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Vorbericht

Liebe Handballfreunde,

 

eine Woche pausierte die LIQUI MOLY Handball-Bundesliga. In dieser Zeit  war die Nationalmannschaft gefordert  Und das Team von Christian Prokop bestand die Tests in überzeugender Manier. Gegen das Weltklasse-Team aus Kroatien gewann Deutschland beide Partien. In Zagreb gab es ein 26:25, und in Hannover siegten die BAD BOYS vor Wochenfrist beim Tag des Handballs mit 24:23, wobei besonders Torhüter Dario Quenstedt vom THW Kiel überzeugte.

 

Am Donnerstagabend startete dann der elfte Spieltag, unter anderem mit der Spitzenbegegnung THW Kiel – MT Melsungen. Am heutigen Samstag nun ist auch der TVB Stuttgart gefordert. Gegner dabei ist der deutsche Meister SG Flensburg-Handewitt. „Es gibt sicherlich angenehmere Kontrahenten als die Mannschaft von der Ostseeküste, aber darin liegt auch unsere Chance“, stellt TVB-Coach Jürgen Schweikardt fest und fordert: „Wir müssen dann da sein, wenn die Flensburger eine Schwäche zeigen.“

 

Fünf Zähler gab der Championsleague-Teilnehmer in dieser Runde bereits ab. Dabei unterlagen die Flensburger beim Derby in Kiel (24:28), in Hannover (22:23) und verloren in Wetzlar beim 27:27 einen Zähler. Letzteres kommt allerdings umso überraschender, musste doch Trainer Maik Machulla mit Michal Jurecki aus Kielce und dem Eigengewächs Niels Versteijnen nur zwei Akteure integrieren. Dafür wiegen die Abgänge allerdings umso schwerer. Rasmus Lauge wechselte nach Vezprem und Tobias Karlsson beendete seine überaus erfolgreiche Karriere. Besonders der Abgang des schwedischen Abwehrspezialisten hinterließ eine große Lücke, die erst geschlossen werden muss. Und auch Rasmus Lauge war eine der Schlüsselfiguren in der Meistermannschaft.

 

Trotz dieser Punktverluste ist die SG Flensburg-Handewitt noch immer eine absolute Spitzenmannschaft, die beispielswiese in Melsungen mit 24:19 siegte und auch gegen die Rhein-Neckar Löwen mit 30:27 gewann. Auch in der Championsleague liegt der deutsche Meister in der Gruppenphase mit zurzeit sieben Zählern noch vielversprechend im Rennen um den Einzug in die nächste Runde. Gegen Zagreb, Elverum und Celje gewannen die Norddeutschen und vor drei Tagen kam es in der Flens-Arena zum Show-Down gegen die Ausnahmemannschaft und Spitzenreiter der Gruppe A, den FC Barcelona.

 

Der Kader der Ostseeanrainer liest sich wie eine Skandinavien-Auswahl, verstärkt mit deutschen und internationalen Spitzenkönnern. Das Tor hütet Daniel Buric, im Rückraum spielen unter anderem Jim Gottfridsson, Magnus Röd und Holger Glandorf. Die Außenpositionen sind überdurchschnittlich besetzt mit Hampus Wanne, Marius Steinhauser und Kapitän Lasse Svan, der seinen Vertrag vorzeitig bereits bis 2022 verlängert hat. Damit hat er sich bisher insgesamt 14 Jahre an den deutschen Meister gebunden. Am Kreis sind Johannes Golla und die Dänen Simon Hald sowie Anders Zachariassen aktiv.

 

Dieser international erfahrenen Mannschaft gilt es nun heute, Paroli zu bieten. Dabei muss das Team des TVB Stuttgart an die Leistungen aus der ersten Halbzeit gegen den TBV Lemgo-Lippe sowie beim SC Magdeburg anknüpfen. Mit fünf Treffern führten die Schwaben bereits gegen Lemgo, um sich am Ende doch noch mit einem Zähler begnügen zu müssen. „In der zweiten Halbzeit haben wir in wenigen Minuten die Führung wieder hergegeben“, haderte TVB-Coach Jürgen Schweikardt nach Spielende. Auch in Magdeburg spielte der TVB Stuttgart eine tolle erste Halbzeit, führte nach 15 Minuten bereits sensationell mit 9:3. „Schade, dass es nicht zu mehr gereicht hat“, bedauerte TVB-Linkshänder David Schmidt. Aber er gibt sich trotzdem zuversichtlich: „Wir spielen immer besser zusammen. Wir werden bald die nötigen Punkte einfahren.“

