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tvb-vs-balingen-weilstetten-2020

Vorbericht

 

Liebe Handballfreunde,

heute sind wir wieder in der großen Porsche Arena und es ist erneut ein Derby angesagt. Dazu begrüßt Sie der TVB Stuttgart zu seinem Heimspiel in der LIQUI MOLY HBL gegen den HBW Balingen-Weilsteten. Willkommen heißen wir hier natürlich auch die Mannschaft von der Schwäbischen Alb sowie die mitgereisten Anhänger des Teams aus dem Zolllernalbkreis. Und das werden wieder eine ganze Menge sein, die sich heute in die Landeshauptstadt aufgemacht haben. Grüß Gott sagen wir auch den beiden Schiedsrichtern der heutigen Partie. Wir wünschen ihnen ein glückliches Händchen und „gut Pfiff“.

Dank einer sehr engagierten Abwehrleistung und einem überragenden Johannes „Jogi“ Bitter im Tor feierte der TVB Stuttgart am letzten Sonntag mit dem 29:26 den ersten Derbyheimsieg gegen Frisch Auf Göppingen. Dabei zeigten die WILD BOYS bereits in den ersten Minuten, dass sie dieses Landesduell unbedingt gewinnen wollten. 4:1 hieß es nach wenigen Minuten in der proppenvollen Porsche Arena. Mit einem energischen Zwischenspurt zog die Heimmannschaft unter dem Jubel der Zuschauer in der zweiten Spielhälfte auf 22:16 davon und legte damit den Grundstein zum Sieg. „Ich bin sehr glücklich über den heutigen Heimerfolg“, freute sich TVB-Trainer Jürgen Schweikardt und Kreisläufer Manuel Späth ergänzte: „Das war heute ein weiterer Schritt in Richtung Klassenerhalt und hat uns auch Selbstvertrauen für die kommenden Aufgaben gegeben.“

Auch die Partie gegen Erlangen vor eineinhalb Wochen war eine klare Angelegenheit für die WILD BOYS. Mit 30:24 gewann die Heimmannschaft und konnte damit wichtige Zähler im Kampf um den Klassenerhalt verbuchen. Die Zuschauer merkten deutlich, dass die Automatismen beim TVB immer besser funktionieren, was besonders auch Zarko Peshevski eindrucksvoll unter Beweis stellte. Dem Kreisläufer gelangen insgesamt fünf Tore, was von einer deutlichen Steigerung im Angriffsspiel der WILD BOYS zeugt. „Für Zarko freute es mich riesig“, stellte auch Jürgen Schweikardt fest, der aber auch Jogi Bitter, Max Häfner und Christian Zeitz in seine Lobeshymnen einbezog.

Das Derby gegen Frisch Auf Göppingen liegt also erst eine Woche zurück, da kommt es heute für die WLD BOYS gegen den HBW Balingen-Weilstetten zu einem weiteren Kracher in der LIQUI MOLY HBL. Und der Aufsteiger von der Schwäbischen wird heute mit viel Kampf und Engagement in die Partie gehen. Das hat Trainer Jens Bürkle seinem Team mit Sicherheit mit auf den Weg gegeben. Das weiß auch TVB-Coach Jürgen Schweikardt, der mit dem Balinger Trainer schon beim TV Bittenfeld zusammengespielt hat, damals noch zu Oberliga-Zeiten. Und der Öffinger (Bürkle) wird sich sicherlich die Partie zwischen dem TVB Stuttgart und Frisch Auf Göppingen vor Wochenfrist in der Porsche Arena angeschaut, danach gründlich analysiert und seine Schlüsse gezogen haben. Die WILD BOYS werden also heute auf einen Gegner treffen, der hervorragend eingestellt ist und auf jede Situation reagieren kann.

Nach dem Aufstieg haben die „Gallier von der Alb“ einiges investiert, um in der stärksten Handballliga der Welt konkurrenzfähig zu sein. Von den Rhein-Neckar Löwen kamen Vladan Lipovina sowie Lars Röller und aus Dänemark wurde Mike Jensen verpflichtet. Damit sind die Balinger bis jetzt sehr gut gefahren, haben sie doch momentan zwei Zähler Vorsprung auf einen Abstiegsplatz. Es könnte aber auch für sie noch eng, wenn die Eulen Ludwigshafen in den letzten Spielen der Saison wieder so kräftig aufholen wie vor Jahresfrist. „Man weiß nie, was die Friesenheimer wieder veranstalten“, zollt auch TVB-Coach Jürgen Schweikardt dem Kontrahenten großen Respekt.

