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tvb-vs-mt-melsungen19-20

Vorbericht

Liebe Handballfreunde,

 

zum heutigen Heimspiel in der LIQUI-MOILY HBL gegen die MT Melsungen heißt Sie der TVB Stuttgart recht herzlich willkommen. Begrüßen wollen wir hier in der SCHARRena auch die Mannschaft aus Nordhessen sowie die mitgereisten Anhänger des Teams aus dem Fuldatal. Grüß Gott sagen wir auch den beiden Schiedsrichtern der heutigen Partie. Wir wünschen ihnen ein glückliches Händchen und „gut Pfiff“.

Der TVB Stuttgart landete mit dem 28:27 Sieg bei der HSG Wetzlar einen echten Coup. Damit gelang der Mannschaft von Trainer und Geschäftsführer Jürgen Schweikardt ein wichtiger Befreiungsschlag im Kampf um den Klassenerhalt. Das Team hat nun einen Vorsprung von vier Punkten auf einen Abstiegsplatz. Bis der 28:27 Erfolg in Mittelhessen aber unter Dach und Fach war, erlebten die Anhänger der WILD BOYS ein echtes Wechselbad der Gefühle. 13:8, 15:15, 17:20, 20:20, 24:22, 25:25 aus Sicht der Gäste lauteten die Zwischenstände bei dieser Achterbahnfahrt. „Wir sind natürlich überglücklich, dass dieses ganz enge Spiel endlich einmal zu unseren Gunsten ausgegangen ist“, freute sich Jürgen Schweikardt.

Dieses Glück hatte der TVB Stuttgart im Pokalspiel gegen den THW Kiel aber nicht. Nach einer ganz irren Aufholjagd, in dem die WILD BOYS einen 20:27 Rückstand wettmachten, musste am Ende Niklas Landlin mit einer Parade gegen Adam Lönn den 35:34 Sieg der Zebras retten. „Ich hatte Gänsehaut“, gestand Jürgen Schweikardt und freute sich trotz der knappen Pokalniederlage gegen die europäische Spitzenmannschaft: „Ich bin unheimlich stolz auf meine Mannschaft.“

Bereits am ersten Adventssonntag entfachten die WILD BOYS gegen die HSG Nordhorn-Lingen ein Feuer, das in einem 29:24 Heimsieg mündete. Nach 45 Minuten war die Partie gegen den Aufsteiger aus der Grafschaft Bentheim beim 24:12 vorzeitig entschieden. „Wir haben diese Begegnung von der ersten Minute an dominiert“, lobte Jürgen Schweikardt und Dominik Weiß ergänzte: „Ich bin sehr zufrieden, wie wir hier heute aufgetreten sind.“

Unterdessen hat auch Bundestrainer Christian Prokop seinen vorläufigen Kader für die anstehende Europameisterschaft nominiert. Vom TVB dabei sind Mannschaftskapitän Johannes „Jogi“ Bitter, David Schmidt und Patrick Zieker. „Das ist ein Riesenerfolg für unseren Verein. Es zeigt, dass wir in unserer Entwicklung auf dem richtigen Weg sind“, stellte Coach Jürgen Schweikardt fest. Vom heutigen Gegner, der MT Melsungen, sind gar vier Akteure im Kader. Kai Häfner, Julius Kühn, Finn Lemke und Tobias Reichmann gehören schon seit längerer Zeit zum Kreis der Nationalmannschaft.

Dies zeigt, was für eine Herkules-Aufgabe heute auf die WILD BOYS wartet. Die Nordhessen, die jetzt im DHB-Pokal die Füchse Berlin eliminierten und damit ins FinalFour eingezogen sind, gehören aktuell zur Spitzengruppe der LIQUI-MOLY HBL. Allerdings dürften die Verantwortlichen bei den „Bartenwetzern“ nicht ganz zufrieden sein mit dem bisherigen Abschneiden der Mannschaft. Besonders die deutliche 23:36 Niederlage beim Aufsteiger HBW Balingen-Weilstetten dürfte die Nordhessen noch ziemlich wurmen. Aber auch die Heimpleite gegen den SC DHfK Leipzig passte so nicht ins Konzept. Schon eher einzuplanen waren die Niederlagen gegen Flensburg, Kiel und die Berliner Füchse, wenngleich die Nordhessen das Establishment der Handball Bundesliga durcheinanderwirbeln wollten. Dafür stehen dann schon eher die Erfolge gegen die Rhein-Neckar Löwen und den SC Magdeburg.

