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Vorbericht

Liebe Handballfreunde,

zum heutigen Heimspiel in der LIQUI MOLY Handball Bundesliga gegen den TBV Lemgo Lippe heißt Sie der TVB Stuttgart recht herzlich willkommen. Begrüßen wollen wir hier in der SCHARRena auch die Mannschaft aus dem Lipper Bergland sowie die mitgereisten Anhänger des Vereins aus Nordrhein-Westfalen. Grüß Gott sagen wir auch den beiden Schiedsrichtern der heutigen Partie. Wir wünschen ihnen ein glückliches Händchen und „gut Pfiff“.

 

„Die Erleichterung war groß“, gestand TVB Stuttgart Trainer Jürgen Schweikardt nach dem 27:23 Auswärtssieg in der Friedrich-Ebert-Halle in Ludwigshafen gegen Friesenheim. Dabei war die Deckung das Prunkstück der WILD BOYS, die sich bereits nach fünf Minuten einen Zwei-Tore-Vorsprung erarbeitetet hatten und diesen in der 24 .Minute auf 13:10 ausbauten. Bei Halbzeit lagen die Gäste dann mit 14:10 vorne, da sie auch in Johanes „Jogi“ Bitter ein deutliches Plus auf der Torhüterposition besaßen. Von seinen Paraden profitierten die WILD BOYS auch weiterhin, ließen nichts mehr anbrennen und zogen bis zur 53. Minute auf 26.19 davon. Obwohl die Pfälzer noch einmal herankamen, am Sieg der Schwaben änderte sich in der verbleibenden Spielzeit nichts mehr. „Es war ein verdienter Sieg für den TVB Stuttgart“, räumte auch Eulen-Trainer Benny Matschke ein.

Bereits am Vorabend konnten sich die WILD BOYS über das Pokal-Los im Viertelfinale des DHB Pokals freuen. „Mit dem THW Kiel haben wir eine der besten Handballmannschaften Europas in Stuttgart zu Gast“, zeigte sich TVB-Trainer Jürgen Schweikardt zufrieden mit dem Los und verband diese Partie mit einer sehr stimmungsvollen Kulisse in der wahrscheinlich ausverkauften Halle. „Wir werden unser Bestes gegen diese Top-Mannschaft geben“, versprach er. Die anderen drei Begegnungen im Viertelfinale lauten: MT Melsungen – Füchse Berlin, Eulen Ludwigshafen – TBV Lemgo und Rhein-Neckar Löwen – TSV Hannover-Burgdorf. Mit einem 30:26 Erfolg über den HC Erlangen waren die WILD BOYS vor zwei Wochen verdientermaßen in dieses Viertelfinale eingezogen. Die Abwehr packte gegen die Franken entschlossen zu und vorne zog der Schwede Adam Lönn geschickt die Fäden, was ihm auch ein Sonderlob von Jürgen Schweikardt einbrachte. „Man hat gesehen, dass wir uns weiterentwickeln“, fügte er an.

Nun kommt heute der TBV Lemgo Lippe in die SCHARRena. Da kann auch Patrick Zieker Wiedersehen feiern mit seinen ehemaligen Mannschaftskollegen. „Wir müssen gegenüber den Partien im Pokal und jüngst in Ludwigshafen sicherlich noch eine Schippe draufpacken“, fordert TVB-Coach Schweikardt und ergänzt: „Gegen Lemgo wollen wir uns weiter verbessern und unbedingt nachlegen.“ In der SCHARRena sollte ein Sieg mit Hilfe der Zuschauer möglich sein und so gibt auch TVB Kapitän Johannes „Jogi“ Bitter als Marschroute an die Zuschauer vor: „Unterstützen Sie uns bitte in dieser wichtigen Partie von der ersten bis zur letzten Minute.“

Der TBV Lemgo ist mit Sicherheit keine Laufkundschaft, sondern ein richtig harter Brocken, der sich den WILD BOYS heute entgegenstellt. In der Bundesliga lief es bei dem Team von Trainer Florian Kehrmann in dieser Saison bisher noch nicht optimal, aber die Mannschaft aus dem Lipper Bergland setzte gleich zu Beginn der Saison mit dem Auswärtssieg in Wetzlar ein deutliches Ausrufezeichen. Danach remisierte das Team in Erlangen und gewann im DHB-Pokal gegen die Bergischen Löwen mit 26:23. „Diese ausgezeichneten Ergebnisse sind für uns Warnung genug“, stellt TVB Trainer Jürgen Schweikardt fest und betont: „Wir müssen wirklich alles in die Waagschale werfen, um dieses Spiel heute gewinnen und damit die zwei Punkte in Stuttgart behalten zu können.“ Den Pokalsieg musste Lemgo aber teuer bezahlen, zog sich doch Nationalspieler Tim Suton in dieser Begegnung einen Kreuzbandriss zu und fällt damit für den Rest der Saison aus. 

