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Vorbericht

 

 

Liebe Handballfreunde,

heute ist in Stuttgart Derbytime angesagt. Dazu begrüßt Sie der TVB Stuttgart wieder in der größeren Porsche-Arena zu seinem Heimspiel in der LIQUI MOLY HBL gegen Frisch Auf Göppingen. Willkommen heißen wir hier natürlich auch die Mannschaft vom Hohenstaufen sowie die mitgereisten Anhänger des Teams aus dem Filstal. Und das werden wieder eine ganze Menge sein, sind es doch von der Fils an den Neckar nur etwa 50 Kilometer. Grüß Gott sagen wir auch den beiden Schiedsrichtern der heutigen Partie. Wir wünschen ihnen ein glückliches Händchen und „gut Pfiff“.

Derbys haben wie immer ihre eigenen Gesetze. Die Hallen sind voll, die Mannschaften und die Zuschauer schenken sich nichts. Die beiden Lager der jeweiligen Anhänger werden ihre Teams lautstark und bedingungslos anfeuern. Die Spieler kennen sich untereinander, der Göppinger Manuel Späth ist jetzt für den TVB Stuttgart aktiv. Es werden viele Emotionen freigesetzt, aber hinterher müssen sich die Spieler und auch die Zuschauer wieder fair die Hände reichen und vielleicht sogar ein Bierchen miteinander trinken. So muss es sein in einem Derby, das natürlich jeder gewinnen will.

Erwartungsgemäß wenig zu holen gab es für die WILD BOYS beim Gastspiel in der Kieler Sparkassen Arena. Das Team von Trainer Jürgen Schweikardt lag bereits zur Pause mit 11:19 zurück und unterlag am Ende mit 23:,35 an der Förde. „Wir machten es dem Champions League-Viertelfinalisten über das ganze Spiel hinweg mit einfachen Fehlern und vielen verworfenen Bällen zu einfach“, haderte TVB-Trainer Jürgen Schweikardt und weiter: „Wir müssen unsere Lehren daraus ziehen und uns dann ganz intensiv auf unsere wichtigen Heimspiele gegen den HC Erlangen und Frisch Auf Göppingen vorbereiten.“

Dafür landete der TVB Stuttgart in Melsungen einen wahren Coup und gewann in Nordhessen sensationell mit 26:21. Eine starke Abwehr und ein ausgezeichnet aufgelegter Johannes „Jogi“ Bitter, der seine EM-Form konservieren konnte, waren das Prunkstück der Schwaben, die sich auch nicht durch einen Zwischenspurt der Gastgeber verunsichern ließen und ihrerseits mit einem 3:0 Lauf konterten. Am Ende stand ein verdienter Auswärtssieg für die Schwaben zu Buche und die WILD BOYS feierten einen wichtigen Erfolg im Kampf um den Klassenerhalt, zu dem auch der erst am Vortag verpflichtete Christian Zeitz drei Treffer beitrug. Mit der Verpflichtung des Weltmeisters von 2007, dessen bisheriger Verein, die SG Nußloch, Insolvenz anmelden musste, reagierte der TVB auf die Verletzung von Nationalspieler und EM-Fahrer David Schmidt. „Wir sind davon überzeugt, dass der erfahrene Nordbadener mit seiner Präsenz für uns ein wichtiger Faktor im Abstiegskampf sein kann“, erklärte TVB-Coach Jürgen Schweikardt.

Dafür ging es vor zwei Wochen gegen den SC DHfK Leipzig richtig spannend zu. Beim 25:25 gegen die Messestädter bewies der TVB Stuttgart ansteigende Form. Die Abwehr und Johannes „Jogi“ Bitter hielten das Unentschieden gegen die Sachsen fest, für das Dominik Weiß mit seinem Ausgleichstreffer in quasi letzter Sekunde sorgte. „Die Mannschaft hat es kämpferisch hervorragend gemacht und sich am Ende diesen einen Punkt redlich verdient“, lobte der Trainer und weiter: „Auf dieser Leistung können wir aufbauen.

