U19 WOL: Unnötiges Unentschieden!

TV Bittenfeld 2 – HSG Freiberg/Benningen/Hoheneck 26:26

Vergangenen Sonntag präsentierte sich unsere U19 in der Württembergliga im Abschluss zu nervös. Zu viele vergebene Gelegenheiten und einige Unkonzentriertheiten in der Abwehr gaben dem Gegner immer wieder die Möglichkeit das Spiel eng zu gestalten und letztlich verdient einen Punkt aus der Gemeindehalle zu entführen.

Die Young Boys konnten auf einen kompletten Kader zugreifen. Aus der U17 kamen Philipp Kusche und Anton Rothwein im Tor als Unterstützung hinzu. Zu Beginn der Partie zeigte sich bereits, was die Hausherren leider das gesamte Spiel nicht abzustellen wussten: viele klare Gelegenheiten konnten sich die Young Boys erspielen, diese leider zu selten erfolgreich verwerten. So hielten die Gäste stets Anschluss an die Jungs des TVB und nach 13 Minuten beim Stand von 6:6 sah sich Trainer Ulf Lindner dann zur ersten Auszeit gennötigt. Taktisch gab es wenig zu korrigieren, die Chancen waren ja vorhanden, lediglich die Konsequenz im Abschluss sollte wiederhergestellt werden. Nach der Auszeit konnte sich der TVB dann auch zunächst durch Silas Müller und Theo Siegle auf 10:8 absetzen, konnte diesen Abstand dann leider nicht ausbauen. Beim Stand von 13:12 wurden dann die Seiten gewechselt.

Nach der Halbzeit präsentierte sich unsere Württembergliga U19 dann vor allem in der Abwehr verbessert. In der Anfangsphase schien sich vorerst der Trend aus der ersten Spielhälfte fortzusetzen. Doch nach zehn gespielten Minuten gelang es dem TVB etwas besser ins Spiel zu kommen und konnte in der 43. Minute erstmals auf 20:17 stellen. In der Folge verpassten man es dann, trotz vieler Gelegenheiten den Abstand auszubauen und sich die notwendige Sicherheit zu verschaffen. Die Gäste erkannten ihre Chance auf die ersten Punkte und setzten den TVB ständig unter Druck. Vor allem in den letzten zehn Minuten konnten sie dann die Nervosität der Young Boys nutzen und sich letztlich verdient auf ein Unentschieden heranarbeiten.

Unsere U19 verpasst somit die Chance sich im oberen Tabellendrittel festzusetzen. Man muss allerdings auch festhalten, dass am kommenden Woche beim Derby in Fellbach nach wie vor die Möglichkeit auf Platz 3 besteht. Die Mannschaft hat gezeigt, dass sie spielerisch die Qualität hat in dieser Liga eine wichtige Rolle zu spielen und kann das am kommenden Sonntag in der Zeppelinhalle in Fellbach beweisen.

Es spielten: Max Petershans (TW), Anton Rothwein (TW), Benjamin König, Fynn Fröschle (8/3), Noah Herda (1), Florian Kruck, Theo Siegle (6), Nicolay Beurer (5), Niklas Winger (3), Philipp Kusche (1), Silas Müller (1), Lucas Kleinknecht, Felix Hofmann (1)

Mimi Kraus im Interview nach seinem 18-Tore-Spiel

18 Tore in weniger als 60 Minuten. Diese starke Leistung erbrachte Mimi Kraus im Spiel gegen die TSV Hannover Burgdorf und warf seine Mannschaft damit zum Sieg. Fast hätte er Stefan Schröder’s Bundesligarekord von 21 Toren geknackt. Wir haben uns mit ihm über seine herausragende Leistung, die kommenden Partien und die Länderspielpause unterhalten.

 

Hallo Mimi! Kannst du uns denn verraten, was es bei dir am Donnerstag zum Essen gab?

Mimi Kraus: Am Spieltag selbst gibt es bei mir immer das Gleiche zum Essen. Was das ist, bleibt mein Geheimnis (lacht). Jedoch war ich diesmal am Mittwochabend mit unserem Pressesprecher beim Italiener. Der Tisch beim Italiener ist bereits für die kommenden Wochen vor dem Spieltag reserviert (lacht wieder).

Hattest du schon vor dem Spiel das Gefühl, dass es ein guter Tag für dich werden könnte?

Mimi Kraus: Ich habe sehr gut geschlafen, gut gegessen und war von morgens an voll fokussiert auf das Match. Mir war bewusst, dass wir das Spiel auf jeden Fall gewinnen können.

Du hast gegen die TSV Hannover-Burgdorf 18 (!) Tore gemacht. Wie passiert sowas?

Mimi Kraus: Das ist schwer zu sagen. Ich bin mit einer, beziehungsweise zwei guten Aktionen ins Spiel gestartet. Die ersten zwei Würfe waren gleich drin. Irgendwann bekommt man so viel Selbstvertrauen und man merkt, dass heute fast alles klappt! Das Spiel lief dann quasi von alleine.

Was war vor diesem Spiel dein persönlicher Bestwert?

Mimi Kraus: Vor dem Spiel müsste mein Bestwert bei 16 Treffern gelegen haben.

Wo ordnest Du diese Leistung in Deiner persönlichen Hitliste ein?   

