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Vorbericht

 

Liebe Handballfreunde,

zum heutigen Heimspiel in der LIQUI-MOLY-Handball Bundesliga gegen Aufsteiger HSG Nordhorn-Lingen heißt Sie der TVB Stuttgart recht herzlich willkommen. Begrüßen wollen wir hier in der SCHARRena auch die Mannschaft aus Niedersachsen sowie die mitgereisten Anhänger des Teams aus der Grafschaft Bentheim. Grüß Gott sagen wir auch den beiden Schiedsrichtern der heutigen Partie. Wir wünschen ihnen ein glückliches Händchen und „gut Pfiff“.

Eine insgesamt ausgezeichnete Leistung zeigte der TVB Stuttgart trotz der 32:33 Niederlage in Mannheim bei den favorisierten Rhein-Neckar Löwen am letzten Spieltag und hatte dabei den deutschen Meister von 2016 am Rande eines Punktverlustes. Die Mannschaft kämpfte dabei bis zum Umfallen und geriet erst in den Schlussminuten mit drei Treffern in Rückstand. Das war dann doch zu viel, um wenigstens noch einen Punkt aus der Kurpfalz mitzunehmen. „Das Team hat schon beim Unentschieden gegen Flensburg sein großes Potenzial gezeigt und auch heute toll gekämpft“, lobte Trainer und Geschäftsführer Jürgen Schweikardt. Linkshänder David Schmidt räumte ein: „In Mannheim haben nur Kleinigkeiten gefehlt. Am Ende sollte es einfach nicht sein mit dem Punktgewinn.“ 

Ganz eng ging es auch in den anderen Begegnungen am Sonntag zu. Der THW Kiel gewann gegen den SC DHfK Leipzig ebenfalls nur mit einem Tor Unterschied mit 27:26, während sich der HBW Balingen-Weilstetten und die Eulen Ludwigshafen beim 25:25 die Punkte teilten. Dadurch sind die Mannschaften in der Tabelle noch enger zusammengerückt. Drei Teams sind mit jeweils sechs Zählern auf der Habenseite punktgleich: Die Eulen Ludwigshafen, der TBV Lemgo Lippe und eben der TVB Stuttgart.

Daher ist ein Heimsieg gegen die HSG Nordhorn-Lingen fast schon Pflicht für die WILD BOYS. „Wir brauchen die zwei Punkte heute dringender denn je“, verdeutlicht Trainer Jürgen Schweikardt. Dazu müssen die Akteure um Kapitän Johannes „Jogi“ Bitter genauso leidenschaftlich kämpfen, wie zuletzt in der SAP-Arena oder im Heimspiel gegen Flensburg. Die Zuschauer in der SCHARRena werden auf jeden Fall ihren Teil dazu beitragen, damit die beiden Zähler heute ausnahmslos in Stuttgart bleiben. „Diese lautstarke Unterstützung brauchen wir auf alle Fälle“, fordert TVB-Kapitän Bitter. 

Der heutige Kontrahent, die HSG Nordhorn-Lingen, wurde im Jahre 1981 aus dem Zusammenschluss der Handballabteilungen der beiden Vereine Sparta Nordhorn und Eintracht Nordhorn als HSG Nordhorn gegründet. Bereits 1993 wurde das Team Meister der Regionalliga Nord und stieg dadurch in die zweite Bundesliga auf. Sechs Jahre später folgte dann der Sprung in die Erstklassigkeit. In der Bundesliga war die Mannschaft stets in der oberen Tabellenhälfte zu finden. 2002 wurde sie deutscher Vizemeister. 2008 holte sich die HSG Nordhorn gar den EHF-Pokal. Danach gab es aber einige Turbulenzen. Bereits im September 2008 wurde die HSG Nordhorn zur HSG Nordhorn-Lingen. Um den Spielbetrieb aufrechtzuerhalten, wurden finanzielle Hilfen aus dem Emsland und der Stadt Lingen notwendig. Im Februar 2009 musste die HSG Sportmarketing GmbH & Co. KG beim Amtsgericht Nordhorn dann aber doch Insolvenz anmelden. Dadurch war die HSG Nordhorn-Lingen Zwangsabsteiger aus der Bundesliga und spielte fortan in der zweiten Bundesliga. In der Saison 2018/19 machte die Mannschaft dann am drittletzten Spieltag mit einem Erfolg in Aue die Rückkehr in die LIQUI-MOLY-Handball Bundesliga perfekt.