Bobby Schagen kehrt heute mit dem TBV Lemgo an seine alte Wirkungsstätte zurück und wird von seinen verbliebenen Mitspielern beim TVB Stuttgart mit einigem Hallo begrüßt werden. Daneben verpflichteten die Westfalen Bjarki Mar Elisson von den Berliner Füchsen, Andreas Zederholm von GWD Minden und Alexander Reimann vom SC Magdeburg. Ein weiterer Neuer ist Lukas Zerbe, dessen Onkel Volker einst große Erfolge mit dem TBV Lemgo feierte. Damals, in den Jahren um die  Jahrtausendwende, waren die Lipper Länder deutscher Meister, Pokalsieger und mehrfacher Supercupgewinner. Aber auch international konnte sich der damals aufgrund eines Großaufgebots an deutschen Nationalspielern in seinen Reihen als „TBV Deutschland“ bezeichnete Verein in die europäischen Siegerlisten eintragen und auf dem Pokal der Pokalsieger sowie dem EHF-Pokal verewigen. Der heutige Trainer Florian Kehrmann war einst als Rechtsaußen Bestandteil dieser erfolgreichen Mannschaft.

Aber nichtsdestotrotz: Heute wollen wir die Punkt in Stuttgart behalten!

Freuen Sie sich heute auf ein spannendes und faires Handballspiel.

Ihr Joachim Gröser

Trainerinterview

 

          Herr Kehrmann, im DHB-Pokal ist Ihr Team ebenso wie der TVB ins Viertelfinale eingezogen. Somit sind Sie nur noch einen Sieg vom Final Four entfernt, wobei das Spiel in Ludwigshafen nicht unlösbar ist. Welche Rolle spielt der DHB-Pokal für Sie – schöne Zugabe oder lästige Zusatzbelastung?

Wir sind froh, dass wir seit langem einmal wieder das Viertelfinale erreicht haben. Aber wir freuen uns nicht lange, da es in der Bundesliga ganz schnell weiter geht. Wir versuchen von Spiel zu Spiel zu schauen und natürlich wenn es dann Richtung Dezember geht, werden wir auch den Fokus auf den DHB-Pokal legen. Das ist jedoch noch lange hin und nun versuchen wir zunächst erst einmal gut in den Oktober zu kommen.

Mit dem Auswärtssieg in Wetzlar ist Ihnen ein toller Saisonstart gelungen. Im Anschluss erkämpften Sie sich nun noch einen Punkt in Erlangen. Wie zufrieden sind Sie mit dem bisherigen Verlauf der Saison?

Wir wussten, dass unsere Vorbereitung mit vielen verletzten Stammspielern nicht optimal war. Somit war der Sieg zu Beginn in Wetzlar sehr beruhigend. Insgesamt denke ich, dass wir im Soll sind. Wir hatten mit Berlin, Hannover und Magdeburg sehr schwere Heimspiele, in denen wir es trotz teilweise guter Leistungen nicht geschafft haben zu punkten. Ärgerlich war mit Sicherheit die knappe Derbyniederlage in Minden. Unterm Strich hatten wir bisher jedoch ein hartes Programm und für uns gilt es nun in den nächsten Spielen Punkte zu sammeln.

Ihre Mannschaft musste bisher bei den direkten Konkurrenten auswärts antreten und hatte einige Hochkaräter in der heimischen Arena zu Gast. Wie stark kann solch eine Konstellation des Spielplan eine Mannschaft unter Druck bringen?

Wer in der Bundesliga spielt hat Druck und das gehört für mich auch zum Leistungssport dazu. Durch solche Situationen wird für uns der Druck zunächst mal nicht kleiner oder größer. Wir versuchen unseren Job zu machen und uns auf jedes Spiel zu konzentrieren. Wir wissen um unsere Stärken und trotzdem gehen wir in jedes Spiel mit einem gewissen Druck.

       Mit Bobby Schagen und Patrick Zieker haben zwei Spieler vor dieser Saison die Seiten gewechselt. Welche Rolle spielt das für Sie in der Spielvorbereitung? Wie versuchen Sie das zu nutzen?