Die Leistungen von Melsungen und gegen Leipzig zu wiederholen muss heute das Ziel des TVB Stuttgart sein. Denn Frisch Auf Göppingen hat schon einen großen Namen im deutschen und internationalen Handball, wenngleich das Team in dieser Saison dem gesteckten Ziel deutlich hinterherhinkt. Aber die Göppinger haben trotzdem eine sehr starke Mannschaft, die immer wieder für eine Überraschung gut sein kann. Zwar sind die Teams aus dem oberen Tabellendrittel etwas enteilt, dafür gab es aber vor zwei Wochen einen deutlichen Erfolg über den Bergischen HC für die Mannschaft von Trainer Helmut Mayerhoffer. Die Stützen von Frisch Auf Göppingen sind unter anderem Torhüter Daniel Rebmann, die Rückraumspieler Sebastian Heymann, Ivan Sliskovic, Tim Kneule und Nikolai Theilinger. Marcel Schiller und Marco Rentschler sorgen über die Außenpositionen für Gefahr und am Kreis werfen sich Abwehrchef Jacob Bagersted und Kresimir Kozina in die Bresche.

„Das sind alles gestandene Bundesligaspieler. Wir müssen schon einen auszeichneten Tag erwischen, wollen wir heute nicht mit leeren Händen nach Hause gehen“, weiß auch TVB-Coach Jürgen Schweikardt. „Wir werden heute in diesem Derby auf jeden Fall alles geben, um erfolgreich zu sein“, verspricht zudem TVB-Kapitän Johannes „Jogi“ Bitter. 

Freuen Sie sich heute auf ein spannendes und faires Handballspiel.

Ihr Joachim Gröser

Trainerinterview

Herr Mayerhoffer, Gratulation zum Sieg gegen den BHC. Was hat Ihre Mannschaft besser gemacht, als bei den Niederlagen gegen Minden und Ludwigshafen zuvor?

Ich denke, dass man im Falle der beiden genannten Spiele differenzieren muss. Im Spiel gegen Ludwigshafen haben wir nicht gut gespielt und verdient verloren. Die Niederlage gegen Minden hingegen war sehr unglücklich, da wir ein ansprechendes Spiel abgeliefert haben. Dort haben wir in der entscheidenden Phase zu wenig Effizenz gezeigt, denn wir haben uns gute Chancen herausgespielt. Somit war die Niederlage bitter. Gestern sind wir leider zu Beginn des Spieles hoch mit 2:8 Toren in Rückstand geraten. Danach haben wir es jedoch geschafft das Spiel durch unsere Körpersprache und unsere Emotionen zu drehen und schließlich zu gewinnen.

Ihre Mannschaft war auch im Spiel gegen die Bergischen Löwen zunächst verunsichert. Was hat den Schalter bei Ihrer Mannschaft umgelegt und wie befreiend war der Sieg für die gesamte Mannschaft?

Die Anfangsphase mag vielleicht verunsichert gewirkt haben. Das Problem war allerdings einfach, dass wir das Tempospiel des BHC mit der 2.Welle und dem erweiterten Gegenstoß zunächst nicht in den Griff bekommen haben. Ins Spiel gekommen sind wir dann über das Abwehrspiel, weil wir das Tempospiel des BHC nach dem 2:8 besser unterbunden haben. In der Folge konnten wir dann auch den Rückstand bis zur Halbzeit egalisieren. Als wir die Abwehr stabilisiert hatten, wirkte unser Spiel auch im Angriff nicht mehr gehemmt. Insgesamt waren die zwei Punkte wichtig, weil sich der Abstand auf den Abstiegsplatz etwas vergrößert hat. Jedoch bleibt die Aufgabe in den nächsten Woche dieselbe. Es ist sehr eng da unten in der Tabelle und es kann sich keine Mannschaft sicher sein. Somit müssen wir versuchen weiter regelmäßig zu punkten.

Nach einem Sieg ist noch nicht alles Gold was glänzt. Wo muss sich Ihr Team in den nächsten Wochen weiter steigern, um wieder regelmäßiger zu punkten?

Auf Grund der aktuell dünnen Kaderdecke bei uns ist die Belastung der Spieler natürlich sehr hoch, denn spielerisch waren unsere Leistungen zuletzt in Ordnung. Insofern müssen wir auf die Spielsteuerung achten, um unsere Spiele auch konzentriert zu Ende bringen zu können.