Einige Spieler, die damals den Zwangsabstieg erlebten, sind auch heute noch dabei. Die beiden Außen Pavel Mickal und Nicky Verjans zum Beispiel oder auch Eigengewächs Alex Terwolbeck. Er ist heute der Kapitän des Teams aus Niedersachsen. Insgesamt ist die Mannschaft sehr gut eingespielt, lediglich zwei Neuzugänge kamen nach dem Aufstieg hinzu. Einer der beiden, der österreichische Nationalspieler Robert Weber, ist recht prominent. Er war in Magdeburg mit insgesamt 370 Einsätzen und 2056 Toren sehr erfolgreich. Coach der HSG Nordhorn-Lingen ist seit langen Jahren Heiner Bültmann. Er war beim Europapokal-Triumph 2008 in Kopenhagen Co-Trainer von Ola Lindgren.

Insgesamt ist der Aufsteiger derzeit Tabellenletzter mit nur einem Sieg aus den ersten 14 Saisonspielen. Daran darf man die Niedersachsen allerdings auf gar keinen Fall messen, sonst könnte der Schuss sehr schnell nach hinten losgehen. Beim Tabellenzweiten Hannover-Burgdorf verkaufte sich das Team aus der Grafschaft mehr als teuer und unterlag nur ganz knapp mit 30:29. Ziel der Mannschaft ist in dieser Saison eindeutig der Klassenerhalt.

Freuen Sie sich heute auf ein spannendes und faires Handballspiel.

 Ihr Joachim Gröser

Trainerinterview

Herr Sveinsson, Ihre Mannschaft steht am Ende der Tabelle der stärksten Liga der Welt. Wie weit sind sie aktuell vom Niveau der etablierten Teams in dieser Liga entfernt?

Was uns fehlt sind vor allem die Punkte, denn das zählt am Ende. Um diese zu gewinnen müssen wir offensichtlich besser spielen, denn bisher ist uns dies erst einmal gelungen. Bis vor dem Spiel gegen Ludwigshafen habe ich uns auf einem guten Weg gesehen und ich glaube auch in der Zukunft an unseren Weg. Unser Ziel ist der Klassenerhalt und dazu müssen wir uns steigern und noch einige Punkte sammeln.

Bisher gelang Ihrem Team genau ein Sieg im Heimspiel gegen Leipzig. Was hat Ihr Team in diesem Spiel ausgezeichnet?

Nur auf das Spiel gegen Leipzig zu schauen ist mir etwas zu wenig. Denn wir haben auch in anderen Spielen Dinge gut gemacht, obwohl wir keine Punkte geholt haben. Fakt ist jedoch, dass wenn wir in dieser Liga Punkte holen wollen, brauchen wir eine gute Leistung über 60 Minuten und nicht nur über 50 Spielminuten.

Wo sehen Sie aktuell das größte Steigerungspotential bei Ihrer Mannschaft und wie versuchen Sie dieses auszuschöpfen?

Wenn wir spiele gewinnen wollen, dürfen nicht viele Spieler gleichzeitig schlechte Tage haben. Das können wir mit unserem Kader nicht bewältigen. Da das aber durchaus vorkommt, haben wir bisher wenig gepunktet. Um in der Zukunft mehr Punkte zu holen, brauchen wir viele gute Leistungen von vielen Spielern.

In Phasen, in denen es nicht so gut läuft, ist es oft wichtig die Ruhe zu bewahren und beharrlich weiterzuarbeiten. Wie versuchen Sie nach den zahlreichen Niederlagen die Mannschaft immer wieder neu zu motivieren und auf die neuen Aufgaben einzustimmen?

