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Vorbericht

 

Liebe Handballfreunde,

zum heutigen Heimspiel in der LIQUI-MOLY Handball Bundesliga gegen die TSV Hannover Burgdorf heißt Sie der TVB Stuttgart recht herzlich willkommen. Begrüßen wollen wir hier in der Porsche Arena auch die Mannschaft aus der niedersächsischen Landeshauptstadt sowie mitgereisten Anhänger des Vereins aus der Leinestadt. Grüß Gott sagen wir auch den beiden Schiedsrichtern der heutigen Partie. Wir wünschen ihnen ein glückliches Händchen und „gut Pfiff“.

War das knapp beim ersten Heimspiel des neuformierten Teams der WILD BOYS gegen den TSV GWD Minden. 24:24 lautete vor zwei Wochen das Endresultat in der SCHARRena. Dabei hatte der TVB Stuttgart beim 10:6 bereits mit vier Toren geführt. „Wir haben durch unsere einfachen Fehler den Gast aus Minden immer wieder ins Spiel zurückkommen lassen“, ärgerte sich Trainer Jürgen Schweikardt hinterher.

Mit 27:36 unterlag der TVB am vergangen Sonntag in Berlin. „Man hat deutlich gesehen, dass bei uns noch die Automatismen fehlen“, räumte Trainer Jürgen Schweikardt hinterher ein. Er bemängelte vor allem das Rückzugsverhalten seines Teams. „Wir haben uns hier teilweise präsentiert wie ein Hühnerhaufen“, ärgerte er sich.

Im Topspiel des fünften Spieltags kam es zum Duell der Giganten zwischen dem THW Kiel und der SG Flensburg-Handewitt. Die Kieler siegten im Nordderby mit 28:24 und brachten dem deutschen Meister damit die erste Niederlage der Saison bei. Die MT Melsungen rehabilitierte sich für die schwache Leistung in Balingen und besiegte den bis dato ungeschlagenen SC Magdeburg mit 31:29. Trotz der knappen 26:25 Niederlage in Leipzig gab die wesentlich höher eingeschätzte Mannschaft von Frisch Auf Göppingen die „rote Laterne“ ab an Aufsteiger HSG Nordhorn Lingen, der in Wetzlar mit 34:27 unterlag. Davor rangiert auf dem ersten Nichtabstiegsplatz der TVB 1898 Stuttgart mit 1:5 Zählern. Um sich etwas aus der Gefahrenzone zu entfernen, wäre heute ein Erfolg für die WILD BOYS dringender denn je. „Doch das ist sehr, sehr  schwierig und kann nur mit äußerster Konzentration gelingen“, gibt TVB-Coach Jürgen Schweikardt zu bedenken.

Heute gastiert nun das absolute Top-Team der Liga, der verlustpunktfreie Tabellenführer TSV Hannover-Burgdorf in der Porsche Arena. Die Niedersachsen räumten bisher alles weg, was sich ihnen den Weg stellte. Ob zuhause oder auswärts, die Recken waren stets obenauf. Überrascht hat die Fachwelt sicherlich der 27:24 Erfolg in Göppingen und das klare 36:26 in Lemgo. Auch daheim fegte die Mannschaft von Trainer Carlos Ortega alles aus der TUI-Arena, machte mit den Gegnern Minden (36:30), Balingen (31:23) und dem Bergischen HC (30:24) jeweils kurzen Prozess. Und das obwohl das Team mit drei Akteuren aus der eigenen Jugend, denen der Spanier Ortega ein großes Potenzial bescheinigt, stark verjüngt wurde. Externe Zugänge vor der laufenden Runde waren der Schwede Alfred Jönsson, Ivan Martinovic vom VfL Gummersbach und Torhüter Domenico Ebner von der SG BBM Bietigheim. Die Abgänge von Pavel Atman, Nationalspieler Kai Häfner, Martin Ziemer, Domagoj Srsen, Torge Johannsen und Lars Lehnhoff scheinen auf jeden Fall gut kompensiert zu sein. Interessant wird es werden, wenn die Recken gegen die Top Sechs der Liqui Moly Handball Bundesliga, Kiel, Magdeburg, Flensburg, Rhein-Neckar Löwen, Berlin und Melsungen, antreten müssen. Laut Ortega wollen die Niedersachsen unter den ersten zehn Teams die Runde 2019/20 beenden. Damit soll der 13. Rang der Vorsaison deutlich übertroffen werden. Mit einem solchen Start im Rücken, ist den Leinestädtern einiges zuzutrauen. „Wir müssen aber auch Glück haben“, hofft der sportliche Leiter Sven-Sören Christophersen auf deutlich weniger Verletzungspech als in der letzten Saison.