Die Melsunger haben vor der Runde noch einmal Geld in die Hand genommen, haben Stefan Salger und Kai Häfner, der übrigens mit seinem Bruder Max vom TVB Stuttgart am Donnerstagabend ein Familienfest feiern kann, von den Eulen Ludwigshafen beziehungsweise der TSV Hannover-Burgdorf losgeeist. Im Sommer 2020 soll dann auch noch Torhüter Silvio Heinevetter kommen. Diese Investitionen über die Jahre hinweg machen sich jetzt durch den Einzug ins REWE Final4 des DHB-Pokals bezahlt.     

„Wir müssen gegen Melsungen heute schon einen richtig guten Tag erwischen, um gegen diese starke Mannschaft überhaupt eine Chance zu haben“, hofft Trainer Schweikardt, dass alle seine Spieler gegen diese Spitzenmannschaft eine ausgezeichnete Form haben werden. „Wir müssen gegen die „Bartenwetzeer“ an die Leistungen gegen die SG Flensburg-Handewitt, die Rhein-Neckar Löwen und den THW Kiel anknüpfen, wollen wir eine Chance haben“, stellt der TVB-Coach fest. Er und seine Mannschaft wissen aber auch um die hervorragende Atmosphäre in der SCHARRena und wollen ihr Publikum natürlich nicht enttäuschen.

Freuen Sie sich heute auf ein spannendes und faires Handballspiel.

Ihr Joachim Gröser

Trainerinterview

       Herr Grimm, im letzten Heimspiel gegen den Vorletzten aus Ludwigshafen tat sich Ihre Mannschaft äußerst schwer und konnte den Sieg erst mit der Schlusssirene sichern. Was war der Grund, dass es bis zum Ende spannend blieb?

Insgesamt hat es uns Ludwigshafen sehr schwer gemacht. Meine Mannschaft hat toll gekämpft und ich bin sehr, sehr stolz auf sie. Das Spiel war mit Europapokal und DHB-Pokal unser achtes Spiel in den letzten vier Wochen, was man nicht vergessen darf. Wir wollten den Sieg jedoch unbedingt und haben uns am Ende dann dafür belohnt.

           Nach dem Spiel haben Sie die vielen vergebenen Großchancen angesprochen. Haben Sie bei diesen Würfen technische Fehler Ihrer Spieler gesehen oder schreiben Sie das der geistigen Müdigkeit nach dem Pokal-Highlight gegen Berlin zu?

Natürlich kommt es immer mal vor, dass Großchancen vergeben werden. Gegen Ludwigshafen allerdings haben wir mehr als zehn dieser komplett freien Bälle aus sechs Metern vergeben, was schon außergewöhnlich ist. Dann ist das mit Sicherheit eine Konzentrationsfrage, die der Belastung der letzten Wochen geschuldet ist – vor allem der mentalen Belastung. Mit einer besseren Verwertung dieser Chancen wäre es vermutlich am Ende auch nicht so eng geworden.

        Insgesamt spielt Ihre Mannschaft eine gute Saison mit einigen kleineren Ausreisern. Wie zufrieden sind sie mit der Punkteausbeute und dem aktuellen Tabellenplatz in dieser unglaublich engen Spitzengruppe?

Auf den Tabellenplatz schaue ich, so wie viele andere Trainer vermutlich auch, nicht. Ich schaue auf das Programm, welches wir hatten und vergleiche uns mit dem Punkteplan, den ich für uns im Kopf habe. Hier liegen wir in der Bundesliga vielleicht zwei bis drei Punkte hinter unserem Wunschplan. Trotzdem sind wir zusätzlich im REWE Final4 dabei und haben im Europapokal die Gruppenphase erreicht. Das sind sehr viele Spiele, weshalb auch die Wahrscheinlichkeit steigt, dass man mal Punkte liegen lässt. So ist es bei uns leider passiert. Der TVB Stuttgart kann mit der Punkteausbeute in der bisherigen Saison noch nicht ganz zufrieden sein. Vor allem vier Unentschieden, davon drei zu Hause, vermitteln, dass auch mehr Punkte möglich gewesen wären.

Wie schätzen Sie das Team von Jürgen Schweikardt ein?