Natürlich hole ich mir von Bobby nochmal ein zwei Informationen, aber ich denke, dass sowohl Jürgen sich als auch ich mich sehr genau auf ein Spiel vorbereiten. Und wir beide bereiten auch unsere Mannschaften dann intensiv auf die Spiele vor. Da sind kleine Tipps sehr wertvoll, jedoch wird ein Bobby Schagen sich nicht vor die Mannschaft stellen und eine taktische Besprechung machen.

       Die Ausgeglichenheit der Liga hat sich zu Saisonbeginn bereits gezeigt. Auch zwischen Stuttgart und Lemgo können die Zuschauer ein ausgeglichenes Spiel erwarten. Was wird für Sie in diesem Spiel den entscheidenden Ausschlag geben?

Ich sehe, dass in diesen Spielen es oft den Ausschlag gibt, welches Team die bessere Abwehr spielen kann. Daraus resultiert dann auch, wer das bessere Tempospiel aufziehen kann. Im Umkehrschluss ist dann zusätzlich noch entscheidend, wer weniger einfache Fehler im Angriff macht. Wir werden uns intensiv auf Stuttgart vorbereiten, um dafür dann die richtigen Schlüsse zu ziehen.

Spielbericht

Ohne den verletzten Sascha Pfattheicher dafür mit den wieder genesenen Dominik Weiß und Rudolf Faluvégi trat der TVB Stuttgart heute vor 2.101 Zuschauer gegen den TBV Lemgo Lippe an.

Trotz Anwurf der Gäste gelang dem TVB durch David Schmidt das erste Tor der Partie. Der ehemalige Stuttgarter Bobby Schagen traf in der 4. Spielminute zum 1:1. In Überzahl konnten Lemgo durch einen verwandelten Strafwurf zum 3:3 ausgleichen.

Durch eine stabile Abwehr konnte sich der TVB mit einem Gegenstoß von Patrick Zieker mit zwei Toren absetzen. Jogi Bitter ergänzte die starke Abwehrleistung der Stuttgarter. Doch die Gäste hielten durch Jonathan Carlsbogard den Anschluss und erzielten in der 13. Spielminute den Ausgleichstreffer zum 5:5. Mit drei Toren in Folge konnte der TVB in Führung gehen, bevor sich Gästetrainer Florian Kehrmann zu einer Auszeit gezwungen sah. Elvar Asgeirsson und Schmidt trafen aus dem Rückraum und bauten die Führung in der 19. Spielminute auf fünf Tore aus.
In der 21. Spielminute verkürzt Lemgo unter anderem durch Andreas Cederholm auf 10:7. Zudem musste Lönn eine Zeitstrafe einstecken. Dennoch traf Robert Markotic und Wieling zum 12:8 nach 25 gespielten Minuten. Mit dem Halbzeitpfiff zeigte die Anzeigetafel ein 15:11 für den TVB.

Den besseren Start in der zweiten Hälfte erwischten die Gäste und verkürzten auf 15:13, ehe Lönn die Führung aus dem Rückraum auf drei Tore ausbauen konnte. Die Gäste fanden immer wieder Lücken in der Stuttgarter Abwehr, sodass Lemgo in der 39. Spielminute den Ausgleichstreffer zum 18:18 erzielte. Nach Doppelschlag von Zieker gelang dem TVB erneut eine Führung mit zwei Toren, die Bitter durch einen parierten Strafwurf verteidigen konnte. Die schwache Phase der Stuttgarter nutzen die Gäste und glichen in der 44. Spielminute auf 20:20 aus.

Wieder wehrte Bitter den Wurf der Gäste ab, während Max Häfner den Torhüter der Gäste überwinden konnte. Das Spiel wurde in der letzten Viertelstunde zu einem offenen Schlagabtausch. Fabian van Olphen brachte Lemgo das erste Mal in der Partie in Führung, welche Zharko Peshevski im Gegenangriff direkt zum 22:22 ausgleichen konnte. In der 53. Spielminute führten die Gäste mit 23:24. Nach einer nervenaufreißenden Schlussminute parierte Bitter den Wurf, den der TVB allerdings nicht mehr zum Siegestreffer verwandeln kann.

Der TVB und der TBV Lemgo Lippe teilen beim Endstand von 26:26 die Punkte nach einer spannenden zweiten Hälfte.

Das nächste Heimspiel der WILD BOYS findet am 02.11. statt. Gegner ist der Titelverteidiger SG Flensburg Handewitt. Tickets gibt es noch unter http://bit.ly/TVBSGFH