Für den TVB Stuttgart ist nach 1:7 Punkten aus den ersten vier  Spielen sicherlich ein Heimerfolg bitter nötig. Luis Foege und Rudolf Faluvegi werden noch nicht wieder ins Spielgeschehen eingreifen können, dafür ist mit dem Einsatz von David Schmidt und Dominik Weiß rechnen. Das wäre zumindest wieder ein Fortschritt gegenüber den ersten Begegnungen, als die WILD BOYS teilweise auf keinen etatmäßigen Linkshänder im Rückraum zurückgreifen konnten. „Gegen den Tabellenführer aus Hannover benötigen wir die Zuschauer in der Porsche Arena mehr denn je“, hofft TVB Kapitän Johannes „Jogi“ Bitter wieder auf eine großartige Unterstützung durch das Publikum und ergänzt: „Nur so haben wir gegen dieses Top-Team eine realistische Chance.“

Freuen Sie sich heute auf ein spannendes und faires Handballspiel.

Ihr Joachim Gröser

Trainerinterview

 

        Herr Ortega, Ihre Mannschaft ist sehr stark in die Saison gestartet. Die Heimsiege gegen Minden und Balingen haben Sie sicher eingeplant, jedoch waren die Siege in Göppingen und Lemgo schon klare Ausrufezeichen. Was hat Ihnen zu Saisonbeginn bei Ihrem Team schon sehr gut gefallen?

Unsere Mannschaft hat in allen vier Spielen eine sehr gute Einstellung gezeigt. Wir haben auch personell schwierige Voraussetzungen, wie beispielsweise beim Auswärtsspiel in Göppingen, gemeistert.

        Was hingegen ist Ihnen aufgefallen, wo Sie sich gegen die absoluten Topteams noch steigern müssen?

In den Spielen gegen die Top-Teams in der stärksten Liga der Welt darf man nahezu keine Fehler machen. Zudem müssen wir an unser Leistungsoptimum kommen und Teams wie Kiel oder Flensburg dürfen nicht ihren besten Tag erwischen. Trotzdem haben wir in jedem Spiel die Chance, auch zu punkten.

        Der Saisonstart spielt in der Liqui Moly HBL eine sehr wichtige Rolle und kann viel zum Ausgang einer Saison beitragen. Wie sehen die Ziele der Recken für diese Saison nach dem ausgezeichneten Saisonstart aus?

Wir wollen besser als in der Vorsaison abschneiden. Da haben wir in der Liga unter unseren Möglichkeiten gespielt. Wir haben einen Kader, der unter die besten zehn Mannschaften kommen kann.

        Mit dem TVB Stuttgart treffen Sie nun auf eine Mannschaft, die bisher noch nicht gewonnen hat und deshalb nicht vor Selbstbewusstsein strotzt. Welches Risiko birgt dieses Spiel für Ihre Mannschaft?

Stuttgart ist vor allem Zuhause sehr stark. Das hat die Mannschaft auch zuletzt gegen GWD Minden unter Beweis gestellt. Wir haben aus der letzten Saison noch unschöne Erinnerungen an unseren Auftritt in Stuttgart, wollen es aber heute besser machen.