 

Ob dies schon am heutigen Samstagabend gegen die europäische Spitzenmannschaft aus dem hohen Norden klappt, steht in den Sternen. Aber ein achtbares Ergebnis sollte schon herausspringen. „Mit der Unterstützung durch unsere leidenschaftlich mitgehenden Zuschauer gelingt uns vielleicht sogar eine Überraschung“, hofft Jürgen Schweikardt insgeheim. Zumal die SG Flensburg-Handewitt noch am Mittwoch gegen den FC Barcelona voll gefordert war.

 

Freuen Sie sich auf ein spannendes und faires Handballspiel.

 

Ihr Joachim Gröser

Trainerinterview

 

Herr Machulla, zuletzt musste Ihre Mannschaft eine Niederlage in Aalborg hinnehmen. Bereits im Spiel gegen die Eulen Ludwigshafen tat sich Ihre Mannschaft schwer. Was gelingt Ihrer Mannschaft aktuell nicht so, wie Sie sich das vorstellen?

Maik Machulla: Zunächst kann man festhalten, dass die Eulen Ludwigshafen das richtig gut gegen uns gemacht haben. Sie haben mutig gespielt und ihre Strukturen eingehalten. In Aalborg war uns auch vorher bewusst, dass dies keine einfache Partie für uns wird. Sicherlich kann man aber sagen, dass uns momentan die Leichtigkeit fehlt in Angriff und Abwehr die richtige Balance zwischen Aggressivität und Lockerheit zu finden.

In den Pressestimmen der SG war zu lesen, dass es Ihrer Mannschaft zuletzt nicht gelungen ist ein komplettes Spiel auf hohem Niveau abzuliefern. Sowohl Angriff als auch Abwehr bzw. bestimmte Spielphasen waren dabei nicht auf dem souveränen Niveau, welches man von Flensburg in den letzten Jahren gewohnt war. Woran machen Sie diese Schwankungen fest?

Maik Machulla: Seit drei Jahren vollziehen wir den größten Umbruch der Vereinsgeschichte. Deshalb sind Schwankungen im Spiel sicherlich normal. Das ist eine große Herausforderung, die wir annehmen und die wir in den letzten Jahren sehr gut gemeistert haben.

Die vielen Spiele mit sowohl körperlichen als auch mentalen Belastungen sind eine große Herausforderung für die Mannschaft. Sehen Sie bei den aktuellen Schwankungen der SG eher die physischen oder psychischen Strapazen im Vordergrund?

Maik Machulla: Natürlich sind die körperlichen als auch mentalen Belastungen in jedem Jahr eine Herausforderung. Wir spielen in der Champions-League und in der Bundesliga auf aller höchstem Niveau und haben auch unsere Ansprüche an uns selbst. Wir kennen diesen Rhythmus aber sehr gut und wissen damit umzugehen.

        Die Länderspielpause bringt den Spielern ein paar Tage in einem anderen Umfeld. Dabei erleben sie unterschiedliche Spiele und kommen mit Erfolgen aber auch Misserfolgen zurück. Wie bringen Sie die Spieler nach einer Länderspielpause schnell wieder mit dem Fokus auf die SG Flensburg-Handewitt?

Maik Machulla: Das Spiel gegen Barcelona zuhause hilft natürlich, den Fokus ganz schnell wieder auf unsere Saisonziele zu richten.

Während einer Länderspielpause können Sie nur eingeschränkt trainieren und bekommen vielleicht sogar angeschlagene Spieler zurück. Der Gegner bereitet sich perfekt auf ein Highlight der Saison vor.Wie gefährlich sind Ihrer Meinung nach Spiele gegen Teams aus der unteren Tabellenhälfte nach einer Länderspielpause?

Maik Machulla: Mit dem Spiel in der Champions-League haben wir noch weniger Zeit, das stimmt. Aber wir kennen diese kurzen Abstände zwischen den Spielen inzwischen sehr gut und wissen damit umzugehen. Wie auf die anderen Partien, werden wir uns auch darauf akribisch vorbereiten. Ob es gefährlicher ist oder nicht lässt sich schwer sagen. Jedes Spiel in dieser Liga nehmen wir sehr ernst, dazu ist sie zu ausgeglichen. Du musst hellwach sein und immer auf höchstem Niveau abliefern.

