

Die Aussichten, mit einem Erfolgserlebnis aus Mannheim zurückzukehren, sind also nicht gut für den TVB. „Wir fahren ambitioniert hin und wollen uns mit allen Kräften wehren“, sagt Schweikardt. „Wenn wir einen guten Tag erwischen, tun sich alle Mannschaften gegen uns schwer.“ Das hätten die Spiele in Magdeburg und gegen Flensburg gezeigt. Sollte die Sensation ausbleiben, wünscht sich der Trainer zumindest ein gutes Spiel. „Wir müssen unsere Sicherheit zurückgewinnen.“ Vor der eminent wichtigen Partie gegen die HSG Nordhorn-Lingen am Sonntag in einer Woche kann dies nicht schaden.

Der TVB wird voraussichtlich in Bestbesetzung antreten. Samuel Röthlisbergers Muskelverspannung dürfte bis Sonntag auskuriert sein.

Quelle: Thomas Wagner / ZVW

Spielbericht

Die Löwen kamen besser in die Partie und gingen schnell mit vier Toren in Führung, was unter anderem der mangelnden Beweglichkeit im Angriffsspiel des TVB zuzuschreiben war. Doch dann ließen die Mannheimer nach und auch die WILD BOYS fanden ins Spiel, weshalb nach zwölf Minuten die erste Führung für den TVB auf der Anzeigetafel stand. 

Nach der ersten Auszeit von Löwen-Trainer Kristjan Andresson in der 18. Minute wurde der TVB zu fahrlässig in der Abwehr, was die Gastgeber ausnutzen konnten und einen 5:1 Lauf hinlegten. Auch Schweikardt nahm gute zehn Minuten nach Andresson seine erste Auszeit und appellierte an seine Mannschaft, sich jetzt nicht abhängen zu lassen. Die Worte des Stuttgarter Trainers zeigten ihre Wirkung und so ging es mit einem Spielstand von 14:14 in die Pause. 

Bitter parierte den ersten Wurf der Mannheimer in der zweiten Hälfte und der TVB nutzte die Gelegenheit, um direkt das erste Mal im zweiten Abschnitt in Führung zu gehen. Doch die Stuttgarter konnten diese Führung nicht lange halten und so gelang es den Löwen in der 45. Minute mit drei Toren in Führung zu gehen. 

Der TVB schaffte es dann in der Schlussphase nicht mehr auszugleichen oder gar in Führung zu gehen, da vor allem Andy Schmid (10 Tore) und Jannik Kohlbacher (8 Tore) nicht verteidigt werden konnten. Am Ende stand also eine knappe Niederlage (33:32) zu Buche.