Aus diesem Grund wollen auch die WILD BOYS heute die Punkte in der Porsche Arena behalten. Damit will man zum einen den eigenen Anhängern Grund zur Freude geben und zum anderen sich den württembergischen Rivalen vom Leib halten. Man kann aber nie sicher sein, was Balingens Coach Jens Bürkle in seiner Trickkiste hat, um seine Mannschaft zu motivieren. Dies gelang ihm besonders gegen die MT Melsungen, Frisch Auf Göppingen und die Füchse Berlin. Aber auch gegen den Bergischen HC und den SC DHfK Leipzig zeigten die „Gallier von der Alb“ deutlich ihre Krallen. Nichtsdestotrotz benötigt auch die Heimmannschaft die Punkte dringend, um frühzeitig Planungssicherheit zu bekommen. „Wir müssen auf jeden Fall den Kampfgeist und das Engagement aus der Vorwoche mitnehmen, um diese Partie für uns zu entscheiden“, fordert Torhüter und Kapitän Jogi Bitter.

Freuen Sie sich heute auf ein spannendes und faires Handballspiel.

Ihr Joachim Gröser

Trainerinterview

 

Herr Bürkle, im Jahr 2020 konnte Ihre Mannschaft noch keine Punkte gewinnen. Woran lag es Ihrer Meinung nach, dass dies noch nicht gelungen ist?

Da gibt es mit Sicherheit unterschiedliche Gründe. Tatsächlich war unser Programm anspruchsvoll, wobei wir uns zumindest zu Hause gegen Lemgo etwas ausgerechnet hatten, die Chance zu punkten auch da war und wir nicht ganz an unserem Limit gespielt haben. Zusätzlich waren wir in Erlangen nahe dran etwas Zählbares mitzunehmen und hatten in Berlin gute Phasen. Überall haben Kleinigkeiten gefehlt. Trotzdem müssen wir jetzt ruhig bleiben, da in den Spielen viele Dinge auch gut waren.

Die Tabellensituation sah für Ihre Mannschaft Anfang Dezember sehr komfortabel aus. Haben Sie sich zu irgendeinem Zeitpunkt von der Tabelle blenden lassen oder haben Sie zu jeder Zeit den Abstiegskampf realistisch eingeschätzt?

Wir wissen natürlich wie die Programme der Mannschaften aussahen und aussehen. Dass außerdem der Start in die Rückrunde für uns einige Schwierigkeiten bereithalten könnte, hatten wir im Kopf. Es war bisher jedes Jahr so, dass sich die Liga zum Ende hin wieder zusammengeschoben hat. Dass dann gegen Ende immer Dinge passieren, mit denen einfach gar niemand rechnet, ist normal.

Wie hätten Sie reagiert, wenn Ihnen jemand im August die 15 Pluspunkte bis zum Jahreswechsel zur Unterschrift vorgelegt hätte? Wie zufrieden waren Sie mit der Vorrunde?

Wir hätten sie natürlich genommen und nehmen sie auch jetzt noch gerne. In der letzten Saison haben 14 Punkte zum Klassenerhalt gereicht. Wenn man sieht wie sich meine Mannschaft vom DHB-Pokal zu Saisonbeginn bis jetzt entwickelt hat, kann ich nur sagen, dass sie vieles verstanden hat und schon deutlich besser macht. Wir wissen, dass wenn wir gut spielen, wir vielen Teams Probleme bereiten können, zu denen ich auch Stuttgart zähle. Wir müssen weiterhin Ruhe bewahren, unsere Sachen sauber spielen und weiterhin Woche für Woche so gut weiterarbeiten.

Im Hinspiel hat Ihre Mannschaft eine unglaubliche Aufholjagd hingelegt und am Ende einen Punkt gewonnen. Was ist Ihnen aus dem Hinspiel noch besonders im Gedächtnis geblieben?

Ich denke, dass im Hinspiel beide Mannschaften nicht Ihr höchstes Niveau gezeigt haben. Das können beide Teams besser. Was wir bereits mehrmals in dieser Saison hinbekommen haben, ist Spiele zu drehen. Das war im Herbst gegen Stuttgart so und ist uns zum Beispiel dieses Jahr gegen Erlangen beinahe wieder gelungen. Das ist eine besondere Fähigkeit meiner Mannschaft. Am Ende waren wir mit dem Punkt gegen Stuttgart zufrieden, denn wir hatten damals fünf Spiele in Serie nicht verloren, obwohl wir Stuttgart zu Hause natürlich besiegen wollten.