Mit dem Spiel gegen die Wild Boys steht nicht nur ein Derby an, sondern auch ein Spiel gegen einen Tabellennachbarn. Welche Bedeutung hat das Spiel gegen Stuttgart für Sie?

Es ist klar, dass wir das Spiel als Derby mit besonderem Charakter sehen und wahrnehmen, bei dem zwei Mannschaften aufeinandertreffen, welche räumlich eng beieinander liegen. Mit der Tabellenkonstellation treten aber die Punkte absolut in den Vordergrund und so wollen wir auch das Spiel angehen.

Das Hinspiel in Göppingen im September konnte Ihre Mannschaft sehr deutlich gewinnen. Was nehmen Sie aus diesem Spiel noch mit in die aktuelle Partie in der Porsche Arena?

Ich denke, dass die Situation und die Aufgabe komplett neu sind. Auch die Mannschaften treten in anderen Zusammensetzungen auf Grund von Verletzungen und Rückkehrern an. Somit versuchen wir uns unabhängig und neu auf das Spiel vorzubereiten.

Mit Balingen, Stuttgart und Göppingen spielen drei Vereine aus Württemberg in der 1.Liga. Welche Ziele haben Sie im Vergleich zu diesen beiden Kontrahenten oder spielen nur Ziele bezüglich der Plazierung in der Tabelle eine Rolle?

Für uns geht es in erster Linie darum, uns aus dieser Tabellenregion herauszuarbeiten. Das hat absolute Priorität und darauf legen wir den Fokus. Alles weitere ergibt sich dann von selbst. Die Lage ist einfach so, dass wir sehr wachsam sein müssen und die Tabellenkonstellation nicht unterschätzen dürfen.

Spielbericht

 

Die ersten beiden Treffer des Spiels gehörten dem TVB. Pfattheicher netzte nach starker Parade von Bitter gleich zwei Mal in Folge von Rechtsaußen ein. Kneule verkürzte rasch die Führung zum 2:1. Späth baute die Führung nach fünf gespielten Minuten mit einem Doppelschlag auf drei Tore aus. Bitter kam überragend ins Spiel und lies den Göppinger Angriff in der Anfangsphase öfters verzweifeln. Durch einen Strafwurf traf Schiller zum 4:3. Späth netzte nach 15 gespielten Minuten direkt vom Anspielpunkt aus ein und baute die Führung damit erneut auf drei Tore aus.

Die Unsicherheiten im Torabschluss ermöglichten den Gästen erneut den Anschlusstreffer durch Kneule. Der eingewechselte Lönn traf aus dem Rückraum zum 9:6 in der 20. Spielminute. Trotz des Tors von Häfner fanden die Gäste immer wieder Lösungen, um die Stuttgarter Abwehr zu überwinden und den Anschluss zu halten. Trainer Jürgen Schweikardt nahm daraufhin seine erste Auszeit in der 22. Minute. Stuttgart legte durch zwei Tore von Peshevski und Pfattheicher erneut vor, sodass der TVB nach 25 gespielten Minuten mit 13:9 führte. Lönn netzte mit der Pausensirene zum 14:11 Halbzeitstand ein.

Die ersten Minuten der zweiten Halbzeit begannen torreich. Nach vier gespielten Minuten stand es 16:14. Zieker verwandelt sicher per Siebenmeter und brachte Stuttgart mit 18:15 in Führung. Wieder war es Pfattheicher, der traf und dadurch den TVB erstmals mit vier Tore in Führung brachte. Nach einer starken Parade von Bitter und den Toren von Häfner und Lönn stand es nach 45 gespielten Minuten 22:16.

Der TVB lies auch in den verbleibenden 15 Minuten nichts mehr anbrennen und gewann verdient das Derby gegen Frisch Auf! Göppingen mit 29:26. Bereits nächsten Sonntag steht an selber Stelle das nächste Spiel des TVB Stuttgart an. Auch hier geht es gegen einen Konkurrenten aus dem Schwabenland. Um 16 Uhr ist Anpfiff gegen HBW Balingen-Weilstetten.