        Die Wild Boys haben vor der Saison einen größeren Umbruch vorgenommen. Welchen Eindruck haben Sie bisher von der neuen Stuttgarter Mannschaft bekommen? Was hat sich Ihrer Meinung nach deutlich verändert, was ist gleich geblieben?

Umbrüche gehören im Leistungssport dazu. Wir haben im Sommer ja auch einen größeren Schnitt gemacht. Stuttgart hat mit Johannes Bitter nach wie vor einen überragenden Torhüter zwischen den Pfosten. In Kombination mit der Abwehr ist das schon ein Faustpfand. Im Angriff ist das Spiel auf mehreren Schultern verteilt worden und nicht mehr so viel von einzelnen Spielern abhängig.

        Ihre Mannschaft hat in den ersten Spielen einen Tore-Schnitt von deutlich über 30 Toren geworfen? Was zeichnet Ihr Angriffsspiel aktuell aus und ist es auch der Schlüssel zum Sieg gegen Stuttgart?

Wir haben im Angriff viele torgefährliche Spieler und sind daher auch schwer auszurechnen. Trotzdem kommt es vor allem Auswärts darauf an, dass wir eine stabile Abwehr stellen. Wenn uns das heute gelingt, können wir das Spiel auch positiv für uns gestalten.

Spielbericht

 

Der Handball-Erstligist TVB Stuttgart ist auch im fünften Saisonspiel ohne Sieg geblieben. Vor 4982 Zuschauern in der Porsche-Arena unterlag er dem Tabellenführer TSV Hannover-Burgdorf mit 23:28. Das Team von Trainer Jürgen Schweikardt scheiterte in erster Linie an seiner miserablen Effektivität im Abschluss. Mit 1:9 Punkten liegt der TVB nun auf einem Abstiegsrang.

Der Handball-Erstligist TVB Stuttgart ist auch im fünften Saisonspiel ohne Sieg geblieben. Vor 4982 Zuschauern in der Porsche-Arena unterlag er dem Tabellenführer TSV Hannover-Burgdorf mit 23:28 (9:15). Das Team von Trainer Jürgen Schweikardt scheiterte in erster Linie an seiner miserablen Effektivität im Abschluss. Mit 1:9 Punkten liegt der TVB nun auf einem Abstiegsrang.

Wenn der nach vier Spielen sieglose Drittletzte gegen den nach fünf Partien verlustpunktfreien Spitzenreiter mit fünf Toren Differenz verliert, dann ist das keine große Überraschung. Der TVB Stuttgart indes muss sich schon ein wenig ärgern, dass er der TSV Hannover-Burgdorf zu einem Vereins-Startrekord verholfen hat. Furchteinflößend nämlich präsentierten sich die Recken am Donnerstagabend nicht – trotz ihrer jetzt 12:0 Punkte.

Es war ein äußerst zäher Start von beiden Seiten. Symptomatisch für das Spiel des TVB war der erste Angriff, der mit einem Fehlpass von Elvar Asgeirsson endete. Die Stuttgarter suchten fortan lange nach Lücken in der beweglichen Hannoveraner Deckung vor dem starken Torhüter Domenico Ebner. Weil auf der anderen Seite auch Johannes Bitter gut ins Spiel fand, stand’s nach 17 Minuten gerade einmal 6:3 aus Sicht des Spitzenreiters. Das war einerseits ein Indiz dafür, dass auch die TVB-Defensive ordentlich arbeitete.

Im Angriff war der Wurm drin

Der Wurm drin indes war im Angriff. Patrick Zieker traf per Konter zum 4:6 (18.) – es war allerdings bereits sein fünfter Versuch. Der ansonsten treffsichere Linksaußen vergab die aussichtsreichsten Gelegenheiten, unter anderem einen Siebenmeter.