        Der TVB Stuttgart hat vor der Saison einen großen Umbruch vollzogen. Die neue Mannschaft wächst nun sukzessive zusammen. Wie haben Sie die neue Mannschaft von Jürgen Schweikardt bisher erlebt und worauf muss Ihr Team aufpassen, um in Stuttgart erfolgreich zu sein?

Maik Machulla: Jürgen und Karsten haben die Mannschaft sehr schlau zusammengestellt und viele junge, hungrige Spieler verpflichtet. Trotzdem ist ein Stamm von Leistungsträgern und erfahrenen Spielern geblieben und ein Umbruch bringt auch immer neue Energie in eine Mannschaft. Es werden neue Reize gesetzt und ein neues System erarbeitet. Das macht den TVB unausrechenbar, aber wir sollten den Fokus auf uns legen, um die zwei Punkte mit nach Flensburg zu nehmen. 

Spielbericht

 

In voller Besetzung empfing der TVB Stuttgart den amtierenden deutschen Meister zuhause in der Porsche-Arena.

Anwurf hatte der TVB. Den ersten Angriff des Spiels konnte Patrick Zieker direkt erfolgreich verwandeln. Es war ein ausgeglichenes Spiel in der Anfangsphase, doch der TVB konnte immer wieder in Führung gehen.
Trotz Unterzahl verhinderte Jogi Bitter den erneuten Ausgleich in der 10. Minute. Der eingewechselte Markotic baute die Führung dann erstmals auf zwei Tore aus. Wieder war es Bitter, der nach dem Anschlusstreffer der Gäste die Führung der Stuttgarter aufrecht erhielt. Nach 15 gespielten Minuten zeigte die Anzeigetafel 7:5 für den TVB. Schmidt netzte zur ersten 3-Tore-Führung ein, ehe Magnus Jøndal von der linken Außenposition wiederum auf zwei Tore verkürzen konnte. Der TVB konnte die 2-Tore-Führung beim Stand von 10:8 in der 23. Spielminute weiter halten. Die Stuttgarter Abwehr stand allgemein sehr stabil. Trotzdem musste Röthlisberger mit dem Anschlusstreffer zum 11:10 durch Golla fünf Minuten vor Schluss aufgrund einer Zeitstrafe auf die Bank. Wieder hielt Bitter die Heimführung und Dominik Weiß traf aus dem Rückraum zum 12:10. Nach Fehlwürfen auf beiden Seiten gelang Flensburg der Anschlusstreffer und damit der Halbzeitstand von 12:11 für Stuttgart.

Die zweite Halbzeit begann mit technischen Unsicherheiten und Fehlwürfen auf beiden Seiten. Die Gäste glichen durch Golla zum 12:12 aus. Nach einem Doppelschlag von Rudolf Faluvégi und Patrick Zieker führte der TVB in der 37. Spielminute mit zwei Toren. Flensburg blieb konsequent im Angriff und erzielte das 16:15. Durch ein Kempapass von Patrick Zieker auf Sascha Pfattheicher ging der TVB in der 43. Spielminute mit 18:15 in Führung. Aufgrund einiger Unachtsamkeiten im Angriff der Stuttgarter, kämpfte sich Flensburg zurück und erzielte in der 49. Spielminute den Ausgleich zum 19:19. Nervenstark netzte Zieker aus der zweiten Welle aus einem schwierigen Winkel kurz darauf ein. Fünf Minuten vor Schluss gingen die Gäste zum ersten Mal in dieser Partie in Führung. Bitter parierte 15 Sekunden den Rückraumwurf der Flensburger und gab dem TVB die Möglichkeit eines letzten Angriffes, die Lönn erfolgreich nutzte.

So teilten sich der TVB Stuttgart und die SG Flensburg-Handewitt letztlich völlig verdient die Punkte.

In der kommenden Woche muss der TVB Stuttgart auswärts in Balingen ran. Das nächste Heimspiel betreitet der TVB dann am 17.11. gegen den Bergischen HC in der SCHARRena.