Im Sport gibt es nach Niederlagen nur eine Antwort und das ist direkt weitermachen. Wenn du etwas erreichen möchtest, kannst du in einer schwierigen Situation nicht einfach aufgeben. Es ist wichtig intensiv weiterzuarbeiten und das machen wir kontinuirlich. Wir wollen uns jeden Tag verbessern, um in den nächsten Spielen dann erfolgreich zu sein.

Mit dem TVB treffen Sie auf ein Team aus derselben Tabellenregion. Es ist in dieser Phase der Saison vielleicht noch kein Endspiel, jedoch ist es von enormer Wichtigkeit. Wie schätzen Sie Ihre Chancen in diesem Match ein?

Es ist natürlich klar, dass Stuttgart bei seinem Heimspiel einen Vorteil hat. Sie haben ja auch zuletzt mit dem Punkt gegen Flensburg gezeigt, was sie zu leisten im Stande sind. Sie haben viele Spieler mit großer Qualität in der Mannschaft. Trotzdem wissen wir auch, dass es in jedem Spiel eine Chance gibt. Wir fahren nach Stuttgart, um unser Bestes zu geben und haben natürlich als Ziel die Punkte zu holen.

Nach dem Heimspiel gegen den Meister aus Flensburg hatte Ihre Mannschaft nun mehr als eine Woche Zeit, um sich auf das heutige Spiel vorzubereiten. Kam Ihnen diese lange Pause vor diesem wichtigen Spiel gerade recht, um intensiv zu arbeiten oder war die Pause sogar zu lange, um den Spielrhythmus zu behalten?

Wir versuchen uns vor jedem Spiel gleich vorzubereiten. Wir trainieren vernünftig und haben jetzt trotz der längeren Pause nicht zusätzlich intensiv gearbeitet. Nach dem Spiel gegen Flensburg haben wir am Freitag noch trainiert. Danach hatten die Spieler am Samstag und Sonntag frei. Mit den beiden Montagseinheiten sind wir dann in die konkrete Vorbereitung auf das Stuttgart-Spiel gestartet. Natürlich schauen wir uns auch Videos an und bereiten uns gezielt auf das Spiel vor.

Spielbericht

 

Der TVB Stuttgart gewinnt gegen den direkten Konkurrenten aus Nordhorn-Lingen. Mit voller Bank empfing der TVB Stuttgart die Gäste in der SCHARRena.

Nach drei Spielminuten fiel das erste Tor für den TVB durch David Schmidt. Durch einen Strafwurf erhöhte Patrick Zieker auf 2:0. Doch auch Nordhorn gelangen nun Treffer und so zeigte die Anzeigetafel 5:2 nach elf gespielten Minuten. Erneut netzte Zieker vom 7-Meter-Strich zum 6:3 ein. Nach schönem Kreisanspiel brachte Manuel Späth brachte den TVB erstmals mit fünf Toren in Führung. Aufgrund einer starken Abwehrleistung der Stuttgarter stand es nach 23 Minuten 10:4 für den TVB. Robert Weber konnte per Strafwurf verkürzen. Mit seinem sechsten Treffer brachte Zieker den TVB zwei Minuten vor der Halbzeit erneut mit sechs Toren in Führung. 13:8 zeigte die Anzeigetafel zur Halbzeit.

Der TVB schloss an seine Leistung der ersten Halbzeit nahtlos an und baute die Führung durch Zieker und Sascha Pfattheicher zum 16:8 aus. Weber verkürzte durch seinen Doppelschlag auf fünf Tore. Aus einer stabilen Abwehr und guter Torhüterleistung konnte der TVB die Führung durch Weiß in der 39. Spielminute auf sieben Tore ausbauen. Stuttgart zog das Tempo im Angriffsspiel an und erhöhte zum 21:11 und weiter auf 25:13 in der 48. Spielminute.

Die Gäste nutzten die letzten zehn Minuten, um auf 26:20 heranzukommen. Nach Abpfiff zeigte die Tafel ein 29:24 für den TVB. Damit gewann der TVB verdient das erste Ligaspiel in dieser Saison vor heimischer Kulisse mit einem stark aufspielenden Zieker (11 Tore).