Hannover musste sich nicht allzu sehr ins Zeug legen, um seinen Vorsprung zu verteidigen. Dabei unterliefen den Gästen auch etliche Fehler. Der eingewechselte Robert Markotic sorgte mit einem Doppelpack zum 6:8 und 7:9 (24.) dafür, dass die TSV nicht enteilte. Nach der zweiten – ziemlich unnötigen – Zeitstrafe gegen den Abwehrchef Manuel Späth und der achten Parade von Ebner geriet das Heimteam noch vor der Pause vorentscheidend ins Hintertreffen. Vom 12:9 zog Hannover zum 15:9-Halbzeitstand davon, nutzte dabei zwei Fehlabspiele und den elften Fehlwurf des TVB eiskalt aus.

Eine Aufholjagd in den zweiten 30 Minuten schien angesichts der schwierigen Personallage mit etlichen geschwächten Spielern kaum möglich. Evgeni Pevnov legte im ersten Angriff zum 16:9 nach, Cristian Ugalde zum 17:10 (32.). Der TVB ging weiterhin allzu fahrlässig mit seinen klaren Chancen um. Stets ein Auge haben mussten die Gäste jedoch auf David Schmidt, der bei seinem zweiten Saisoneinsatz wieder ein gutes Spiel macht. Nachdem der Linkshänder zum 14:19 (38.) und Zarko Pesevski zum 15:19 (40.) getroffen hatten, kam Stimmung auf in der Porsche-Arena.

Gäste können sich auf Rückraum verlassen

Die Hannoveraner konnten sich aber auf ihre gefährlichen Rückraumspieler Ivan Martinovic und Fabian Böhm verlassen, die zusammen für die Hälfte der Gästetore verantwortlich waren. Immer, wenn der TVB die Chance hatte, näher heranzurücken, stand er sich selbst im Weg. So kassierte er in Überzahl gleich zwei Gegentreffer zum 15:21 (42.) – oder eine Zeitstrafe.

Mangelnder Kampfgeist war dem TVB nicht vorzuwerfen – und der hielt ihn lange im Spiel. Nach zwei entschlossenen Abschlüssen von Asgeirsson stand’s zehn Minuten vor dem Ende nur noch 19:22.

Auch vom erneuten Fünf-Tore-Rückstand (19:24/52.) ließ sich das Team nicht entmutigen. Zweimal David Schmidt und Adam Lönn verkürzten auf 22:24 (55.). Dann kam auch noch Pech hinzu. Ein Wurf von Martinovic fand den Weg durch Bitters Beine zum 22:25, der folgende Versuch von Lönn landete am Pfosten. Der deutsche Nationalspieler Fabian Böhm sorgte 180 Sekunden vor Schluss mit dem 22:26 für die Entscheidung. Ausgiebig feierten die Gästen den 28:23-Sieg, der sie bis zum nächsten Spiel gegen den Deutschen Meister Flensburg-Handewitt an der Tabellenspitze hält.

Der TVB hat nicht lange Zeit, die Niederlage zu verdauen. Am Mittwoch (20 Uhr) kommt Erlangen im DHB-Achtelfinale in die Scharrena. Es wäre der perfekte Zeitpunkt, um Selbstbewusstsein zu sammeln.

TVB Stuttgart: Bitter, Lehmann; Häfner (1), Asgeirsson (3), Späth (3), Lönn (3), Markotic (3), Röthlisberger, Schmidt (7), Zieker (1), Pfattheicher, Pesevski (2), Wieling, Nicolaus, Maier.

TSV Hannover-Burgdorf: Ebner, Lesjak; Cehte, Martinovic (6), Mävers, Patrail, Thiele, Pevnov (2), Böhm (8), Ugalde (3), Olsen (3/2), Donker, Feise (1), Jönnson, Kastening (5/1), Büchner.

Quelle: Thomas Wagner, ZVW