Wir haben großen Respekt vor Stuttgart, wo wir in der Vorsaison verloren haben. Generell sind natürlich alle Auswärtsspiele in der Bundesliga schwer. Stuttgart verfügt über einen sehr erfahrenen, erstklassigen Torhüter, der einem Gegner immer Probleme bereiten kann. Die Abwehr ist zudem sehr aktiv. Wir werden uns gut vorbereiten und voll fokusiert nach Stuttgart reisen.

          Drei Spieler der Wild Boys wurden von Christian Prokop in der 28er-Kader zur Europameisterschaft berufen. Vor welchen Spielern warnen Sie Ihr Team noch besonders?

Ein Torhüter wie Jogi Bitter kann das Tor immer zunageln. Sobald dies geschieht, kommt eine Mannschaft dann ins Tempospiel und starke Außen sind gefragt. Hier spielt der ebenfalls nominierte Patrick Zieker ein starke Saison. Und ich persönlich finde auch, dass David Schmidt ein sehr guter Handballer ist, wobei ich ihn bereits in der Vergangenheit zu seiner Ludwigshafener Zeit beobachtet habe. Somit deckt sich das mit der Einschätzung von Christian Prokop.

          Beim Sieg gegen die Eulen zuletzt wurde das Melsungener Publikum für die Unterstützung der Mannschaft in der Schlussphase sehr gelobt. Wie wichtig ist der Heimvorteil im Handball für Sie und wie versuchen Sie bei Auswärtsspielen diesen zu egalisieren?

Gerade in dieser ausgeglichenen Liga kann das Heimpublikum einen wichtigen Faktor bilden. Zuhause versuchen wir somit auch emotional zu spielen und dies zu nutzen. Auswärts ist es uns dann lieber, die Matches cooler und hoch konzentriert zu spielen. Wobei sich dies auch manchmal ändern kann, wenn man in der Lage ist, Nadelstiche zu setzen und Gegenstöße zu laufen. Dann kann die Stimmung der Fans auch manchmal umschlagen, was von Vorteil sein kann.

Spielbericht

 
 

Aufgrund einer Schulterverletzung musste der TVB heute auf Adam Lönn verzichten.
Anspiel und damit auch den ersten Angriff des Spiels hatten die Gäste. Sascha Pfattheicher gelang nach vier gespielten Minuten das erste Tor der Partie. Auch die MT Melsungen traf durch Marino Maric und so stand es in der achten Spielminute 2:2. Lasse Mikkelsen brachte die Gäste per Strafwurf erstmals in Führung. Nach einer Parade von Jogi Bitter gelang Pfattheicher per Gegenstoß sein zweites Tor. Damit markierter er die Führung für den TVB zum 4:3.

Durch eine stabile Abwehr gelang es dem TVB mit drei Toren in Führung zu gehen, ehe Trainer Heiko Grimm eine Auszeit nahm. Pattheicher netzte kurz darauf zum vierten Mal ein und so stand es nach 20 gespielten Minuten 9:5.
Trotz Überzahl konnten die Stuttgarter die Führung nicht weiter ausbauen und Mikkelsen verkürzte mit einem Doppelschlag auf 11:8 und 12:10. Zieker traf im Gegenstoß kurz vor der Pause und Bitter konnte den letzten Wurf im ersten Durchgang entschärfen. So gingen die Teams beim Stand von 13:10 in die Kabinen.

Dominik Weiß markierte nach Wiederanpfiff den ersten Treffer. Julius Kühn und Tobias Reichmann verkürzten binnen einer Minute auf 14:12. Nach 36 Spielminuten führte der TVB mit 20:15 durch drei Tore in Folge von Pfattheicher. Mikkelsen verkürzte vom Siebenmeterpunkt auf 21:17. Der TVB blieb konsequent im Angriff und behielt die vier-Tore-Führung in der 47. Spielminute. Durch einen Schlagwurf von Mikkelsen und einem Treffer von Außen durch Allendorf verkürzten die Gäste auf 27:25 sechs Minuten vor dem Schlusspfiff. Weder der TVB noch die MT Melsungen konnte in dieser Phase das Spiel entscheiden. So konnten die Gäste durch Timm Schneider den Anschlusstreffer zum 28:27 zwei Minuten vor dem Ende erzielen. Doch Robert Markotic, Max Häfner und Manuel Späth zeigten Nervenstärke und trafen zum 31:28.

Durch eine geschlossene und kämpferische Mannschaftsleistung gewann der TVB gegen die MT Melsungen zuhause und damit das dritte Ligaspiel in Folge.