Die Mannschaft von Jürgen Schweikardt hat seit der EM-Pause bereits sieben Zähler geholt. Wie haben Sie die Leistungen der Wild Boys in den letzten Spielen gesehen?

Es war abzusehen, dass nach dem Umbruch irgendwann der Knoten platzen würde. Die Mannschaft wurde mit Qualität umgebaut. Trotzdem denke ich, dass der Sieg gegen Melsungen Druck genommen hat, wodurch in den darauffolgenden Spielen eine gewisse Leichtigkeit im Spiel zu sehen war. Die Verpflichtung von Christian Zeitz hat sich zudem für den TVB bewährt.

Der Faktor Selbstvertrauen dürfte nach den letzten Ergebnissen für den TVB ausschlagen. Welche Faktoren sprechen am kommenden Sonntag für Ihr Team?

Niemand sollte uns im Vorfeld abschreiben. Es ist ein Derby und ich denke, dass die beiden Teams weder von den Punkten in der Tabelle noch vom Leistungsvermögen weit auseinander liegen. Es wird ein schönes Spiel und wir legen uns natürlich ein Konzept zurecht, von dem wir überzeugt sind, dass wir Stuttgart damit wehtun können. Und so wird es Stuttgart selbstverständlich auch machen. Es wird ein spannendes Spiel vor einer tollen Kulisse und vielleicht sind wir nun endlich auch mal dran, die nächsten Auswärtspunkte zu holen.

Spielbericht

 

Nothdurft brachte die Gäste im ersten Angriff in Führung. Darauf folgten einige Fehlwürfe auf beiden Seiten bis Sascha Pfattheicher die Porsche-Arena in der vierten Spielminute mit dem ersten Tor für den TVB erlöste. Nachdem Jogi Bitter überragend in die Partie startete, konnte der TVB durch das Tor von Zeitz erstmals in Führung gehen. Doch die Führung hielt nicht lange und so lagen die Gäste in der siebten Minute mit 2:3 vorn. Die Wurfversuche der Stuttgarter fanden nun das Tor des HBW und führten mit 6:4 und 7:5. Doch die Gäste hielten den Anschluss und glichen per Strafwurf in der 16. Spielminute zum 8:8 aus. Von einer ungewohnten Position – von Halbrechts – netzte Zieker erneut zur Führung ein. Die Partie schien ausgeglichen. Der TVB konnte durch eine aufmerksame Abwehrarbeit mit stark aufspielendem Schlussmann Bitter in der 26. Minute mit drei Toren wegziehen.

Durch Fehler im Stuttgarter Angriff erzielten die Gäste den Anschlusstreffer zum 14:13 wenige Minuten vor der Halbzeit. Dominik Weiß war es, der dem TVB wieder eine zwei-Tore-Führung verschaffte. Trotz doppelter Unterzahl konnte Stuttgart mit 16:14 den Vorsprung halten. Lipovina verkürzte nochmal, bevor sich beide Teams zur Halbzeit beim Spielstand von 16:15 in die Kabinen verabschiedeten.

Nach der Halbzeit kam der TVB nur schwer ins Spiel. Mit erneut einer doppelten Unzahl konnten die Gäste drei Minuten nach Anpfiff ausgleichen. Häfner und Zieker sorgten durch ihre Tore für eine erneute zwei-Tore-Führung. Danach folgte eine stärkere Phase des TVB. Bitter parierte und leitete dadurch das zweite Tor in Folge von Späth ein. Stuttgart führte in der 38. Spielminute 21:18, 23:18 (40. Minute). Die Gäste fanden keine Lösungen mehr gegen die stabile Abwehr des TVB. Stuttgart baute im Gegenzug die Vorsprung weiter aus. Schoch verkürzte zum 24:20. Der eingewechselte Wieling netzte zur 5-Tore-Führung. Auch in den letzten Spielminuten der Partie lies der TVB nicht nach und baute sechs Minuten vor Ende die Führung auf 29:22, 30:23 (56.) aus.

Der TVB gewinnt heute zwei weitere wichtige Punkte im Kampf und den Klassenerhalt und geht verdient mit 32:26 als Sieger vom Platz.