Mimi Kraus: Nach so vielen Spielen in der DKB Handball-Bundesliga, Champions League und für die Nationalmannschaft ist das schwer einzuordnen. Mit Sicherheit ist das Spiel sehr weit oben in meiner Hitliste platziert. Jedoch habe ich auch bereits in noch wichtigeren Spielen starke Leistungen zeigen können.    

Zu welchem Zeitpunkt im Spiel wusstest du: Okay, heute klappt alles.

Mimi Kraus: Naja, alles hat ja nicht geklappt. Sonst hätte ich eine 100% Quote gehabt (lacht). Aber wie vorhin bereits erwähnt wird man mit jeder gelungenen Aktion immer selbstbewusster. Da gibt es keinen richtigen Zeitpunkt.

Du meintest nach dem Spiel, du hättest noch mehr Tore machen müssen. Hättest du im Nachhinein gerne den Bundesligarekord von Stefan Schröder gebrochen?

Mimi Kraus: Sicher! Jeder bricht gerne Rekorde. Ehrlich gesagt habe ich mir aber bis kurz vor Spielende keine Gedanken über den Rekord gemacht. Erst drei Minuten vor Ende kam dann Max Häfner zu mir auf der Bank und sagte, dass der Rekord bei 21 Treffern liegt. Da war es dann leider zu spät für mich (lacht).

Hattest Du schon Kontakt zu Stefan Schröder?   

Mimi Kraus: Stefan war tatsächlich der erste, der mir per WhatsApp geschrieben hat. Der O-Ton von Stefan: „Kurz geschwitzt, Glückwunsch! War froh, dass dich dein Trainer ausgewechselt hat!“. Kurz danach kam meine persönliche Lieblingsnachricht von Philip Müller: „Ernsthaft? Ich habe in dem Jahr nicht 18 Mal aufs Tor geworfen. Respekt und Glückwunsch zum Sieg!“.

Dein Trainer hat auf der Pressekonferenz gewitzelt, dass du bestimmt immer noch auf der Platte stehst und weiter auf das Tor wirfst. Warst du traurig, als das Spiel vorbei war?

Mimi Kraus: Ich war einfach froh, dass das Spiel zu Ende war und ich komplett ausgepowert mit der Mannschaft den Sieg feiern konnte. Das waren zwei extrem wichtige Punkte für uns.

Musstest du dir ein paar Sprüche in der Kabine anhören oder gab es besondere Nachrichten von Weggefährten, die dir nach dem Spiel geschrieben haben?

Mimi Kraus: Das würde jetzt glaube ich den Rahmen sprengen, wenn ich hier alle Leute aufzähle. Aber natürlich darf man sich von seinen Teamkollegen den ein oder anderen Spruch anhören. Nach so einem Spiel genießt man das aber auch ein Stück weit (lächelt).

Bis auf die HSG Wetzlar hat die gesamte direkte Konkurrenz am 10. Spieltag nicht gewonnen. Wie wichtig war der Sieg gegen die Recken?

Mimi Kraus: Gerade im Hinblick auf die nun anstehenden, schweren Partien waren der Sieg und die beiden Punkte enorm wichtig. Natürlich nimmt man wahr, dass die Konkurrenz nicht gewonnen hat. Jedoch schauen wir aktuell nur darauf, dass wir möglichst viele Punkte holen.

Nach der Länderspielpause müsst ihr zu den Füchsen nach Berlin und dann kommt der SC Magdeburg. Was ist da für euch drin?

Mimi Kraus: Mit Sicherheit gehen wir als klarer Außenseiter in die beiden Spiele. Die Füchse haben aktuell großes Verletzungspech. Die Spieler, die zum Einsatz kommen, sind deshalb oft ein Stück weit noch motivierter. Das bedeutet, dass es für uns deswegen nicht einfacher werden wird. Die Berliner werden trotzdem noch einen sehr starken Kader auf die Platte bringen. Der SC Magdeburg spielt für mich aktuell den besten Handball in der Liga. Gegen beide Teams wird es extrem schwer werden, aber wir haben bereits in der letzten Saison gegen die Teams gezeigt, dass mit Teamgeist und unbedingtem Wille Punkte drin sind.

Bis zur Winterpause habt ihr noch acht Spieltage. Wie richtungsweisend werden die nächsten Wochen? Wie viele Punkte wollt ihr aus diesen Spielen holen?

Mimi Kraus: An Punkten ist das schwer festzumachen. Wir wollen einfach unsere bestmögliche Leistung abrufen und so viele Punkte wie möglich einfahren.

Während die DKB Handball-Bundesliga Winterpause hat, findet die Heim-Weltmeisterschaft statt. Auf der Spielmacher-Position scheint die Nationalmannschaft noch Bedarf zu haben?

Mimi Kraus: Wenn die DKB Handball-Bundesliga das so analysiert, lassen wir es so stehen (lacht).

Was machst Du inzwischen in der spielfreien Zeit, wenn die Nationalmannschaft unterwegs ist?

Mimi Kraus: In der spielfreien Zeit verbringe ich viel Zeit mit meiner Familie. Nebenher kommt bei mir aber auch das individuelle Training nicht zu kurz. Wie man weiß, bin ich ein großer Fitness- und CrossFit-Fan und arbeite ständig an meinem Körper.

 

Quelle: DKB HBL